Donnerstag, 2. Februar 2006

Aurisa Blog-Starteintrag

Hallo lieber Leser,
egal ob du twodayer bist oder der "unbekannte Googlianer" ;).
Willkommen hier bei mir.

Das hier ist der Starteintrag meines Blogs.
Von hier aus führen Links zu den anderen Einträgen.
Dieser Eintrag erklärt, worum es hier geht und wie man sich in diesem Blog am besten zurechtfindet.

Aurisa - das bin ich, nicht nur im Web sondern auch im wirklichen Leben.
Allerdings steht dieser Name erst seit Juli 2004 auch in meinem Ausweis.
Vorher, in meinem alten Ausweis, stand da noch Klaus...
Das heisst, ich bin das, was man eine transsexuelle Frau nennt (ich bevorzuge allerdings den neueren Begriff transident).
Dieser Blog handelt von meiner Transidentität, von dem jahrlangen Prozess der Geschlechtsangleichung von der Antragsstellung bei Gericht bis... (Ende noch offen...)
vom Alltagsleben und den Problem als transidente Frau, von der Vorgeschichte, wie es zu all dem kam... und er führt darüber hinaus...

Von Anfang 2003 bis Ende 2005 habe ich darüber bei 20six gebloggt, bis mein Blog dort durch die Softwareumstellung bei 20six für mich unbrauchbar wurde.
Darum habe ich mich entschlossen hier weiterzubloggen.
Die wichtigen alten Einträge von 20six werde ich hierherkopieren, wobei ich aber leider die Kommentare, Bilder und nichtöffentlichen Einträge nicht mit übertragen kann.
Bei dieser Gelegenheit will ich meinen Blog neu gestalten. Mein alten Blog bei 20six war mit über 2500 Einträgen sehr unübersichtlich geworden, so daß es dort sehr schwer war Einträge die thematisch zusammengehören zu finden.
Darum will ich hier die alten und neuen Einträge untereinander verlinken, damit es für den Leser - einschließlich mir selber ;) - leichter wird sich hier zurechtzufinden.
Weiterführende BlogINTERNE Links zu all dem und zu vielem anderen mehr - etwa wie es zu dem Namen Aurisa kam - findest du unter "Andere Geschichten" am Ende dieses Eintrages und jeweils am Ende jeden weiteren Eintrages hier in diesem Blog.
Am Ende des Eintrages stehen die BlogINTERNEN Links aus Gründen der Übersichtlichkeit und um alte Einträge nicht durch neue Links zu zerschneiden.
Nur EXTERNE Links, die aus dem Blog in die weite Web-Welt führen finden sich IN den Einträgen.
Mindestens ein interner Link findet sich am Ende jeden Eintrages, nämlich ein Link hierher zu diesem Starteintrag, damit sich niemand in meinem Blog verläuft ;). Denn dieser Eintrag hier dient ja gerade der Orientierung im Blog.

EDIT: Noch stehen hier keine Links.
Diese muss erst noch einfügen und das kann ich erst, wenn ich die ganzen 20six-Einträge hier rüberkopiert habe... Das und das Verlinken der Einträge wird ein Weilchen dauern... schätzungsweise mehrere Wochen...
Ich bitte also noch um etwas Geduld...
Es war nötig diesen Eintrag hier trotzdem JETZT schon einzustellen... sonst könnte ich ja nicht hierher verlinken, logisch oder ;)...?

"ANDERE GESCHICHTEN" (LINKS):

*Hier wird erklärt, was ihr in den einzelnen Rubriken findet:
http://aurisa.twoday.net/stories/1521229/

*Hier findet ihr Infos zur Geschlechtsangleichung:
http://aurisa.twoday.net/stories/1528061/

*MEINEN Weg "Von Klaus zu Klaudia" findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1568600/

*Infos zur Vorgeschichte der TI und meinem früheren Leben als Klaus gibt es hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1546941/

*Ein kleines FAQ zur Transidentität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538214/

EDIT: Weiter Links folgen in nächster Zeit...

Begegnung der unbekannten Art...

Hallo zusammen,
diese Woche hatte ich eine etwas seltsame Begegnung in der S-Bahn...

Als ich rein kam saß links eine Person.
Ich habe sie nicht direkt angesehen, nur aus dem Augenwinkel, aber aus irgendwelchen Gründen hatte ich den Eindruck: "Mann".
Man ordnet die Menschen, denen man begegnet ja ganz automatisch in eines der zwei Schublädchen "Mann" oder "Frau". Da geht es mir nicht anders als anderen Menschen auch.
Als ich dann der Person schräg gegenüber saß, schweifte mein Blick kurz in ihre Richtung und irritiert musste ich feststellen, daß das Gesicht doch - trotz der kurzen Haare - recht eindeutig weiblich war...
Nun gut, sowas kann vorkommen, daß man beim ersten mal nicht so genau hinschaut und jemand falsch einschätzt, aber trotzdem irritierte mich immer noch irgendetwas an ihr...
Und gleich darauf steigerte sich meine Irritation noch mehr... als sie sich anders hinsetzte... und zwar mit ganz extrem gespreizten Beinen...
Und da wurde mir klar, warum sie mich so irritierte...
Das Gesicht war weiblich vor allem die langen Wimpern und die offenbar ausgezupften Augenbrauen, aber ihre ganze Art passte so gar nicht dazu...
Die Kleidung hätte eher zu einem Mann, als zu einer Frau gepasst, vor allem die Schuhe und Hosen... ihre Art zu sitzen, wie sie ihre Hände in den Jackentaschen versteckte, sogar ihr ausdrucksloser Gesichtsausdruck, all das war so eindeutig männlich und wollte so gar nicht zu dem weiblichen Gesicht passen...
Nebenbei: nein ich habe sie nicht angestarrt - so wie mich manche Leute anstarren - aber sie ein paar mal kurz anzusehen, das konnte ich mir nicht verkneifen, weil dieser Kontrast von männlichen und weiblichen Eindrücken, mich doch sehr irritierte...
Schließlich stieg sie dann vor mir aus... und auch ihre Art zu gehen, war ganz eindeutig männlich...
Ich habe noch nie eine Frau so gehen sehen... langsam, fast schlurfend, betont "cool"...
Und auch ihr ganzer Habitus passte gar nicht zu einer Frau. Sie war zwar nicht besonders groß, wirkte aber ziemlich bullig... was natürlich durch die dicke Winterkleidung noch verstärkt wurde...
Irgendwie hatte ich aber auch das Gefühl, daß sie ganz bewusst ihre weiblichen Formen verbergen wollte... aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein...

Wenn da nicht das recht weiche Gesicht und vor allem die langen Wimpern und ausgezupften Augenbrauen gewesen wären, ich hätte geschworen, daß das ein Mann war...
Keine Frau - zumindest keine hetero-Frau - würde sich so anziehen und vor allem verhalten...

Aber so blieb ich rätselnd zurück, was es wohl mit ihr auf sich hat...

Vielleicht ist sie ja schlicht lesbisch...
Meine Schwester erzählt mir gerne die kleine Geschichte, daß sie, als sie mal in eine Lesbenbar wollte, ihr der Türsteher auf den Kopf zusagte, daß sie nicht lesbisch sei, er könnte das den Frauen ansehen...
Jetzt bin ich keine Türsteherin... ich kenne mich nicht aus mit lesbischen Frauen... weiss nicht woran man sie erkennt...
Was ich weiss ist, daß es bei ihnen sogenannte 'Butches' gibt, die sich wohl betont männlich geben...
Das könnte eventuell zu dieser Frau passen... wobei die ausgezupften Augenbrauen dabei nicht ganz in's Bild passen...

Möglicherweise bin ich da aber auch einem jungen Transmann (also einem Frau-zu-Mann-Transidenten) begegnet... wobei da natürlich auch die ausgezupften Augenbrauen nicht dazu passen wollen...

Ich werde es wohl nie erfahren...
Ja ich weiss, ich hätte ja fragen können...
Aber das habe ich einmal gemacht und diese Peinlichkeit will ich mir nicht nochmal antun ;).
Und ich wette ihr hättet euch auch nicht getraut zu fragen, oder ;)...?

Nun ja jedenfalls, was ich damit sagen will ist:
Es ist schon erstaunlich wie sehr man durch sein Äußeres, seien es Kleidung und noch mehr durch das Verhalten, seiner Umwelt vermitten kann, ob man Mann oder Frau ist...
Wie man an diesem Beispiel sieht kann dieser Eindruck so stark sein, daß man sich sogar bei jemand den man nur aus dem Augenwinkel sieht sicher ist, ob er Mann oder Frau ist...
Und wie irritierend es doch ist, wenn jemand dann so wiedersprüchliche Signale sendet, wie diese Frau - da ich nicht weiss, als was sie sich sieht, bleibe ich jetzt mangels besseren Wissen bei ihrem wahrscheinlichen körperlichen Geschlecht.

Tja, ich schätze mal, vielen Menschen geht es mit mir genauso ;)...
Wobei der Unterschied nur ist, daß ich mich ja - im Gegensatz zu dieser Frau - um geschlechtliche Eindeutigkeit bemühe und das halt leider meine körperlichen Unzulänglichkeiten immer mal wieder konterkarieren...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment

Frau G, S und die seltsamen Zufälle...

Hallo zusammen,
hier also die Geschichte, wie ich überhaupt erst zu Frau G gekommen bin und das ist eine reichlich seltsame Sache...
Da sie direkt mit der Geschichte von S zusammenhängt werde ich hier öffentlich aber nicht alles schreiben...
Diejenigen von euch, die schon länger bei mir mitlesen werden sich ungefähr denken können, was in die Lücken gehört, die ich hier beim erzählen lasse...

Es begann im Herbst 1993.
Damals ging es mir so schlecht, daß ich nicht mehr so weiter machen konnte. Die Frage war also: schluss machen oder etwas grundsätzlich an meinem Leben ändern.
Aber das ist eine andere Geschichte, die vielleicht ein anderes mal erzählt werden wird... um mit Michale Ende zu reden...
Natürlich war das Ergebnis damals, daß ich mich dazu entschlossen habe, mein Leben zu ändern, sonst wäre ich jetzt nicht hier.

Eine der Dinge, die ich in Zukunft anders machen wollte, war, mit den Menschen, die mir wichtig sind zu reden, auch und gerade über meine Probleme...
Damals gab es herzlich wenige Menschen, mit denen ich überhaupt hätte reden können, nur S und - mit Einschränkungen M.
Warum und worüber ich gerade und vor allem mit S reden wollte, das ist eine andere Geschichte, die vielleicht ein anderes mal erzählt werden wird...

Den Versuch mit den beiden zu reden habe ich Anfang 1994 gemacht... und mich dann doch nicht getraut... weil das oder vielmehr die Themen über die ich reden wollte einfach zu schwierig waren...
Und genau da kommt Frau G in's Spiel.
Es war entweder noch am selben Tag oder spätestens am Tag nachdem ich vergeblich versucht hatte mit S und M zu reden, da kam im Fernsehen ein kurzer Bericht - nur so ein, zwei Minuten - über Frau G und ihren Laden in Schduargard.
Und ich hatte gleich dieses seltsame Gefühl, das ich nur ganz selten im Leben habe, etwa als ich zum ersten mal von Transsexualtität oder das erste mal vom Bloggen hörte, das Gefühl: "Das ist es!"
Aber... der Bericht war so kurz und schon wieder vorbei, bevor ich auch nur Zeit hatte mich dazu zu entschliessen mir etwas zu schreiben zu holen, um mir Notizen zu machen... Nicht mal den Namen von Frau G hatte ich mir damals merken können...
Nur wie ihr Laden hiess hatte war mir im Gedächtnis geblieben... und das Bild des Eckhauses in dem er war und ist...
Kein Problem sollte man meinen. Schließlich, wozu gibt es die Auskunft? Nur, als ich dort anrief und nach diesem Laden fragte, bekam ich zwar eine Auskunft... aber wie sich herausstellte die Falsche...
Der Laden, der mir genannt wurde war ein Neubau irgendwo am Rande von Schduargard und kein altes Eckhaus aus dem 19.Jahrhundert...
Damit hätte die Geschichte dann auch schon zuende sein können... und mein Leben hätte einen VÖLLIG anderen Verlauf genommen, wenn ich Frau G nie kennengelernt und als Folge davon nie mit S geredet hätte... aber es sollte anders kommen...
Das Bild ihres Hauses, diesen alten Eckhauses, das ließ mich nicht los...
Irgendetwas in mir sprach dieses Bild an, irgendwie kam es mir seltsam vertraut vor, als würde ich es irgendwoher kennen...

Rückblende...
So ein, zwei Jahre vorher war ich in H studieren.
Auch das - der geneigte Leser ahnt es schon ;) - eine andere Geschichte, die vielleicht ein anderes mal erzählt werden wird...
Das Entscheidende dabei: H liegt, von mir aus gesehen, genau auf der anderen Seite von Schduargard.
Damals hatte ich noch ein Auto und ein paar mal bin ich nach dem Studium damit nach Schduargard gefahren, weil ich mich dort nach Büchern oder sonstwas umsehen wollte...
Ja und ich als echte Schwäbin bin natürlich zu geizig sparsam ;) um ohne Not Gebühren für ein Parkhaus zu bezahlen - wundert mich, daß es in Schwaben überhaupt Parkhäuser gibt ;)... - also bin ich auf dem Weg von H nach Schduargard dort oben in der Stadt nicht geradeaus weiter in die Stadt rein gefahren, sondern einmal links abgebogen, dann wieder rechts, dann noch ein Stück den Berg runter und haben das Auto dort dann dort am Berg auf einem KOSTENLOSEN Parkplatz stehen lassen. Ja da lacht das Schwabenherz ;)... Weiter unten gab es entweder gar keine freien Parkplätze mehr oder nur noch kostenpflichtige... Und von dort aus bin ich dann die ein, zwei Kilometer bis zur Innenstadt den Berg runter gelaufen.
Und - man ahnt es schon - auf diesem Weg bin ich damals DIREKT an Frau G's Geschäftshaus vorbeigekommen... dem besagten Eckhaus aus dem 19.Jahrhundert...
Damals Jahre bevor ich im Fernsehen den Bericht von Frau G gehört habe, habe ich dieses Haus überhaupt nicht beachtet, ja nicht einmal bewusst wahrgenommen.
Schließlich war das lange VOR dieser Nacht im Herbst 1993 (siehe oben) und meinem folgenden Entschluss, daß ich mit dem als Frau leben ernst machen wollte...
Damals als ich dort vorbeikam war noch gar nicht daran zu denken, jemals als Frau zu leben und dementsprechend uninteressant war ein Beautygeschäft für mich... Dafür hatte ich keine Verwendung damals...
Aber... offenbar sah mein Unterbewusstsein das etwas anders... den irgendwie war das Bild dieses Eckhauses bei mir hängen geblieben... und als ich es dann in dem Fernsehbericht sah, regte sich eine vage Ahnung in mir, daß ich das doch irgendwoher kenne...
Diese Ahnung war allerdings so vage, daß ich ehrlich gesagt damals dachte, ich würde mir da was einreden...
Ich weiss schließlich wie unzuverlässig das Gedächtnis sein kann... Und wenn man sich etwas dringend wünscht, dann redet man sich auch schon mal gerne selber was ein, was überhaupt nicht stimmt...
Trotzdem bin ich dieser Ahnung gefolgt... und siehe da, dort wo ich es schon mal gesehen zu haben glaubte gab es nicht nur ein ähnlich aussehendes, sondern genau dieses Haus...

Das fand ich doch schon sehr seltsam...
Da kommt zufällig genau dann, als ich es brauchte, ein Bericht im Fernsehen mit zufällig genau dem, was mir in der Situation weiterhalf, mit Frau G, (die sich dann zufällig als die Richtige herausstellte...) die nicht irgendwo sondern ausgerechnet zufällig hier in Schduargard ihren Laden hat.
Ein Laden den ich sonst NIE gefunden hätte - weil er in einer Gegend Schduargards liegt, in die ich sonst nie gekommen wäre - wenn ich nicht zufällig Jahre vorher in H studiert hätte und wenn ich nicht zufällig von dort aus nach Schduargard gefahren und genau an dieser Stelle einmal links und einmal rechts abbog und dann zufällig mein Auto genau so stehen ließ, daß ich von dort aus direkt an ihrem Laden vorbeikam... und mich dann zufällig Jahre später noch an den Laden erinnerte, der im Fernsehbericht nur Sekunden zu sehen gewesen war...
Oh ja so viele Zufälle fand ich wirklich sehr seltsam...
Zufall...? Schicksal...?
Ich weiss es nicht... Rein mit dem Verstand betrachtet waren das alles natürlich nur Zufälle.
Aber mir erschien es damals fast so, als würde mir da jemand einen Weg zeigen... und es lag an mir ihn zu gehen... oder davor zurückzuschrecken...
Ich habe mich dann dazu entschlossen, einfach so zu tun als ob es tatsächlich ein Wink des Schicksals gewesen wäre... und diese Gelegenheit, die sich da auf so seltsame Weise ergeben hatte am Schopf zu packen... diesen Weg zu gehen...

Ich habe mich dann wirklich dazu durchgerungen, mich dort hinein zu wagen, nachdem ich vorher ewig mit mir gerungen habe, und Frau G erklärt, warum ich gekommen bin und was ich von ihr möchte und warum...
Das war sicher eines der schwersten Dinge, die ich jemals getan habe in diesem Leben...
Das war - nach der Nacht im Wald im Herbst 1993 und dem damaligen Entschluss mein Leben zu ändern - der zweite ganz wichtige Schritt auf meinem Weg zu einem Leben als Frau...
Frau G ist der erste Mensch überhaupt, dem ich jemals etwas von meiner Transidentität erzählt habe...

Einige Zeit später... im Herbst 1994 war es dann soweit...
Frau G hat mich am Vormittag, wie abgemacht als Frau zurechtgeschminkt, nachdem ich vorher noch beim Frisör war um mir die Haare blondieren zu lassen...
Und so vorbereitet habe ich mich dann am Nachmittag mit S und M getroffen und mit ihnen geredet...
Warum ich das alles gemacht habe und was daraus geworden ist, das ist eine andere Geschichte, die - zumindest vorläufig - hier nicht erzählt werden soll...

SCHNITT....

Jahre später... Ende 1998... hinter mir liegen fast drei Jahre schwerste Depressionen... auch das eine andere Geschichte, die vielleicht ein andermal erzählt werden wird...
Bei Frau G war ich seither nicht wieder gewesen, außer einmal kurz nach dem Gespräch mit S und M um mich bei ihr zu bedanken...
Ich hatte in den Jahren ganz andere Sorgen...
Daran "in Sachen Frauenleben" voranzukommen war in dieser Zeit gar nicht zu denken...
Ende 1998 war ich dann wieder an dem Punkt, wo ich Ende 1993 schon mal gewesen war, nur war 1998 alles noch viel schlimmer...
Also wieder einmal die Frage: schluss machen oder noch einmal einen neuen Anfang versuchen....?
Sich wieder aufraffen, wieder kämpfen...?
Und ja wieder habe ich mich dafür entschieden... denn zu kämpfen, nicht aufzugeben, das gehörte ja zu den Dingen, die ich mir damals im Herbst 1993 vorgenommen hatte...
Und das erste, was ich gemacht habe um aus den Depressionen wieder raus zu kommen... das war zu Frau G zu gehen... zum zweiten mal... ihr wieder zu erklären was los ist und sie zu bitten mir beizubringen, wie man sich schminkt... Davon hatte ich bis dahin ja noch keine Ahnung... und das gehört ja zu den Dingen, die man einfach können muss, wenn man sich als TI-Frau auf die Straße wagen will...
Für mich war das damals sehr sehr wichtig.
Wenn man Depressiv ist, dann ist einem nichts mehr wichtig, nichts macht einem mehr Freude - jedenfalls fast nichts... Auch wenn man depressiv ist, gibt es zumindest noch das eine oder andere, was einem wenigstens noch ein klein wenig etwas bedeutet...
Und für mich war das vor allem die Transidentität... der Wunsch, die Sehnsucht irgendwann vielleicht doch als Frau leben zu können, war trotz den Depressionen immer noch da... Und das hat mir ein Ziel gegeben... etwas mit dem ich mich selber aus dem Depri-Sumpf ziehen konnte...
Zu Frau G zu gehen um mir das Schminken beibringen zu lassen, war vielleicht der wichtigste Schritt dazu...
Drei mal war ich bei ihr... um es zu üben... drei mal bin ich danach - zum ersten mal in meinem Leben - als Frau zurechtgemacht in die Öffentlichkeit gegangen... einmal war ich danach noch in einem Volkshochschulkurs zu einem Frauenthema, ein anderes mal war ich danach seit langem wieder mit Anita, der einzige Mensch -außer Frau G - mit dem ich damals reden konnte...
Aber all das sind schon wieder andere Geschichten, die vielleicht ein andermal erzählt werden...

Das war der Beginn...
Danach habe ich langsam angefangen als Frau zu leben, habe mich erst noch heimlich außerhalb meines Heimatortes geschminkt und manchmal auch im Rock unter Menschen gewagt... später habe ich nach und nach Bekannte eingeweiht... seit ich 2001 Internet habe, hatte ich dann im Chat sehr viel Gelegenheit mit Menschen zu reden, nicht nur aber auch über meine Transidentität...
Anfang 2003 war es dann endlich soweit... nachdem ich wieder mal am toten Punkt angelangt war, wieder bei der Frage: Schluss machen oder etwas grundsätzlich ändern? Anfang 2003 habe ich dann endlich den Antrag bei Gericht auf Vornamensänderung gestellt, mich bei den Gutachtern vorgestellt und alles andere, was dazugehört in die Wege geleitet. Und fast gleichzeitig habe ich dann mit dem Bloggen angefangen, damals noch bei 20six.
Von dem was seither passiert ist, vom langen Prozess der Geschlechtsangleichung handelt dieser Blog...
Aber all das sind viele andere Geschichten, die anderswo in diesem Blog erzählt werden...

Schließlich Ende November 2005... der lange ersehnte Operationstermin für die geschlechtsangleichende Operation in Essen...
Und ich habe ihn abgesagt... nicht aus Angst, sondern weil mir dort in Essen so einiges klar geworden ist... daß die Operation längst nicht mehr so wichtig für mich ist wie sie es früher mal gewesen war beispielsweise...
Aber auch das ist wieder mal eine andere Geschichte, die ich anderswo erzählt habe...

Danach im Dezember 2005 hat uns 20six vergrault... und so bin ich jetzt hier und eben dabei meinen Blog neu zu sortieren...
Dabei werde ich auch die alten "anderen Geschichten", aus den letzten drei Jahren die vom Prozess meiner Geschlechtsangleichung erzählen hier nach und nach einstellen und soweit sinnvoll miteinander verlinken...

Und jetzt im neuen Jahr und neuen Blog hier bei twoday stellt sich mir die Frage, ob ich mich doch noch operieren lassen will... den Prozess der Geschlechtsangleichung also zuende bringe, oder ob ich so weiter lebe wie ich jetzt bin... irgendwo zwischen den Geschlechtern...

Und an dieser Stelle hat es sich jetzt ergeben, daß ich wieder bei Frau G gelandet bin... jetzt schon zum dritten mal... wieder an einem entscheidenden Wendepunkt meines Lebens...
Diesmal bin ich bei ihr um mir Permanent Make-Up machen zu lassen... und das mache ich vor allem um herauszufinden, wie sich das für mich hinter anfühlt...
Ist es für mich ok, so einen, wenn auch nur kleinen, körperlichen Eingriff, machen zu lassen und bin ich nachher glücklich damit das Ergebnis dann für jeden sichtbar im Gesicht zu tragen oder nicht...?
Ich denke das kann mir bei der Entscheidung helfen, ob ich bereit bin dann auch diesen großen Eingriff, eben die Operation machen zu lassen oder ob ich das nicht will...

Zufall... oder Schicksal, daß ich jetzt wieder bei Frau G gelandet bin....?
Ich weiss es nicht, aber wie Auris sagen würde:
Es spielt keine Rolle!
Hauptsache ich nütze die Gelegenheit die sich mir so bietet, mir über eine wichtige Frag klar zu werden...
So habe ich es bisher immer gemacht... und es war immer die richtige Entscheidung und hat mich weitergebracht...
Darum bin ich jetzt schon zum zweiten mal nach Jahren zu Frau G zurückgekehrt um mir wieder einmal von ihr helfen zu lassen meinen Weg zu einem Leben als Frau zu finden...

Ende offen...

Viele Grüßle

Aurisa

Nachtrag:
Wie man sieht ist das jetzt mal wieder ein typischer gaaanz 'kurzer' Aurisa-Beitrag geworden ;)...
Genau aus diesem Grund - und nicht etwa um die Leser zu ärgern - habe ich hier so oft geschrieben, etwas sei "eine andere Geschichte".
Denn wenn ich hier die GANZE Geschichte erzählen wöllte, dann müsste ich euch meine ganze Lebensgeschichte erzählen - buchstäblich!
Ja und so einen 'kurzen' Eintrag wollte ich euch dann doch nicht zumuten ;)...
Soweit möglich werde ich zu den "anderen Geschichten" von denen ich bei 20six schon erzählt hatte, dann später verlinken, sobald ich die hier alle eingestellt habe... was noch ein ganzes Weilchen dauern kann...

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment

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