Wie ich auf den Hund... äh die Transidentität kam ;)...
Hallo zusammen,
also so ganz unter uns, mir hat man auch nicht in der Wiege gesungen, daß ich mich mal entschliessen würde als Frau zu leben ;)...
Es gibt ja Transidente, die wissen schon im Kindergarten, daß sie eigentlich Mädchen sind...
Davon konnte bei mir keine Rede sein.
Natürlich wusste ich, daß ich ein Junge bin, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich mich jemals als Junge gefühlt habe... als Mädchen aber auch nicht...
Im Rückblick scheine ich damals weder zu dem einen noch zu anderen einen großen Bezug gehabt zu haben...
Aber das meisste was ich damals gedacht habe habe ich sowieso vergessen und das Gedächtnis ist sowieso trügerisch, darum will ich hier nicht weiter im Nebel der Vergangenheit stochern...
Ziemlich erstaunlich finde ich aber, daß ich, als ich mit 16 das erste mal von Transsexualität hörte (das Wort Transidentität habe ich sehr viel später gehört) sofort wusste, daß es das ist...
Ich musste nicht erst lange darüber nachdenken, sondern im Grunde wusste ich es im gleichen Moment, als ich zum ersten mal davon hörte daß ich Transsexuell bin...
Aber es sollte dann noch viele Jahre dauern, bis ich den Mut und die Kraft fand, diesen Weg auch zu gehen...
Es ist schon erstaunlich, wie man manche Dinge weiss, sich ganz sicher ist...
Und trotzdem gab es da immer auch Zweifel...
Bin ich wirklich Transident oder rede ich mir das nur ein?
Geht das überhaupt sich als Frau zu fühlen, obwohl man einen männlichen Körper hat oder macht man sich da nur was vor?
Und werden mich meine Mitmenschen als Frau akzeptieren oder werden sie finden ich sei überhaupt nicht weiblich, würde mich gar nicht wie eine Frau verhalten?
Es wundert mich nicht, daß ich diese Zweifel hatte.
Ich war immer schon ein sehr selbstkritischer Mensch und schließlich gibt es bisher keine Möglichkeit zu beweisen, daß jemand tatsächlich Transident ist...
Da war es für mich völlig normal, an mir zu zweifeln, mich zu fragen, ob ich da nicht vielleicht einem Hirngespinst nachjagte...
Der Verstand hatte immer Zweifel...
Aber das Gefühl sagte immer laut und deutlich: JA!
Ich war ja immer ein recht 'kopflastiger' Mensch, der Gefühlen kritisch gegenüberstand...
Mr. Spock war früher ein Vorbild für mich ;)...
Aber... so wichtig der Verstand auch ist... entscheidend für das was wir tun oder lassen sind in der Regel die Gefühle... die uns sagen was wichtig ist und was unwichtig ist, was gut oder schlecht, was richtig oder falsch...
Ein Mensch der keine Gefühle hat, dem alles gleich (un)wichtig ist, der ist nicht lebensfähig... weil wir mit dem Verstand alleine nicht in der Lage sind sinnvolle Entscheidungen zu treffen...
Es gibt Menschen mit Hirnschäden, die genau dieses Problem haben, daher wissen wir heute wie entscheidend Gefühle für Entscheidungen sind... und wie unwichtig der Verstand dabei oft ist...
Mr. Spock, der alle Entscheidungen der Logik überlässt und die Gefühle dabei ausschaltet, wäre im wirklichen Leben ein Fall für die Psychiatrie... der jemand brächte, der für ihn entscheidet, ob er Kaffee oder Tee zum Frühstück trinkt, ob er Marmelade oder Honig auf sein Frühstücksbrötchen nimmt... sonst würde er vor einem reich gedeckten Frühstückstisch verhungern, weil er nur mit dem Verstand allein keine Entscheidungen treffen kann...
Darum gibt es ja in den späteren Star-Trek-Folgen den Androiden Date, weil die Autoren der Serie erkannt haben, daß Spock etwas wesentliches fehlte...
Und darum strebt Data danach Gefühle zu bekommen, weil er das ebenfalls erkannt hat, daß er sie braucht, daß er ohne sie unvollständig und zu einem eigenständigen Leben nicht fähig ist... aber ich schweife ab...
Oh natürlich kann der Verstand bei manchen Entscheidungen helfen das für und wieder abzuwägen... aber entscheiden tun wir letztlich 'aus dem Bauch heraus'... gerade bei emotionalen Fragen...
Und wenn wir uns bei solchen emotionalen Fragen den Kopf anstelle des 'Bauches' entscheiden lassen, dann geht das in aller Regel gründlich schief...
Das musste ich erst lernen und habe ich erst durch die Transidentität gelernt, daß es bei solchen Dingen KEINE Rolle spielt, ob sie vernünftig sind oder nicht...
Ja natürlich ist es hochgradig unvernünftig als Frau leben zu wollen, wenn man mit einem Männerkörper geboren wurde!
Aber das spielt keine Rolle!
Wenn man sich als Frau fühlt, dann mag das so unvernünftig sein, wie es will... aber wenn man diesem Gefühl nicht nachgibt, sich weigert diesen Weg zu gehen, alles zu verdrängen versucht, dann schneidet man sich von einem Teil seiner selbst ab, amputiert und verleugnet einen Teil seiner Persönlichkeit, nimmt sich einen Teil der eigenen Lebendigkeit... und macht sich damit nur unglücklich...
Und als ich das endlich begriffen hatte, da habe ich verstanden, daß ich diesen Weg gehen muss, egal welche Zweifel mein Verstand auch hat, egal wie unvernünftig er das auch findet...
"Im Zweifel zwischen Verstand und Herzen - folgen dem Herzen!"
Und DAS ist ja eine sehr weibliche Sicht der Dinge...
Auf meine Gefühle zu hören... das habe ich erst durch die Transidentität gelernt... und erst als ich das gelernt hatte war ich bereit das zu tun, von dem ich doch schon so lange fühlte, daß es das einzig richtige für mich war...
Viele Grüßle
Aurisa
LINKS:
*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment
also so ganz unter uns, mir hat man auch nicht in der Wiege gesungen, daß ich mich mal entschliessen würde als Frau zu leben ;)...
Es gibt ja Transidente, die wissen schon im Kindergarten, daß sie eigentlich Mädchen sind...
Davon konnte bei mir keine Rede sein.
Natürlich wusste ich, daß ich ein Junge bin, aber ich kann mich nicht erinnern, daß ich mich jemals als Junge gefühlt habe... als Mädchen aber auch nicht...
Im Rückblick scheine ich damals weder zu dem einen noch zu anderen einen großen Bezug gehabt zu haben...
Aber das meisste was ich damals gedacht habe habe ich sowieso vergessen und das Gedächtnis ist sowieso trügerisch, darum will ich hier nicht weiter im Nebel der Vergangenheit stochern...
Ziemlich erstaunlich finde ich aber, daß ich, als ich mit 16 das erste mal von Transsexualität hörte (das Wort Transidentität habe ich sehr viel später gehört) sofort wusste, daß es das ist...
Ich musste nicht erst lange darüber nachdenken, sondern im Grunde wusste ich es im gleichen Moment, als ich zum ersten mal davon hörte daß ich Transsexuell bin...
Aber es sollte dann noch viele Jahre dauern, bis ich den Mut und die Kraft fand, diesen Weg auch zu gehen...
Es ist schon erstaunlich, wie man manche Dinge weiss, sich ganz sicher ist...
Und trotzdem gab es da immer auch Zweifel...
Bin ich wirklich Transident oder rede ich mir das nur ein?
Geht das überhaupt sich als Frau zu fühlen, obwohl man einen männlichen Körper hat oder macht man sich da nur was vor?
Und werden mich meine Mitmenschen als Frau akzeptieren oder werden sie finden ich sei überhaupt nicht weiblich, würde mich gar nicht wie eine Frau verhalten?
Es wundert mich nicht, daß ich diese Zweifel hatte.
Ich war immer schon ein sehr selbstkritischer Mensch und schließlich gibt es bisher keine Möglichkeit zu beweisen, daß jemand tatsächlich Transident ist...
Da war es für mich völlig normal, an mir zu zweifeln, mich zu fragen, ob ich da nicht vielleicht einem Hirngespinst nachjagte...
Der Verstand hatte immer Zweifel...
Aber das Gefühl sagte immer laut und deutlich: JA!
Ich war ja immer ein recht 'kopflastiger' Mensch, der Gefühlen kritisch gegenüberstand...
Mr. Spock war früher ein Vorbild für mich ;)...
Aber... so wichtig der Verstand auch ist... entscheidend für das was wir tun oder lassen sind in der Regel die Gefühle... die uns sagen was wichtig ist und was unwichtig ist, was gut oder schlecht, was richtig oder falsch...
Ein Mensch der keine Gefühle hat, dem alles gleich (un)wichtig ist, der ist nicht lebensfähig... weil wir mit dem Verstand alleine nicht in der Lage sind sinnvolle Entscheidungen zu treffen...
Es gibt Menschen mit Hirnschäden, die genau dieses Problem haben, daher wissen wir heute wie entscheidend Gefühle für Entscheidungen sind... und wie unwichtig der Verstand dabei oft ist...
Mr. Spock, der alle Entscheidungen der Logik überlässt und die Gefühle dabei ausschaltet, wäre im wirklichen Leben ein Fall für die Psychiatrie... der jemand brächte, der für ihn entscheidet, ob er Kaffee oder Tee zum Frühstück trinkt, ob er Marmelade oder Honig auf sein Frühstücksbrötchen nimmt... sonst würde er vor einem reich gedeckten Frühstückstisch verhungern, weil er nur mit dem Verstand allein keine Entscheidungen treffen kann...
Darum gibt es ja in den späteren Star-Trek-Folgen den Androiden Date, weil die Autoren der Serie erkannt haben, daß Spock etwas wesentliches fehlte...
Und darum strebt Data danach Gefühle zu bekommen, weil er das ebenfalls erkannt hat, daß er sie braucht, daß er ohne sie unvollständig und zu einem eigenständigen Leben nicht fähig ist... aber ich schweife ab...
Oh natürlich kann der Verstand bei manchen Entscheidungen helfen das für und wieder abzuwägen... aber entscheiden tun wir letztlich 'aus dem Bauch heraus'... gerade bei emotionalen Fragen...
Und wenn wir uns bei solchen emotionalen Fragen den Kopf anstelle des 'Bauches' entscheiden lassen, dann geht das in aller Regel gründlich schief...
Das musste ich erst lernen und habe ich erst durch die Transidentität gelernt, daß es bei solchen Dingen KEINE Rolle spielt, ob sie vernünftig sind oder nicht...
Ja natürlich ist es hochgradig unvernünftig als Frau leben zu wollen, wenn man mit einem Männerkörper geboren wurde!
Aber das spielt keine Rolle!
Wenn man sich als Frau fühlt, dann mag das so unvernünftig sein, wie es will... aber wenn man diesem Gefühl nicht nachgibt, sich weigert diesen Weg zu gehen, alles zu verdrängen versucht, dann schneidet man sich von einem Teil seiner selbst ab, amputiert und verleugnet einen Teil seiner Persönlichkeit, nimmt sich einen Teil der eigenen Lebendigkeit... und macht sich damit nur unglücklich...
Und als ich das endlich begriffen hatte, da habe ich verstanden, daß ich diesen Weg gehen muss, egal welche Zweifel mein Verstand auch hat, egal wie unvernünftig er das auch findet...
"Im Zweifel zwischen Verstand und Herzen - folgen dem Herzen!"
Und DAS ist ja eine sehr weibliche Sicht der Dinge...
Auf meine Gefühle zu hören... das habe ich erst durch die Transidentität gelernt... und erst als ich das gelernt hatte war ich bereit das zu tun, von dem ich doch schon so lange fühlte, daß es das einzig richtige für mich war...
Viele Grüßle
Aurisa
LINKS:
*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment
Aurisa - 14. Feb, 17:53