24.August 2003: Chatterparty
Hallo ihr alle :),
hier der Bericht von meinem kleinen Ausflug zur jährlichen Chatterclubparty.
1.TI-GRUPPENABEND:
Nachdem ich vorgestern ja schon die Vorbereitungen geschildert habe, ging ich am Freitag um 18:40 dann endlich los.
Ich hätte eigentlich noch Zeit gehabt, aber dummerweise war an diesem Abend auch das monatliche Treffen der Transidenten-Gruppe.
Weil mein Zug schon gegen 21:00 Uhr in S losfuhr, konnte ich an dem nicht bis zum Ende teilnehmen, aber ich hatte mich dazu entschieden, wenigstens kurz reinzuschauen, damit die anderen nicht glauben ich lasse sie im Stich ;). War dann nur ein 3/4 Stunde dort. Ich hätte wohl noch etwas länger bleiben können, aber so knapp wollte ich es nicht werden lassen, schließlich hatte ich mich auf den Zug festgelegt, und danach fuhr am Freitag auch gar keiner mehr Richtung Hamburg.
Das Thema des Gruppenabends war diesmal: Partnerschaft vor und nach der Operation. Sehr viel habe ich davon jetzt nicht mitbekommen, war aber auch nicht viel neues dabei. Bemerkenswert fand ich eigentlich nur folgendes: Es gibt Untersuchungen, daß Transidenten, die die Geschlechtsangleichung relativ früh machen lassen, so in den 20-ern, danach meisten heterosexuelle Partnerschaften haben, während 'spätenschlossene' nach der Angleichung meistens homosexuelle Partnerschaften eingehen.
Die Gruppenleiterin, die den Vortrag hielt, meinte der Grund dafür sei, daß das längere Leben in der Männerrolle bei denen die erst später Frau werden, Spuren hinterlassen hat, und es ihnen deshalb schwerer fällt, sich in einer Beziehung mit einem Mann einzulassen, und sie dann deshalb meistens lesbisch leben.
Ich halte das zwar für eine einleuchtende Erklärung, weiß aber nicht ob sie stimmt. Die erwähnten Untersuchungen waren mir auch schon vorher bekannt. Ich weiß aber leider nicht, ob die 'frühentschlossenen' Transidenten nicht von vorneherein eher auf Männer standen, während das bei den 'spätenschtlossenen' eher nicht der Fall ist. Möglicherweise tun sich ja Transidente die sowieso auf Männer stehen leichter damit, sich zur Geschlechtsangleichung zu entschließen, und gehen den Weg daher früher. Vielleicht haben Zeitpunkt der Angleichung und Geschlechtspartnerwahl ja auch eine gemeinsame, ganz andere Ursache...
In der Wisschenschaft gibt es ja immer VIER Möglichkeiten, wenn zwei Dinge zusammenzuhängen scheinen:
1.A ist die Ursache von B
2.B ist die Ursache von A
3.A und B sind die Folge einer gemeinsamen Ursache C (die oft völlig unbekannt ist, und übersehen wird...)
4.A und B haben gar keinen Zusammenhang, sonderen es scheint nur so.
Die Frage WAS davon denn nun zutrifft ist oft schwer zu beantworten, und einer der häufigsten Fehler ist, daß man Nr. 1 annimmt, ohne auch nur an die Möglichkeiten 2 bis 4 zu denken...
Was in diesem Fall zutrifft... keine Ahnung.
Soviel zum , für mich diesmal kurzen, TI-Gruppenabend.
2.HINFAHRT:
Gegen 21:00 Uhr fuhr dann mein Zug in S ab.
Vier von sechs Plätzen im Abteil waren besetzt (einer erst ab H), so daß es nicht ganz so eng herging. Außer mir waren noch ein älteres Ehepaar auf der Heimreise und eine einzelne Frau auf dem Weg in den Urlaub (auf Sylt) da. Geredet wurde aber nicht viel. Ich bin sowieso nicht der Typ, der leicht mit fremden Menschen in's Gespräch kommt.
Sehr 'toll' war, daß die Wagen mal wieder die reinste Sauna waren, trotz der schon späten Stunde, und das wurde nur ganz langsam besser. Also in Sachen klimatisierung hat die deutsche Bahn wirklich noch viel Nachholbedarf. Wie mag das erst vor ein paar Wochen bei der Affenhitze gewesen sein? Von den Temperaturen tagsüber gar nicht erst zu reden...
Bis nachts so um 1:00 hab ich dann erstmal gelesen, bis ich müde genug war, um mal einen schlafversuch zu wagen. Danach konnte ich dann so ne gute Stunde schlafen und dann zumindest noch eine Weile vor mich hindösen.
So weit so gut... das ging so bis morgends zwischen 4:00 und 5:00 Uhr. Dann standen wir mal wieder in einem Bahnhof rum, nur daß diesmal nix weiterging.
War wohl in Dortmund. Jedenfalls hätte niemand eine Ahnung gehabt, warum es nicht weitergeht, wenn nicht der Mann des Ehepaares den Schaffner gefragt hätte.
Das ist auch so ein nerviger Punkt bei der Bahn. Kaum jemals wird einem gesagt, wenn es Probleme gibt, schon gar nicht, welche und wie lange es dauern wird. Wer nicht fragt hat Pech gehabt. Fahrpläne lagen in diesem Zug auch nicht aus, und mir habe sie am Bahnhof natürlich nur die Zeiten für die Start- und Zielbahnhöfe ausgedruckt, so daß ich weder wußte, welche Strecke wir überhaupt fahren (wie gesagt, sonst lagen immer dies Faltblättchen aus, wo das drin steht, ich hatte also keinen Anlass mich vorher danach zu erkundigen), noch wußte ich, ob wir eventuell Verspätung haben. Man hängt da dann ziemlich in der Luft.
Jedenfalls hatte wir dank diverser Streckenschleichereien inzwischen wohl schon so eine halbe Stunde Verspätung, ja und nun hieß es auch noch, wir müßten auf einen Zug aus Paris warten, der eine Stunde verspätet war... Der Nachtzug in dem ich war bestand nämlich aus zwei Hälften. Die eine Hälfte ging nach Hamburg, die andere nach Berlin, und in Dortmund wo wir standen sollten die getrennt werden. Der Witz an der Sache war jetzt, daß wir auf den Zug aus Paris warten mußten, weil der wohl ebenso aus zwei Hälften für Hamburg und Berlin bestand, die hier auseinandergekoppelt und mit den passenden Hälften unseres Zuges zusammengespannt werden sollten, und vorher ging nichts weiter.
So weit, so schlecht, nur ging mein Anschlußzug in Hamburg nach Winsen schon 35 Minuten nach der Ankunft des Nachtzuges dort, und mit einer Stunde Verspätung war der nicht mehr zu erreichen. Ja und dann hätte ich ein echtes Problem. Ich sollte ja um 8:00 Uhr in Winsen abgeholt werden, weil am Samstag keinerlei öffentliche Verkehrsmittel mehr in diesen Teil der Heide fahren, in dem die Chatterparty stattfindet. Sicher würde später auch noch ein anderer Zug nach Winsen fahren, aber wann? Und ob dann dort noch jemand auf mich warten würde? Ich hatte zwar die Telefonnummer des Clubgründers und Partyausrichters, aber ob der morgends überhaupt zuhause war?`Sonst hatte ich nur noch die Handynummer von Anke, aber was wenn sie ihr Handy vergessen oder ausgeschaltet hatte? Ich schickte ihr dann auch gleich eine SMS, und konnte dann nur noch hoffen... Um mit einem Taxi von Winsen dorthin zu fahren ist es zu weit, so 30 Kilometer etwa, dazu wußte ich nicht mal wo die Party genau stattfinden soll. Sprich wenn ich den Anschluss verpasse kann ich schlimmstenfalls unverrichteter Dinge wieder heim fahren, nachdem ich bis 22:00 Uhr dumm am Bahnhof herumgestanten bin :(.
Dementsprechend unruhig war ich. An Schlaf war da nicht mehr zu denken. Nachdem das ältere Ehepaar in Osnabrück den Zug verlassen hatte kam ich dann über den Ärger mit der ewig verspäteten Bahn mit der alleinreisenden Frau ins Gespräch. Auch sie mußte befürchten ihre Anschlusszüge zu verpassen und in ihrem Fall dann drei Stunden auf den nächsten warten zu müssen.
Auch das ist wieder ein ganz deutlicher Unterschied zu dem Klaus von früher. Er (ich spreche jetzt einfach mal als 'er' und Klaus von 'ihm', um den Unterschied zu heute klarer zu machen), also er wäre nie mit dieser Frau ins Gespräch gekommen, Klaudia schon, und ich finde den Unterschied sehr befreiend. Auch wenn ich immer noch lange nicht so locker im Umgang mit Fremden bin, wie andere, im Vergleich zu dem Klaus von früher ist es schon ein sehr großer Unterschied. Ich habe sie später sogar gebeten kurz auf meinen Rucksack aufzupassen, weil ich mich eben umziehen gehen wollte. Es hatte vor Hamburg geregnet, und war deutlich kühler geworden, viel kühler als bei uns im immer noch schwülen Süden deutschlands. Zum Glück hatte ich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, und mir was zusätzliches zum Anziehen mitgenommen. Ich hatte mich schon mal bei bestem Wetter mit einer Chatbekannten verabredet, auf halbem Wege fing es dann an zu schneien, und bei Würzburg lagen dann 20 oder mehr Zentimeter Neuschnee... Was habe ich gefroren beim Warten auf den Bahnhöfen, bei der Rückfahrt... Die Wettervorhersage vorher war natürlich völlig falsch gewesen.
Also diesmal den schönen roten Rock aus, und meinen schwarzen Lieblingsrock an, den hatte ich mit, weil ich mir für solche Fälle meine Leggins mit Zebramuster mitgenommen habe, und die passen nicht zum roten Rock. Sieht ziemlich frech aus ;), und wärmt... Dazu noch ein Jäckchen... und gut.
Um die Spannung nicht ins unerträgliche steigen zu lassen ;). Nach einer längeren Zitterpartie, und nachdem der Lokführer ordentlich Strom gegeben hatte, reichte es schließlich doch noch gerade so für meinen Anschlusszug... PUH!
HINWEIS: wird fortgesetzt, hm... ich denke für die Fortsetzung schreibe ich einen eigenen Eintrag, sonst wird das wieder so ein Endloseintrag hier ;).
LINKS:
*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment
hier der Bericht von meinem kleinen Ausflug zur jährlichen Chatterclubparty.
1.TI-GRUPPENABEND:
Nachdem ich vorgestern ja schon die Vorbereitungen geschildert habe, ging ich am Freitag um 18:40 dann endlich los.
Ich hätte eigentlich noch Zeit gehabt, aber dummerweise war an diesem Abend auch das monatliche Treffen der Transidenten-Gruppe.
Weil mein Zug schon gegen 21:00 Uhr in S losfuhr, konnte ich an dem nicht bis zum Ende teilnehmen, aber ich hatte mich dazu entschieden, wenigstens kurz reinzuschauen, damit die anderen nicht glauben ich lasse sie im Stich ;). War dann nur ein 3/4 Stunde dort. Ich hätte wohl noch etwas länger bleiben können, aber so knapp wollte ich es nicht werden lassen, schließlich hatte ich mich auf den Zug festgelegt, und danach fuhr am Freitag auch gar keiner mehr Richtung Hamburg.
Das Thema des Gruppenabends war diesmal: Partnerschaft vor und nach der Operation. Sehr viel habe ich davon jetzt nicht mitbekommen, war aber auch nicht viel neues dabei. Bemerkenswert fand ich eigentlich nur folgendes: Es gibt Untersuchungen, daß Transidenten, die die Geschlechtsangleichung relativ früh machen lassen, so in den 20-ern, danach meisten heterosexuelle Partnerschaften haben, während 'spätenschlossene' nach der Angleichung meistens homosexuelle Partnerschaften eingehen.
Die Gruppenleiterin, die den Vortrag hielt, meinte der Grund dafür sei, daß das längere Leben in der Männerrolle bei denen die erst später Frau werden, Spuren hinterlassen hat, und es ihnen deshalb schwerer fällt, sich in einer Beziehung mit einem Mann einzulassen, und sie dann deshalb meistens lesbisch leben.
Ich halte das zwar für eine einleuchtende Erklärung, weiß aber nicht ob sie stimmt. Die erwähnten Untersuchungen waren mir auch schon vorher bekannt. Ich weiß aber leider nicht, ob die 'frühentschlossenen' Transidenten nicht von vorneherein eher auf Männer standen, während das bei den 'spätenschtlossenen' eher nicht der Fall ist. Möglicherweise tun sich ja Transidente die sowieso auf Männer stehen leichter damit, sich zur Geschlechtsangleichung zu entschließen, und gehen den Weg daher früher. Vielleicht haben Zeitpunkt der Angleichung und Geschlechtspartnerwahl ja auch eine gemeinsame, ganz andere Ursache...
In der Wisschenschaft gibt es ja immer VIER Möglichkeiten, wenn zwei Dinge zusammenzuhängen scheinen:
1.A ist die Ursache von B
2.B ist die Ursache von A
3.A und B sind die Folge einer gemeinsamen Ursache C (die oft völlig unbekannt ist, und übersehen wird...)
4.A und B haben gar keinen Zusammenhang, sonderen es scheint nur so.
Die Frage WAS davon denn nun zutrifft ist oft schwer zu beantworten, und einer der häufigsten Fehler ist, daß man Nr. 1 annimmt, ohne auch nur an die Möglichkeiten 2 bis 4 zu denken...
Was in diesem Fall zutrifft... keine Ahnung.
Soviel zum , für mich diesmal kurzen, TI-Gruppenabend.
2.HINFAHRT:
Gegen 21:00 Uhr fuhr dann mein Zug in S ab.
Vier von sechs Plätzen im Abteil waren besetzt (einer erst ab H), so daß es nicht ganz so eng herging. Außer mir waren noch ein älteres Ehepaar auf der Heimreise und eine einzelne Frau auf dem Weg in den Urlaub (auf Sylt) da. Geredet wurde aber nicht viel. Ich bin sowieso nicht der Typ, der leicht mit fremden Menschen in's Gespräch kommt.
Sehr 'toll' war, daß die Wagen mal wieder die reinste Sauna waren, trotz der schon späten Stunde, und das wurde nur ganz langsam besser. Also in Sachen klimatisierung hat die deutsche Bahn wirklich noch viel Nachholbedarf. Wie mag das erst vor ein paar Wochen bei der Affenhitze gewesen sein? Von den Temperaturen tagsüber gar nicht erst zu reden...
Bis nachts so um 1:00 hab ich dann erstmal gelesen, bis ich müde genug war, um mal einen schlafversuch zu wagen. Danach konnte ich dann so ne gute Stunde schlafen und dann zumindest noch eine Weile vor mich hindösen.
So weit so gut... das ging so bis morgends zwischen 4:00 und 5:00 Uhr. Dann standen wir mal wieder in einem Bahnhof rum, nur daß diesmal nix weiterging.
War wohl in Dortmund. Jedenfalls hätte niemand eine Ahnung gehabt, warum es nicht weitergeht, wenn nicht der Mann des Ehepaares den Schaffner gefragt hätte.
Das ist auch so ein nerviger Punkt bei der Bahn. Kaum jemals wird einem gesagt, wenn es Probleme gibt, schon gar nicht, welche und wie lange es dauern wird. Wer nicht fragt hat Pech gehabt. Fahrpläne lagen in diesem Zug auch nicht aus, und mir habe sie am Bahnhof natürlich nur die Zeiten für die Start- und Zielbahnhöfe ausgedruckt, so daß ich weder wußte, welche Strecke wir überhaupt fahren (wie gesagt, sonst lagen immer dies Faltblättchen aus, wo das drin steht, ich hatte also keinen Anlass mich vorher danach zu erkundigen), noch wußte ich, ob wir eventuell Verspätung haben. Man hängt da dann ziemlich in der Luft.
Jedenfalls hatte wir dank diverser Streckenschleichereien inzwischen wohl schon so eine halbe Stunde Verspätung, ja und nun hieß es auch noch, wir müßten auf einen Zug aus Paris warten, der eine Stunde verspätet war... Der Nachtzug in dem ich war bestand nämlich aus zwei Hälften. Die eine Hälfte ging nach Hamburg, die andere nach Berlin, und in Dortmund wo wir standen sollten die getrennt werden. Der Witz an der Sache war jetzt, daß wir auf den Zug aus Paris warten mußten, weil der wohl ebenso aus zwei Hälften für Hamburg und Berlin bestand, die hier auseinandergekoppelt und mit den passenden Hälften unseres Zuges zusammengespannt werden sollten, und vorher ging nichts weiter.
So weit, so schlecht, nur ging mein Anschlußzug in Hamburg nach Winsen schon 35 Minuten nach der Ankunft des Nachtzuges dort, und mit einer Stunde Verspätung war der nicht mehr zu erreichen. Ja und dann hätte ich ein echtes Problem. Ich sollte ja um 8:00 Uhr in Winsen abgeholt werden, weil am Samstag keinerlei öffentliche Verkehrsmittel mehr in diesen Teil der Heide fahren, in dem die Chatterparty stattfindet. Sicher würde später auch noch ein anderer Zug nach Winsen fahren, aber wann? Und ob dann dort noch jemand auf mich warten würde? Ich hatte zwar die Telefonnummer des Clubgründers und Partyausrichters, aber ob der morgends überhaupt zuhause war?`Sonst hatte ich nur noch die Handynummer von Anke, aber was wenn sie ihr Handy vergessen oder ausgeschaltet hatte? Ich schickte ihr dann auch gleich eine SMS, und konnte dann nur noch hoffen... Um mit einem Taxi von Winsen dorthin zu fahren ist es zu weit, so 30 Kilometer etwa, dazu wußte ich nicht mal wo die Party genau stattfinden soll. Sprich wenn ich den Anschluss verpasse kann ich schlimmstenfalls unverrichteter Dinge wieder heim fahren, nachdem ich bis 22:00 Uhr dumm am Bahnhof herumgestanten bin :(.
Dementsprechend unruhig war ich. An Schlaf war da nicht mehr zu denken. Nachdem das ältere Ehepaar in Osnabrück den Zug verlassen hatte kam ich dann über den Ärger mit der ewig verspäteten Bahn mit der alleinreisenden Frau ins Gespräch. Auch sie mußte befürchten ihre Anschlusszüge zu verpassen und in ihrem Fall dann drei Stunden auf den nächsten warten zu müssen.
Auch das ist wieder ein ganz deutlicher Unterschied zu dem Klaus von früher. Er (ich spreche jetzt einfach mal als 'er' und Klaus von 'ihm', um den Unterschied zu heute klarer zu machen), also er wäre nie mit dieser Frau ins Gespräch gekommen, Klaudia schon, und ich finde den Unterschied sehr befreiend. Auch wenn ich immer noch lange nicht so locker im Umgang mit Fremden bin, wie andere, im Vergleich zu dem Klaus von früher ist es schon ein sehr großer Unterschied. Ich habe sie später sogar gebeten kurz auf meinen Rucksack aufzupassen, weil ich mich eben umziehen gehen wollte. Es hatte vor Hamburg geregnet, und war deutlich kühler geworden, viel kühler als bei uns im immer noch schwülen Süden deutschlands. Zum Glück hatte ich aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, und mir was zusätzliches zum Anziehen mitgenommen. Ich hatte mich schon mal bei bestem Wetter mit einer Chatbekannten verabredet, auf halbem Wege fing es dann an zu schneien, und bei Würzburg lagen dann 20 oder mehr Zentimeter Neuschnee... Was habe ich gefroren beim Warten auf den Bahnhöfen, bei der Rückfahrt... Die Wettervorhersage vorher war natürlich völlig falsch gewesen.
Also diesmal den schönen roten Rock aus, und meinen schwarzen Lieblingsrock an, den hatte ich mit, weil ich mir für solche Fälle meine Leggins mit Zebramuster mitgenommen habe, und die passen nicht zum roten Rock. Sieht ziemlich frech aus ;), und wärmt... Dazu noch ein Jäckchen... und gut.
Um die Spannung nicht ins unerträgliche steigen zu lassen ;). Nach einer längeren Zitterpartie, und nachdem der Lokführer ordentlich Strom gegeben hatte, reichte es schließlich doch noch gerade so für meinen Anschlusszug... PUH!
HINWEIS: wird fortgesetzt, hm... ich denke für die Fortsetzung schreibe ich einen eigenen Eintrag, sonst wird das wieder so ein Endloseintrag hier ;).
LINKS:
*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/comment
Aurisa - 9. Feb, 13:50
Vielleicht haben Zeitpunkt der Angleichung und Geschlechtspartnerwahl ja auch eine gemeinsame, ganz andere Ursache...
In der Wisschenschaft gibt es ja immer VIER Möglichkeiten, wenn zwei Dinge zusammenzuhängen scheinen:
1.A ist die Ursache von B
2.B ist die Ursache von A
3.A und B sind die Folge einer gemeinsamen Ursache C (die oft völlig unbekannt ist, und übersehen wird...)
4.A und B haben gar keinen Zusammenhang, sonderen es scheint nur so.
Ich denke, in dem Fall wäre es 4., es gibt da an sich überhaupt keinen Zusammenhang zwischen der Geschlechtsidentität und der sexuellen Orientierung...
Zumindest keinen zwangsläufigen...
Vielleicht gehen manche TS ja auch deswegen eine dann nach der Geschlechtsangleichung heterosexuelle Partnerschaft ein, um dann "normal" wie andere Menschen auch zu leben, um halt nicht (auch noch) durch eine homosexuelle Beziehung aufzufallen...
Natürlich muß das nicht so sein, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, daß sich einige erst als z.B. "normale" Frau sehen können, wenn sie mit einem Mann zusammen leben...
Als mir am Anfang klar wurde, daß ich eine Transe bin, und ich das für mich akzeptieren konnte; hätte ich mir trotzdem niemals eine homosexuelle Beziehung für mich vorstellen können... Aber inzwischen sehe ich das alles ganz anders, und gehe davon aus, daß ich immer auf Frauen als Partnerinnen stehen werde, egal, wie ich letztendlich mal selber lebe...
Und nur, um den Anschein von "Normalität" vor anderen zu wahren, werde ich mir ganz sicher keinen Mann anlachen... Das wäre genauso, als wenn ich krampfhaft versuchen würde, als "richtiger" Mann zu leben, und zu leugnen, daß ich nun mal eine Transe bin... Ne, ohne mich...
Grüße
Lena-Svenja
ich bin natürlich deiner Meinung, daß sexuelle Orientierung und Geschlechsidentität erstmal zwei völlig verschiedene Dinge sind...
Allerdings bin ich mir da nicht so ganz sicher, ob es da wirklich überhaupt keine Zusammenhänge zwischen beiden gibt...
Ich habe einfach schon von zu vielen TI-Frauen gehört, die früher als 'Mann' nur auf Frauen standen... und nach der Geschlechtsangleichung dann auf Männer...
Bei mir war das ja so, daß ich mich früher auch nur für Frauen interessiert habe und mir mir Männern überhaupt nichts hätte vorstellen können...
Es war nicht mal so, daß sie mich abgestoßen hätten, sondern ich kam nichtmal auf die Idee... weil sie mich einfach überhaupt nicht interessiert haben...
Ja und irgendwann hat sich das bei mir gewandelt... nicht von heute auf morgen, sondern ganz allmählich...
und das viele Jahre VOR der Geschlechtsangleichung...
Darum kann ich auch ausschließen, daß dieser 'Sinneswandel' an den Östrogenen liegt...
Lange Zeit wusste ich dann nicht so recht, wie ich mir denn meine Beziehungszukunft vorstelle nach der Geschlechtsangleichung... ob mit Männern oder mit Frauen... und da ich ja keinerleid sexuelle Erfahrungen hatte blieb es lange unklar, ob ich mir wirklich vorstellen kann mit Männern zu schlafen... oder doch mit Frauen...
Inzwischen hatte ich ja aber die Gelegenheit diese Frage...äh experimentell ;) zu klären...
Und nach meiner ersten, wenn leider auch nur kurzen Beziehung mit F kann ich jetzt ganz klar sagen, daß ich mir eine Beziehung mit einem Mann nicht nur vorstellen kann sondern mir das auch wünsche...
Frauen finde ich zwar auch weiter attraktiv... aber eine sexuelle Beziehung... nein das reizt mich nicht mehr...
Ich steh halt doch mehr auf den traditionellen Schlüssel-Schloss-Sex ;)... und darum hätte ich mir früher als 'Mann' noch eine Beziehung zu einer Frau vorstellen können... aber je mehr ich innerlich von meinem alten Leben abschied genommen hatte umso weniger konnte ich mir vorstellen auf männliche Weise in eine Frau einzudringen...
Und lesbischen 'Blümchensex' ;) finde ich irgendwie keine sonderlich attraktive Vorstellung...
Jedenfalls... du kannst mir glauben, ich suche ganz bestimmt NICHT darum einen Partner, nur um der Umwelt den Eindruck einer normalen hetero-Beziehung zu vermitteln!
Das ist mir ehrlich gesagt ziemlich wurscht, was die lieben Mitmenschen darüber denken mit wem ich schlafe ;)...
Nein ich wünsche mir inzwischen einen Mann als Partner, weil ich darauf wirklich stehe... so wenig ich mir das vor 20 Jahren auch hätte vorstellen können... es ist heute so!
Viele Grüße
Aurisa
Natürlich geht es mir dabei nicht nur um die sexuellen Aspekte ;)... nein mindestens genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger ist etwas anderes...
Nämlich, wie ich mich in so einer Beziehung fühlen würde...
Mit einer Frau würde ich mich da wohl ziemlich unwohl fühlen... weil ich da immer das Gefühl hätte, in einer lesbischen Beziehung in die männliche Rolle gedrängt zu werden... die ich ja gerade nicht leben kann und will!
Ich wünsche mir ja gerade, daß ich auch in einer Beziehung Frau sein darf... nicht nur in der Sexualität sondern in jeder Beziehung...
Ich bin ja sicher keine schwache Persönlichkeit... aber trotzdem wünsche ich mir beispielsweise eine starke Schulter zum anlehnen... und was Frau sich halt sonst noch so von einem Mann wünscht :)... und ich kann mir nicht vorstellen, das bei einer anderen Frau zu finden...
Viele Grüße
Aurisa