Dienstag, 14. Februar 2006

Wie ich auf den Hund... äh die Transidentität kam ;)...

Hallo zusammen,
also so ganz unter uns, mir hat man auch nicht in der Wiege gesungen, daß ich mich mal entschliessen würde als Frau zu leben ;)...

Es gibt ja Transidente, die wissen schon im Kindergarten, daß sie eigentlich Mädchen sind...

Davon konnte bei mir keine Rede sein.
Natürlich wusste ich, daß ich ein Junge bin, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich mich jemals als Junge gefühlt habe... als Mädchen aber auch nicht...
Im Rückblick scheine ich damals weder zu dem einen noch zu anderen einen großen Bezug gehabt zu haben...
Aber das meisste was ich damals gedacht habe habe ich sowieso vergessen und das Gedächtnis ist sowieso trügerisch, darum will ich hier nicht weiter im Nebel der Vergangenheit stochern...

Ziemlich erstaunlich finde ich aber, daß ich, als ich mit 16 das erste mal von Transsexualität hörte (das Wort Transidentität habe ich sehr viel später gehört) sofort wusste, daß es das ist...
Ich musste nicht erst lange darüber nachdenken, sondern im Grunde wusste ich es im gleichen Moment, als ich zum ersten mal davon hörte daß ich Transsexuell bin...

Aber es sollte dann noch viele Jahre dauern, bis ich den Mut und die Kraft fand, diesen Weg auch zu gehen...

Es ist schon erstaunlich, wie man manche Dinge weiss, sich ganz sicher ist...

Und trotzdem gab es da immer auch Zweifel...
Bin ich wirklich Transident oder rede ich mir das nur ein?
Geht das überhaupt sich als Frau zu fühlen, obwohl man einen männlichen Körper hat oder macht man sich da nur was vor?
Und werden mich meine Mitmenschen als Frau akzeptieren oder werden sie finden ich sei überhaupt nicht weiblich, würde mich gar nicht wie eine Frau verhalten?

Es wundert mich nicht, daß ich diese Zweifel hatte.
Ich war immer schon ein sehr selbstkritischer Mensch und schließlich gibt es bisher keine Möglichkeit zu beweisen, daß jemand tatsächlich Transident ist...
Da war es für mich völlig normal, an mir zu zweifeln, mich zu fragen, ob ich da nicht vielleicht einem Hirngespinst nachjagte...

Der Verstand hatte immer Zweifel...

Aber das Gefühl sagte immer laut und deutlich: JA!

Ich war ja immer ein recht 'kopflastiger' Mensch, der Gefühlen kritisch gegenüberstand...
Mr. Spock war früher ein Vorbild für mich ;)...
Aber... so wichtig der Verstand auch ist... entscheidend für das was wir tun oder lassen sind in der Regel die Gefühle... die uns sagen was wichtig ist und was unwichtig ist, was gut oder schlecht, was richtig oder falsch...
Ein Mensch der keine Gefühle hat, dem alles gleich (un)wichtig ist, der ist nicht lebensfähig... weil wir mit dem Verstand alleine nicht in der Lage sind sinnvolle Entscheidungen zu treffen...
Es gibt Menschen mit Hirnschäden, die genau dieses Problem haben, daher wissen wir heute wie entscheidend Gefühle für Entscheidungen sind... und wie unwichtig der Verstand dabei oft ist...

Mr. Spock, der alle Entscheidungen der Logik überlässt und die Gefühle dabei ausschaltet, wäre im wirklichen Leben ein Fall für die Psychiatrie... der jemand brächte, der für ihn entscheidet, ob er Kaffee oder Tee zum Frühstück trinkt, ob er Marmelade oder Honig auf sein Frühstücksbrötchen nimmt... sonst würde er vor einem reich gedeckten Frühstückstisch verhungern, weil er nur mit dem Verstand allein keine Entscheidungen treffen kann...
Darum gibt es ja in den späteren Star-Trek-Folgen den Androiden Date, weil die Autoren der Serie erkannt haben, daß Spock etwas wesentliches fehlte...
Und darum strebt Data danach Gefühle zu bekommen, weil er das ebenfalls erkannt hat, daß er sie braucht, daß er ohne sie unvollständig und zu einem eigenständigen Leben nicht fähig ist... aber ich schweife ab...

Oh natürlich kann der Verstand bei manchen Entscheidungen helfen das für und wieder abzuwägen... aber entscheiden tun wir letztlich 'aus dem Bauch heraus'... gerade bei emotionalen Fragen...
Und wenn wir uns bei solchen emotionalen Fragen den Kopf anstelle des 'Bauches' entscheiden lassen, dann geht das in aller Regel gründlich schief...

Das musste ich erst lernen und habe ich erst durch die Transidentität gelernt, daß es bei solchen Dingen KEINE Rolle spielt, ob sie vernünftig sind oder nicht...
Ja natürlich ist es hochgradig unvernünftig als Frau leben zu wollen, wenn man mit einem Männerkörper geboren wurde!
Aber das spielt keine Rolle!
Wenn man sich als Frau fühlt, dann mag das so unvernünftig sein, wie es will... aber wenn man diesem Gefühl nicht nachgibt, sich weigert diesen Weg zu gehen, alles zu verdrängen versucht, dann schneidet man sich von einem Teil seiner selbst ab, amputiert und verleugnet einen Teil seiner Persönlichkeit, nimmt sich einen Teil der eigenen Lebendigkeit... und macht sich damit nur unglücklich...

Und als ich das endlich begriffen hatte, da habe ich verstanden, daß ich diesen Weg gehen muss, egal welche Zweifel mein Verstand auch hat, egal wie unvernünftig er das auch findet...

"Im Zweifel zwischen Verstand und Herzen - folgen dem Herzen!"

Und DAS ist ja eine sehr weibliche Sicht der Dinge...

Auf meine Gefühle zu hören... das habe ich erst durch die Transidentität gelernt... und erst als ich das gelernt hatte war ich bereit das zu tun, von dem ich doch schon so lange fühlte, daß es das einzig richtige für mich war...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment

Was ist Transidentität?

Hallo zusammen,
Transidentität (TI) ist der neuere, allerdings nur im deutschsprachigen Raum geläufige, Begriff für Transsexualität (TS).

Da es bei Transidentität nicht um Sexualität oder die sexuelle Orientierung sondern eben um die geschlechtliche Identität, d.h. ob man sich als Mann oder Frau fühlt, geht und viele Transidente den Begriff Transsexualität als irreführend und wegen der 'sexuellen' Komponente als diskriminierend empfinden bevorzugen viele Betroffene den neueren Begriff Transidentität.

Transidentität/-sexualität bedeutet, daß das körperliche Geschlecht eines Menschen anders ist als das von ihm 'gefühlte' Geschlecht.
Körperlich ganz normale Männer fühlen sich also als Frauen (Transfrauen) und umgekehrt fühlen sich körperlich ganz normale Frauen als Männer (Transmänner).

Da diese bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck verursacht streben sie sehr oft eine Geschlechtsangleichung an, d.h. eine hormonelle und operative Angleichung ihres Körpers an das Geschlecht, als das sie sich empfinden.
Dazu gehört auch die juristische Anerkennung als "dem anderen Geschlecht zugehörig" (Transsexuellengesetz, § 8) und natürlich wird auch die soziale Anerkennung und Integration im 'neuen' Geschlecht angestrebt.

*Mehr Informationen zu Transidentität/-sexualität findet ihr bei Wikipedia unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t
und:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transidentit%C3%A4t

*Eine allgemeinere Übersicht über alle möglichen Transgender-Themen bei wikikpedia findet ihr hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Zusammenleben%2C_Partnerschaft_und_Sexualit%C3%A4t/Transgender-Themen

*Zur Information für Betroffen halte ich beispielsweise die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität für empfehlenswert:
http://www.dgti.org/

Dort findet sich unter anderem eine - allerdings nicht vollständige - Liste von Selbsthilfegruppen in Deutschland.

*Sehr empfehlenwert finde ich auch Airins Seite:
http://www.transsexuell.de/start.shtml

Dort findet ihr (unter 'Medizin') einen bebilderten Operationsbericht (Mann zu Frau) von Frau Dr. Kreege von der Uniklink in Essen (eine gute Adresse für MzF-Operationen...)
und außerdem Airins sehr nachdenklich stimmenden Lebensweg vom Mann zur Frau... und wieder zurück...
BEIDE Berichte sollte man unbedingt gelesen haben, bevor man sich für (oder eben auch gegen...) eine Operation entscheidet!

*Ebenfalls informativ und empfehlenswert finde ich die Seite von VIVA der TS-Selbthilfegruppe München:
http://www.vivats.de/de/

*Und allen Eltern transidenter Kinder sei dies Seite an's Herz gelegt:
http://www.trans-eltern.de/

Weitere Links zur Transidentität werde ich hier später noch einbauen...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

*Ein kleines FAQ zur Transidentität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538214/

Von Klaus zu Klaudia - Mein Weg vom 'Mann' zur Frau

Hallo zusammen,

ich habe hier bereits angefangen unter dem Thema
"Die Geschlechtsangleichung" eine Rubrik anzulegen in der ich nach und nach die einzelnen Stationen einer Geschlechtsangleichung schildern werde, gedacht als Information für Betroffene und Nichtbetroffene.

Parallell dazu werde ich hier demnächst eine zweite Rubrik unter dem Thema "Von Klaus zu Klaudia" anlegen.
In dieser Rubrik werden ebenfalls die einzelnen Stationen der Geschlechtsangleichung geschildert... im Gegensatz zu obiger Rubrik geht es hier aber nicht um allgemeine Informationen sondern um meine ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse bei der Geschlechtsangleichungen...
Ich werde in dieser Rubrik also gewissermaßen eine zusammenfassung meiner Geschlechtsangleichung in den Jahre 2003 - 200X schreiben... von der dieser Blog hauptsächlich handelt.

Beide Rubriken ergänzen sich also.
Die Rubrik "Die Geschlechtsangleichung" schildert DEN Weg der Geschlechtsangleichung, während "Von Klaus zu Klaudia" MEINEN Weg schildert...

Einträge dazu folgen dann demnächst...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

Asexualität

Hallo zusammen,

schon vor längerem bin ich zufällig durch einen Bericht bei Polilux bei Aven gelandet, einer Seite über Asexualität:

http://www.asexuality.org/de/

"Asexualität - kein Verlangen nach sexueller Interaktion"
steht zur Erklärung dort.

Es geht dabei also um Menschen, die NICHT WOLLEN...
(und NICHT um Menschen die NICHT KÖNNEN...), die aber trotzdem oft eine Beziehung anstreben, nur eben ohne Sexualität.

Jetzt würde ich mich nicht als Asexuell definieren... schließlich waren mir früher sexuelle Gefühle auch nicht fremd...
Durch die Hormone und Anti-Androgene ist bei mir inzwischen aber sowohl das KÖNNEN als auch das WOLLEN kaum mehr vorhanden...
Derzeit wäre ich also kaum in der Lage zu einer sexuellen Beziehung und ich habe auch kein großes Verlangen danach...

Insofern bin ich also derzeit auch ziemlich Asexuell...
"Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" sozusagen... weil das nun mal eine Begleiterscheinung der Geschlechtsangleichung ist, daß ich meine Sexualität dafür aufgeben musste.
Aber das wusste ich ja vorher schon und habe es bewusst als Preis für ein Leben als Frau in kauf genommen...
Wie das nach einer eventuellen Operation ist, ob ich danach immer noch so asexuell wäre wie jetzt oder ob die Sexualität ein Stück weit zurückkommt, das ist die große Frage...

Dazu kommt, daß ich als TI-Frau es sowies sehr schwer haben werde jemals einen Partner zu finden.
Also selbst wenn die Sexualität nach einer eventuellen Operation zurückkommen würde, würde ich wahrscheinlich trotzdem zwangsweise weiter 'enthaltsam' leben...

Insofern hat mich das Thema Asexualität natürlich interessiert, weil ich mich, wie die Menschen dort und wie wohl so ziemlich jeder Mensch, nach Nähe sehne und mir eine Beziehung wünsche... wobei mir die Sexualität weniger wichtig ist...

Ob ich mir allerdings eine völlig asexuelle Beziehung vorstellen könnte, das weiss ich nicht...
Falls nach einer eventuellen Operation die sexuellen Gefühle doch zurückkehren sollten stelle ich mir das schwierig vor...
Wenn man jemand liebt und es nicht eine rein platonische Liebe ist, dann möchte man ihn doch auch körperlich lieben...

Na ja, für mich sind das bisher sowieso alles rein theoretische Überlegungen...
Ich bin ja schon froh, daß ich inzwischen Freunde habe.
Eine Beziehung ist für mich auch weiter weit und breit nicht in Sicht...

Viele Grüßle

Aurisa

Nachtrag:
Ich bin gestern durch Zufall über google wieder auf der Seite gelandet, weil dort jemand etwas über mich geschrieben hatte...
Darum komme ich jetzt wieder darauf.

GA 0.Teil: Bin ich Transident?

Hallo zusammen,
hier also wie angekündigt der erste Teil der Schilderung wie eine Geschlechtsangleichung (GA) abläuft.

Gedacht ist diese Rubrik "Die Geschlechtsangleichung" vor allem für Betroffen aber auch für alle anderen die sich für das Thema interessieren.

Ich werde die Teile dieser Rubrik voraussichtlich jeweils in einen allgemeinen Teil und in einen speziellen Teil, in dem ich die Betroffenen direkt anspreche einteilen.

ALLGEMEIN:
Ich habe diesen Eintrag als "0.Teil" bezeichnet, weil jeder sich VOR einer eventuellen Geschlechtsangleichung natürlich erstmal darüber klar werden muss, ob er überhaupt transident ist, oder nicht.
Da es bei der Transidentität um Gefühle geht, lässt sich diese Frage leider nicht so einfach beantworten...
Gefühle kann man nun mal nicht messen... obwohl es in der Gehirnforschung gewisse Ansätze in diese Richtung gibt...

Manche TI-Frauen wissen schon als kleines Kind, daß sie keine Jungen sondern Mädchen sind und verhalten sich auch entsprechend, so daß es auch für die Umwelt ganz klar ist (ob diese sie dann auch entsprechend behandelt ist eine ganz andere Frage...).
Kinder begreifen zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr, ob sie Jungen oder Mädchen sind.
Und bei vielen Transidenten stimmt das Geschlecht, als das sie sich emfinden dann eben nicht mit dem körperlichen überein...
Wenn dieses Geschlechtsempfinden dann stabil bleibt, dann stellt sich diesen Betroffenen die Frage ob sie Transident sind oder nicht gar nicht mehr... sie sind es einfach und wussten es immer schon...

Bei vielen anderen Transidenten ist das alles jedoch nicht so eindeutig... sie fühlen sich irgendwie fremd, anders als die anderen Kinder und verhalten sich auch anders, ohne das einordnen zu können...
Erst später, meisst in der Pubertät, manchmal noch später wird dann das Gefühl sich eigentlich als Frau zu fühlen klarer...
Für sie ist es wesentlich schwieriger sich darüber klar zu werden, ob sie wirklich TI sind oder stattdessen Transvestiten oder anderes...
Und ebenso wichtig und schwierig ist die Frage, ob dieser Drang so stark ist, daß sie die Geschlechtsangleichung unbedingt machen
'müssen-wollen' oder ob sie zurechtkommen ohne diesen schwerwiegenden Schritt zu tun...

SPEZIELL:
Wenn du als Betroffene schon als Kind wusstest, daß du trotz männlichem Körper ein Mädchen bist, herzlichen Glückwunsch! Dann stellt sich dir diese Frage, ob du TI bist oder nicht natürlich nicht mehr.
Ich hoffe du hattest und hast ein verständnisvolles Elternhaus und Umfeld... denn sonst war deine Kindheit und Jugend sicher sehr schwer...

Wenn du dagegen wie ich zu den 'Spätberufenen' ;) gehörst, dann kann ich dir nur raten auf deine Gefühl zu hören, dich mit anderen Betroffenen und Nichtbetroffenen auszutauschen und dich auszuprobieren...
Wenn du dich 'irgendwie anders' fühlst, dann kann das auch andere Ursachen haben, als Transidentität.
Gerade in der Pubertät ist man sehr unsicher... oft auch über seine eigene geschlechtliche Identität.
Ich kenne sehr viele Frauen (Männer reden selten über so etwas), die mir davon erzählt haben, daß sie sich in ihrem Frausein unsicher waren (oder auch noch sind) - und keine einzige davon ist deswegen Transident!
Und Männer sind manchmal auch ziemlich feminin... ohne deswegen gleich transident zu sein...
Und bei Männern stellt sich die Frage, ob sie nicht viel eher Transvestiten sind...
Da es nur ein paar zehntausend Transidente, aber vermutlich mehrere Millionen Transvestiten in Deutschland gibt liegt es nahe auch daran zu denken...
Die Phantasie Frau zu sein alleine ist noch kein Beweis dafür Transident zu sein!
Das ist etwas, was auch Transvestiten kennen...
Nein, wenn du wirklich Transident bist, dann muss auch der starke Wunsch dazukommen wirklich als Frau leben zu wollen - im ganz normalen Alltag und nicht nur im Fummel vor dem Spiegel! - UND die Bereitschaft dafür vieles zu tun und dafür auf vieles zu verzichten...
Nur weil es dich erregt, dich in Frauenkleidern zu sehen und dir vorzustellen du wärst eine Frau, bist du noch lange nicht Transident! Das ist eher typisch für Transvestiten... Das heisst aber auch nicht, daß du deswegen NICHT Transident bist, wenn dich dein eigener Anblich in Frauenkleidern erregt, schließlich bist du auch nur ein Mensch und hast sexuelle Bedürfnisse wie jeder andere auch...
Aber das ist eben gerade KEIN Beweise dafür, daß du Transident bist...
Ich kenne so jemand bei dem ich denke:
"Um gottes Willen! Der ist vielleicht ein Transvestit, aber nie im Leben transident!" - einfach weil ich so gar nichts frauliches an ihm finden kann...
Und ich fürchte, wenn er sich tatsächlich auf den Weg der Geschlechtsangleichung begibt, wird das ganz furchtbar schief gehen...
Also leg dich nicht vorschnell fest...
Nimm dir Zeit herauszufinden, was genau du bist... eine transidente Frau, ein Transvestit, ein femininer Mann oder irgendetwas dazwischen...
Es gibt da auch nicht nur schwarz und weiss sondern unzählige Grautöne dazwischen...
Vielleicht stellst du ja auch fest, daß du dich ein wenig Transident fühlst, aber nicht genug um den ganzen Weg zu gehen...
Dann such dir deine Nische irgendwo zwischen männlichem Transvestiten und weiblicher Transidenten!
Geh soweit du gehen musst, aber nicht weiter als für dich gut ist! Es gibt genügend Transgender auf dieser Welt, die sich ihr Leben irgendwo zwischen Mann und Frau eingerichtet haben.

Ja und um nun herauszufinden was genau du bist, rede mit anderen! Sprich mit deinen Freunden darüber, wenn du kannst... geh in eine Selbsthilfegruppe, die gibt es heute in fast jeder Großstadt, oder such dir im Internet anonym eine Möglichkeit dich mit anderen auszutauschen, wenn du dich noch nicht traust dich in deinem realen Leben zu öffnen...
Im Internet gibt es ja genügend Möglichkeiten dazu, seien es Chats, Foren oder eben Blogs...
Dabei ist es MINDESTENS ebenso hilfreich mit ganz normalen Menschen zu reden, wie mit anderen Betroffenen!
Auf diese Weise wirst du erfahren, wie du bei anderen Menschen 'rüberkommst'...
Wenn du die Rückmeldung bekommst, daß du in deinem (Schreib)Verhalten als weiblich wahrgenommen wirst: gut! So sollte es sein... Natürlich haben auch Frauen, wie jeder Mensch, auch männliche Anteile, aber wenn du dich als Frau fühlst, dann solltest du auch wie eine Frau empfinden und dein Verhalten von deinen Mitmenschen darum ÜBERWIEGEND auch als weiblich empfunden werden...
Wenn du dagegen ständig gesagt bekommst, daß du als sehr männlich-hart empfunden wirst, obwohl du als Frau auftrittst, dann sollte dir das zu denken geben...
In dem Fall liegt die Frage nahe ob du nicht doch eher ein Transvestit bist.
Es meinte mal jemand, er könne auf einer Transgender-Party ganz leicht erkenne, wer dort ein Transvestit ist und wer Transident... indem er einfach nur den Gesprächen zuhört...
*Transidente Frauen würden 'soziale' Gespräche führen, d.h. sie erkundigen sich, wie es ihrem Gesprächsparter geht, interessieren sich für ihn, hören ihm zu usw...
*Transvestiten dagegen hören wenig zu, sondern reden vor allem von sich, im Sinne von: Mein Haus, mein Auto, meine Jacht!
DAS ist ganz typisches männliches Verhalten... im Gegensatz zu dem typisch weiblichen oben bei den Transidenten...
Also achte mal darauf, wie und worüber du mit anderen
Menschen redest... Daran kann man wirklich ziemlich gut erkennen ob jemand Transvestit oder transidente Frau ist... wobei es auch Männer gibt, die eine weibliche Art mit anderen zu reden habe, ohne deswegen Transident zu sein... die oben erwähnten femininen Männer eben, die keinerlei Bedürfnis haben als Frau zu leben...

Ja und dann probier dich aus!
Geh als Frau unter die Menschen und achte darauf, wie sie auf dich reagieren!
Spätestens beim Alltagstest MUSST du das sowieso, wenn du wirklich den Weg der Geschlechtsangleichung gehen willst.
Je früher du damit anfängst desto besser...
Wie man das am besten macht, schildere ich dann beim Alltagstest, weil es Thematisch dorthin gehört.

Und vor allem: Nimm dir Zeit!
Das Geschlecht zu 'ändern' ist eine schwerwiegende Entscheidung. Sowas sollte man nicht vorschnell machen. Dafür musst du dir sicher sein, daß du wirklich Transident bist - und nicht irgendetwas anderes - und diesen Weg wirklich mit allen Konsequenzen gehen willst.
Und wenn du irgendwo auf diesem Weg zu dem Schluss kommst, daß du dich doch geeirrt hast, oder daß du den Weg doch nicht bis zum Ende gehen möchtest, dann scheu dich nicht alles rückgängig machen zu lassen bzw. dir den Rest der Geschlechtsangleichung zu ersparen!

Wenn du dir dagegen sicher bist, daß du TI bist, dann viel Glück auf diesem Weg!

Wie es weitergeht auf dem Weg der Geschlechtsangleichung wird hier demnächst in weiteren Einträgen geschildert.

Als nächstes folgt der Eintrag über den Antrag auf Vornamensänderung bei Gericht.

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment

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