Frankensteins Monster

Hallo zusammen,
ihr alle kennt sicher das Monster, das Dr. Frankenstein erschaffen hat. Wahrscheinlich habt ihr auch schon Filme darüber gesehen in denen das böse Monster sein Unwesen treibt...

Allerdings... eigentlich ist es ja etwas anders...
Ich kenne auch das Buch, also das Original und wenn man das liest, dann stellt man fest, daß das ach so 'böse Monster' eigentlich gar nicht böse ist... jedenfalls anfangs nicht...

Anfangs, nach seiner Erschaffung durch Dr. Frankenstein, da sucht es nach Nähe, nach Kontakt, nach Freundschaft und Liebe zu den Menschen...
und wird aufgrunde seines Äußeren zurückgewiesen...
nicht weil es ein Monster ist... sondern weil die Menschen es für ein Monster HALTEN...

Erst dadurch, erst durch die ständigen Zurückweisungen, wird es dann tatsächlich böse... benimmt sich schließlich wirklich wie ein Monster,
weil es so behandelt wurde, als wäre es eines!

Ja und manchmal, da fühle ich mich wie frankensteins Monster... weil ich wegen meiner Transsexualität oft so behandelt werde, als wäre ich genau das:
ein böses Monster...

Wer mich kennt, der weiss, daß das absoluter Blödsinn ist... Ich bin abgesehen natürlich von der Transsexualität, ziemlich normal. Ich bin weder gewalttätig - ich habe in meinem ganzen Leben noch nie jemand geschlagen - noch habe ich irgendwelche perverse Neigungen...
Im Gegenteil... ich habe unzählige male zu hören bekommen, ich sei nett...
Und von den Menschen, die mich kennen, hat praktisch niemand ein Problem mit mir...

Aber genau das ja der Haken an der Sache...
Die meissten Menschen, die mich KENNEN, mögen mich auch und der Rest hat - mit ganz wenigen Ausnahmen - zumindest kein Problem mit mir oder meiner Transsexualität...

Aber diejenigen, die mich NICHT kennen... die behandeln mich meisstens gerade so, als wäre ich frankensteins Monster, sobald ich die Transsexualität auch nur erwähne... und das obwohl ich ansonsten nicht nur ziemlich normal bin sondern auch ziemlich normal aussehe... - das gilt zumindest, wenn ich jemand über das Internet kennenlerne... (im wirklichen Leben macht es mir weniger meine Transsexualität sondern vor allem meine Introvertiertheit es ziemlich schwer neue Menschen kennenzulernen...).

Sobald ich die Transsexualtität auch nur erwähne, höre ich von den meissten nie wieder etwas...

Und dadurch bekomme ich natürlich nie auch nur eine Chance sie kennenzulernen... und sie nehmen sich dadurch die Möglichkeit mich kennenzulernen und festzustellen, daß ich eben KEIN Monster bin... für das mich offenbar viele NUR wegen meiner Transsexualität zu halten scheinen...

Würden sie mich länger kennenlernen, dann würde es ihnen gehen wie hunderten von Menschen die mich in den letzten Jahren erst im Chat und später beim bloggen kennengelernt haben... und von denen die allermeissten mich sympathisch fanden...
Aber genau diese Zeit habe ich leider nicht... denn in diesen Kontaktbörsen wo man Freizeitpartner u.ä. suchen kann geht es ja gerade darum reale Kontakte zu finden... und das geht relativ schnell... ZU schnell offenbar um Vertrauen wachsen zu lassen...

Und ich habe wirklich schon alles mögliche versucht...
Ich habe probiert, es gleich zu sagen, daß ich Transsexuell bin, ich habe versucht es nebenbei zu erwähnen, als wäre es gar nicht wichtig, ich habe versucht es den Leuten schonend beizubringen, ich habe versucht Vertrauen zu schaffen, indem ich von mir aus möglichst viel preis gegeben habe (Telefonnummern, wo ich wohne und arbeite etc.) und ich habe es immer und immer wieder mit Erklärungen versucht...

Aber völlig egal, was immer ich auch mache, das Ergebnis ist immer dasselbe:
Sobald ich die Transsexualität auch nur erwähne höre ich von den allermeissten nie wieder etwas...

Oh ja, ich kann sehr gut verstehen, wie frankensteins Monster sich gefühlt haben muss... und ich kann auch verstehen, warum es deshalb bösartig geworden ist...

Man könnte schon den glauben an die Menschen verlieren, wenn man so etwas immer und immer wieder erleben muss...
Ich kenne das jetzt ja schon seit etlichen Jahren...

Aber ich bin nicht frankensteins Monster...
Ich bin überhaupt kein Monster... und auch nicht bösartig... und das werde ich auch nicht werden, trotz allem...

Ich werde deswegen nicht verbittert werden.
Ich werde mich auch nicht zurückziehen, resignieren, aufgeben...
Und ich werde deswegen auch nicht anfangen zu glauben, daß die meissten Menschen schlecht sind... weil so viele sich mir gegenüber so verhalten...

Stattdessen werde ich auch weiter nach Freunden suchen...
Ich habe schon welche gefunden, ich werde auch noch mehr finden...
Und ich werde trotz allem weiter an das Gute in jedem Menschen glauben daran, daß die allermeissten Menschen nicht böse sind... sondern nur ängstlich und unwissend...

Und (auch) darum werde ich hier weiterbloggen... weil es offenbar noch längst nicht selbstverständlich ist, daß transsexuelle Menschen keine Monster sind... weil es da noch viel zu erklären und aufzuklären gibt...
Auch darum führe ich ja dieses Blog, um ein klein wenig die Vorurteile gegen Transsexuelle abzubauen und zu zeigen, daß wir keine Monster sind... sondern (fast) ganz normale Menschen, wie alle anderen auch...

Viele Grüßle

Aurisa
Shania - 28. Mrz, 14:41

Kontaktboersen sind in der Regel ziemlich oberflaechig ... warum nicht einfach eine Anzeige in der Tageszeitung schalten ... dann bekommt du Briefe/Emails und das Tempo geht dann wesentlich langsamer voran als bei diesen ominoesen Kontaktboersen ... *drueck dich* ...

Aurisa - 28. Mrz, 15:10

Ach Shania...
das mit den selber Anzeigen aufgeben, oder auf die Anzeigen von anderen in der Zeitung antworten...
Das habe ich schon X-mal versucht in den letzten Jahren... mit obigem Ergebnis...
Dann doch lieber gleich über das Internet... Da muss man zumindest nicht so lange warten, bis man wieder enttäuscht wird...
Liebe Grüße und *drücker*
Aurisa
Shania - 29. Mrz, 13:39

*hmpf*
was hast du nur fuer 'komische' Leute bei dir in der Ecke ... *mit den Augen roll* *dich ganz lieb drueck* *SahniBussi*
Aurisa - 29. Mrz, 13:47

Glaubst du wirklich anderswo in Deutschland wäre es besser Shania...?
Vielleicht gibt es ja Gegenden in dieser Welt, wo die Menschen ein wenig toleranter sind... aber das sind sicher nicht viele...
Wie ich schon geschrieben habe:
Wenn mich die Menschen erstmal ein wenig länger kennen, dann haben sie auch kein Problem mehr mit mir und meiner TI...
Das habe ich im Chat unzählige male erlebt, wo ich ja die meisste Zeit einfach nur als Frau und nicht als TI unterwegs war... und ich glaube von so ziemlich allen (jedenfalls den Frauen, bei den Männern ist das eine andere Geschichte...) habe ich, wenn ich mich dann irgendwann geoutet habe zu hören bekommen:
"Ich mag dich - als Mensch, egal ob Frau oder sonstwas" oder ähnliches...
Aber bei solchen Kontaktbörsen oder Kontaktanzeigen fehlt mir leider gottes genau diese Zeit, die Zeit sich erstmal virtuell zu beschnuppern, bevor ich mich oute... und dann bekomme ich immer wieder so eine Reaktion, bzw. eben dann GAR KEINE Reaktion mehr...
Danke dir für's drücken.
Liebes Grüßle
Aurisa
Schreibmaschinist_Jon - 28. Mrz, 17:41

Vielleicht kennst du den Film von David Lynch "Der Elefantenmensch", in dem ebendiese Problematik noch eindeutiger thematisiert wird.
Jeder, der in irgendeiner Form von der Norm abweicht, gilt dem oberflächlichen und engstirnigen Menschen als eine Art Freak, ein schaurig-schönes Monster, das man besser aus sicherem Abstand begafft.
Wie weit diese Normierung in den USA geht:
Eine Bekannte von mir hatte einen amerikanischen Lover, der ihr sagte, dass sie in den USA als Freak gelten würde, weil sie kein Auto besäße.
Eine Jura-Studentin, die ein einjähriges Praktikum in den USA gemacht hatte, erzählte mir, dass "hässlichen" Klienten, also Personen, die nicht der landesüblichen Attraktivitäts-Norm entsprachen, dringend davon abgeraten würde, einen Prozess anzustrengen, selbst wenn sie eigentlich im Recht wären, da die Geschworenen sie und damit ihr Ansinnen ablehnen würden und sie den Prozess deshalb verlieren würden.
Lass Dich nicht unterkriegen!!!

Aurisa - 28. Mrz, 18:00

Hallo Jon,
oh ja, den Film kenne ich.
Und wer so aussieht, der kann einem wirklich nur leid tun... vor allem wegen den Reaktionen der 'lieben' Mitmenschen... Im Vergleich dazu bin ich noch gut dran... Ich werde nur ganz selten auf offener Straße angegafft, ausgelacht oder dumm angemacht...
Und ja, genau das mit der Normabweichung sagt mir Anja auch immer...
Sie entspricht auch nicht gerade der deutschen Durchschnittsnorm (wie immer man die auch definieren mag...) und wird, weil sie immer noch so jung aussieht von vielen für jung und dumm gehalten... und erntet dann immer blöde Blicke, weil jemand 'in ihrem Alter' schon ein so großes Kind hat...
Und sie meint dann immer, daß jeder, der irgendwie aus dem Rahmen fällt mit solchen Reaktionen leben muss... und daß ich darüber stehen sollte...
Das mit den USA ist allerdings schon sehr krass. Das höre ich jetzt auch zum ersten mal.
Es ist ja nichts neues, daß schöne Menschen Vorteile im Leben haben - was sie meisst leugnen oder herunterspielen, obwohl das wissenschaftlich längst nachgewiesen ist - aber, daß man als 'Hässliche(r)' sogar Prozesse nur deswegen verliert... das ist schon heftig...
Da braucht man sich nicht mehr zu wundern, daß Schönheitsoperationen boomen....
Wo soll das noch alles hinführen...?
Aber nein unterkriegen werde ich mich nicht lassen...
Das kämpfen habe ich inzwischen ja gelernt...
Viele Grüßle
Aurisa
Schreibmaschinist_Jon - 28. Mrz, 18:50

Die absolute Spitze war eine Dokumentation, die merkwürdigerweise auf arte ausgestrahlt wurde, vom intellektuellen Gehalt aber besser zu rtl2 oder super-rtl gepasst hätte.
In dieser Dokumentation wurde der unsägliche Zusammenhang von äußerer Schönheit, die sich durch hohe Symmetrie beider Gesichtshälften zeige, und Intelligenz behauptet, denn diese Symmetrie fände ihre Analogie auch beim Gehirn, das bei den Schönen ebenfalls höchst symmtrisch sei und damit die Grundvoraussetzung von hoher Intelligenz böte.
Die Krönung dieser strunzdummen "wissenschaftlichen" Sendung kam dann, als sie irgendwelche Strandbeauties beiderlei Geschlechtes, denen die Dummheit ganz offensichtlich aus dem Blick sprang, als Beispiele für ebendiese Thesen ins Bild brachten.
Schaut man sich einmal das ziemlich asymmetrische Gesicht des anerkannt hochgradig intelligenten Physik-Genies Albert Einsteins an, so kann man über diese Schönheits-OP-Sonderwerbesendung nur lachen.
Dabei ist, wie Du schon andeutest, der Zusammenhang von Schönheit und Erfolg eindeutig erwiesen, niemals aber der von Schönheit und Intelligenz oder Charakter. (Wahrscheinlich können die meisten besser gucken als denken, daher der Erfolg des Schönen ;-)
Das noch zum Thema Schönheit und dem weit verbreiteten Wahn darum ;-)

Viele Grüße zurück

Jon
schlafmuetze (anonym) - 28. Mrz, 22:48

Hallo Jon...

...erwiesen ist aber, das Menschen, die "schön" sind, ein höheres Selbstbewußtsein haben, sich aus diesem Grund mehr zutrauen und dadurch weniger Fehler machen.
Es gibt auch jede Menge Untersuchungen darüber, das solche Menschen bevorzugt behandelt werden, schneller befördert werden usw.....Ich glaube schon, dass es so ist.

Vor wenigen Tagen kam (natürlich spätabends) ein Bericht über Genies....sie wurden anders genannt....(ich gehöre offensichtlich nicht dazu ;-) hab´den Begriff vergessen )...in dem Bericht wurde gesagt, das ungefähr die Hälfte der Genies ein gestörtes Verhältnis zu den Mitmenschen haben, mehr oder weniger autistisch sind und das vermutet wird, das oft solche Menschen eine besondere Begabung haben, die auf der anderen Seite auf anderen Gebieten hohe Defizite aufweisen.
Das war sehr interessant.
Dort kam im übrigen "Schönheit" gar nicht vor :-)

Ganz deutlich war: Eine NORM für Menschen gibt es nicht !!!

Liebe Grüße :-)
Schreibmaschinist_Jon - 29. Mrz, 13:18

Meinst Du "Expedition ins Gehirn" und die "Savants"?
http://www.arte-tv.com/de/wissen-entdeckung/Expedition_20ins_20Gehirn/Expedition_20ins_20Gehirn/1117352.html
Die würde ich im Gegensatz zu Einstein, der vielseitig begabt war, nicht als Genies bezeichnen, sondern als teilweise Hochbegabte; aber das ist eine Definitionsfrage ;-)
Dass aber Hochbegabte sich von Menschen zurückziehen usw. liegt wahrscheinlich in der Natur ihrer Arbeit begründet, die sie vollkommen in Anspruch nimmt und nur so zu bewältigen ist.
Was das Selbstbewusstsein der Schönen angeht, weiß ich aus eigener Erfahrung mit mehreren als schön geltenden weiblichen Partnerinnen, dass es damit in Wahrheit nicht allzu weit her ist, im Gegenteil überlegten zwei von ihnen, sich irgendwelchen Schönheitsoperationen zu unterziehen, die ich für vollkommen überflüssig hielt.
Außerdem wollten sie verständlicherweise nicht für ihre Schönheit geliebt werden, sondern um ihrer selbst willen und waren deshalb in ihren Misstrauensanfällen ziemlich anstrengend, weil sie fortwährend Liebesbeweise brauchten ;-)
Mit dem eigenen Empfinden und Selbstwertgefühl ist es also nicht unbedingt so weit her, wie es von der Umwelt angenommen wird, zumal die Schönen einerseits das Spielchen zu blenden und zu glänzen oftmals gern mitmachen, aber andererseits unter ebendieser Oberflächlichkeit sehr leiden.
Und dass die Schönen weniger Fehler machen würden, kann ich ebensowenig bestätigen (im Gegenteil ;-);
aber weil Schönheit mit mehr positiven als negativen Vorurteilen besetzt ist, wird ihnen wohl eher verziehen, zumal sich z.B. die Firma, in der ein schöner Mensch beschäftigt ist, gern mit ihnen schmückt; sie sind auch ein Aushängeschild.
So gesehen werden attraktive Menschen tatsächlich bevorzugt behandelt, finden schneller einen Partner usw., aber daraus lässt sich, meiner Erfahrung nach, nicht der Schluss ziehen, dass sie wirklich selbstbewusster wären als durchschnittlich attraktive oder hässliche, die aufgrund ihrer äußeren Erscheinung mehr dazu "gezwungen" sind, sich charakterlich weiterzuentwickeln, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden.

Viele liebe Grüße zurück ;-)
Aurisa - 29. Mrz, 13:41

Hallo schlafmütze,
ja diese Reportage habe ich auch gesehen... zumindest Teil 2+3, den ersten habe ich irgendwie verpasst :(...
Wie Jon schon schrieb, werden diese Menschen 'savants' = die Wissenden genannt, wegen ihrer besonderen Fähigkeiten.
Früher nannte man sie wenig schmeichelhaft 'savant idiots' = wissende Idioten... was sich darauf bezieht, daß sie zwar einerseits faszinierende Fähigkeiten, aber andererseits auch große Defizite haben, meisst im sozialen Bereich.
Die meissten davon sind wohl Autisten, berühmt geworden durch "Rain man" mit Dustin Hoffman...
Eine milde Form des Autismus nennt sich Asperger-Syndrom, wobei die Menschen nur leicht in ihren sozialen Fähigkeiten eingeschränkt, aber nicht total in sich verschlossen sind, wie 'richtige' Autisten...
Einstein und andere Genies sollen angeblich 'Asperger' gewesen sein, bewiesen ist das aber nicht...
Jedenfalls sehen Autisten und 'Asperger' die Welt doch ziemlich anders als wir... während wir nur das für uns wesentliche wahrnehmen - alles andere wird aus unserer bewussten Wahrnehmung ausgefiltert - scheint dieser Wahrnehmungsfilter bei diesen Menschen nicht zu funktionieren, was einerseits dazu führt, daß sie viel mehr sehen als wir... aber andererseits führt das auch zu einer kaum zu bewältigenden Reizüberflutung, die das Leben wohl nicht gerade leicht macht...
Spannend ist auch, daß es laut diesen Reportagen wohl tatsächlich soetwas wie männliche und weibliche Gehirne gibt, womit aber NICHT die Geschlechtsidentität gemeint war, jedenfalls nicht bei dem um was es in den Reportagen ging...
Autismus wäre demnach eine extreme ausprägung eines typisch männlichen Gehirns... das mehr in Systemen als in sozialen Belangen denkt...
Noch spannender ist der Fall eines Mannes, der dort geschildert wurde.
Er war früher sehr männlich-aggressiv... und durch einen Unfall wurde sein Gehirn geschädigt und seither hat sich sein ganzer Charakter verändert... er ist seither nicht mehr aggressiv sondern künstlerisch veranlagt...
Sein Gehirn soll also angeblich von früher typisch männlich zu nach dem Unfall typisch weiblich 'umgeschaltet' haben... wobei er sich wie gesagt weiter als Mann fühlt... Das mit der Geschlechtsidentität ist nochmal eine andere Geschichte...
Daß ein Gehirn und damit die Persönlichkeit eines Menschen sich durch einen Unfall so verändern kann... das ist schon sehr faszinieren... und noch mehr erschreckend...
Viele Grüßle
Aurisa
schlafmuetze (anonym) - 29. Mrz, 21:24

Jaaa, den Beitrag über die "Savants" meinte ich....

...war das nicht hochinteressant und beeindruckend ???

Was die "Schönheit" betrifft...mmmh, vielleicht hast du - jon - recht mit dem, was du schreibst....über die Schönen und Hässlichen :-)
Alles ist ja immer irgendwie mit Vorurteilen behaftet und man muß aufpassen, diesen nicht selber zum Opfer zu fallen :-)

Herzliche Grüße Euch beiden ;-)
dreamhill - 4. Apr, 23:19

Wir haben echt Glück

in Deutschland zu leben. Das ist ja echt krass, was Schreibmaschinist_Jon da schreibt... Aber man darf nie vergessen, es kommt darauf an die Welt zu verändern. Sonst geht alles den Bach runter.

Viele Grüße
dreamhill
toffel - 28. Mrz, 22:03

Ich halte mich hier lieber zurück.
toffel
meine neue Adresse ist übrigens: http://toffelhaus.de
liebe Grüße,
Hans
Nachtrag: "Das gibts in keinem Russenfilm"...
du bist wieder da...!!!
Ich nehm dich in den Arm.
Übrigens, der Russenfilm ist ein geflügeltes Sprichwort aus dem Osten. Die Russen sind ja unsere "speziellen Freunde"
Bitte nicht falsch verstehen.
Noch ein Nachtrag:
Ich mag dich sehr

schlafmuetze - 28. Mrz, 22:25

Hallo Klaudia...

...es gibt immer wieder, vermutlich sogar viele, Menschen, die unsicher sind, wenn jemand nicht der Norm (was immer das auch ist) entspricht.
Sie können diesem Menschen nicht unbefangen gegenübertreten, wissen nicht, wie sie sich verhalten sollen. Du kannst ein solches Verhalten auch gegenüber Rollstuhlfahrern oder Menschen mit anderer Hautfarbe beobachten.
Aus Angst, etwas Falsches zu sagen, ins Fettnäpfchen zu treten, geht man "solchen" Menschen lieber aus dem Weg. Zudem haben viele Menschen unbewußt die gängigen Vorurteile im Hinterstübchen gespeichert, die dann zutage treten. Auf die Wahrheit überprüft werden sie ja nie. Wenn du dann nicht als "Monster" gilts, dann aber ganz bestimmt als jemand, "der/die alles angräbt, was nicht bei drei auf dem Baum ist"...2bestimmt unberechenbar" und wer weiß...vielleicht "Geisteskrank"....???
Bei dem Thema Sexualität kommt hinzu, das es ein "Tabu"-Thema ist. Darüber wird nicht gesprochen - höchstens anzügliche Witze gemacht - weil es Privatsache ist. Sie wollen sich auch nicht damit auseinander setzen, denn das gängigste Vorurteil heißt "Der/die ist pervers". .
Der Umgang mit dir könnte dann anderen den Eindruck vermitteln, das man Interesse daran hat, also gehen sie dir aus dem Weg, um solchen Vermutungen nicht ausgesetzt zu sein.

Auch mit Kontaktanzeigen ist das so ´ne Sache. Ich denke mal, nicht jeder sucht dort einen Lebenspartner, und wenn sie "Freizeitpartner" schreiben...suchen sie nur was für eine Nacht!!!!
Die wollen sich halt nicht festlegen, suchen nicht wirklich nach Freunden zum reden und kennenlernen.
Eine meiner Freundinnen chattet sehr oft bei solchen Kontaktbörsen und erzählt uns immer wieder von solchen Typen.

Dort bist du vermutlich falsch, aber versuche es trotzdem weiter, denn sicherlich gibt es auch ehrliche Menschen dort .. :-) ...wer aufgibt, hat schon verloren...!

Es ist devinitiv zu wenig über Transsexualität bekannt.
Also wirst du wohl weiter bloggen müssen, um die Menschen aufzuklären ;-)

Liebe Grüße :-)

zuckerwattewolkenmond - 29. Mrz, 13:13

Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass die Leute, die dich meiden, dich als Monster sehen oder so behandeln. Ich glaube, dass sie einfach nur überfordert sind mit dir umzugehen, vielleicht weil es sie irritiert, dich nicht einem "eindeutigen" Geschlecht zuordnen zu können. Auch ich kenne einige Menschen, die ich meide, weil ich mit ihnen nicht umgehen kann (allerdings keine Transsexuelle, oft sind es welche, die sehr autoritär auftreten o.ä.). Das tut mir dann selbst leid, wenn ich mich zurückziehe, hat aber im Grunde wenig mit dem Anderen zu tun, sondern mehr mit meinen eigenen Schwierigkeiten. Und ich glaube, dass es wohl meistens so ist, dass das Hauptproblem die Leute selbst haben, die jemand anderen meiden oder sogar nicht leiden können (vielleicht gerade, weil sie hier mit sich selbst konfrontiert werden). Das solltest du im Hinterkopf behalten und solches Verhalten nicht mehr ausschließlich auf dich beziehen.
Liebe Grüße

Aurisa - 29. Mrz, 13:27

Hallo zucker,
nein ich glaube auch nicht, daß diejenigen die mich wegen der TI meiden mich alle als Monster sehen...
Aber für mich fühlt es sich so an weil sie mich so behandeln als wäre ich ein Monster oder eine Aussätzige!
Und den Begriff 'Monster' habe ich deswegen gewählt, weil ich einerseits in der S-Bahn von ein paar Teenis schon so genannt worden bin... und weil ich den Vergleich leider gottes ziemlich passend finde...
Ich habe das Ganze mit dem Begriff natürlich ein wenig zugespitzt, aber ich denke das ist legitim um ein Problem klarer herauszuarbeiten.
Und ja, ich denke schon, daß du da richtig liegst, mit den Gründen... aber das macht es kaum besser... weil ich einerseits die Gründe nicht kenne und nie erfahren werde und darum immer auf Mutmaßungen angewiesen sein werde, warum genau ich abgelehnt werde... und zum anderen ist das WARUM eigentlich auch ziemlich sekundär... für mich zählt vor allem, DASS ich abgelehnt werde... nur weil ich bin, wie ich nunmal bin, was ich mir nicht ausgesucht habe...
Liebe Grüßle
Aurisa
Schreibmaschinist_Jon - 29. Mrz, 13:33

Rosa von Praunheim:
"Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt."
Aurisa - 29. Mrz, 13:42

Hallo Jon,
sehr gutes Zitat!
Ja das trifft es genau...
Viele Grüße
aurisa
Schreibmaschinist_Jon - 29. Mrz, 13:53

Die Schwierigkeit für jeden, der in irgendeiner Form von anderen als "Freak" angesehen und so behandelt wird, ist, wenn ich es mir vorstelle, wohl einerseits ständig misstrauisch beäugt und andererseits zutiefst verletzt werden zu können und das daraus resultierende Gefühl großer Einsamkeit und Verzweiflung, bei der das Selbstwertgefühl oft gegen Null geht?!
Gibt es denn keine TI-Gruppen in Deiner Nähe, in denen Du mit Menschen reden kannst, um dieser Falle zu entgehen?
Damit meine ich nicht, sich vom "normalen" Leben zurückzuziehen, sondern Rückhalt zu finden, der Kraft gibt und das Selbstwertgefühl steigert, was sich wiederum positiv auf den Umgang mit der Gesellschaft auswirken kann.
Statt über das Verhalten der Beknackten nachdenken zu müssen, hättest Du dann vielleicht andere Möglichkeiten, Dich mit Dir zu beschäftigen...

Viele Grüße zurück

Jon
Aurisa - 29. Mrz, 14:12

Hallo Jon,
so schlimm ist es bei mir zum Glück nicht - nicht mehr!
Früher hat mir das manchmal schon ziemlich zu schaffen gemacht.
Heute lasse ich hier und bei Anja meinen Frust raus... und damit ist dann auch weitgehend wieder gut.
Zum Glück bin ich heute stark genug das nicht mehr zusehr an mich heran zu lassen. Und ich bin nicht mehr einsam...
Früher dachte ich, niemand würde mich mögen - völlig unabhängig von der TI.
Aber in den letzten Jahren haben mir hunderte von Menschen im Chat und in den Blogs gesagt, daß sie mich sympathisch finden... und ich habe echte Freunde gefunden in der Zeit, zum ersten mal in meinem Leben, ich habe mit Anja eine 'beste Freundin', mit der ich jederzeit über alles reden kann und der ich voll und ganz vertraue... und was das Allerwichtigste ist: Ich habe gelernt mir selbst ein Freund zu sein!
Dank Auris kann ich sogar mit mir selber reden ;)... wenn sonst grade keiner da ist der mich aufbaut oder mir in den Allerwertesten tritt ;)...
Und was die TI-Gruppe angeht...
Ja, es gibt sogar zwei hier in Schduargard... aber nein da gehe ich nicht hin, nicht mehr...
Aus verschiedenen Gründen:
1.Ich bin kein Gruppentyp... das liegt mir einfach nicht... Da fühle ich mich nicht wohl und komme dann auch nicht zu Wort. Das bringt mir nichts...
2.Ich bin auch nicht gerade die 'typische Transe' ;), falls es sowas überhaupt gibt ;)... und ich glaube mit einigen meiner Ansichten würde ich dort gesteinigt *g*...
3.Ich brauche es schlicht nicht!
Ich war jetzt seit zwei Jahren in keiner Selbsthilfegruppe mehr und davor auch nur ein paar mal in etlichen Jahren...
Und ich vermisse es nicht...
Nur manchmal, bei konkreten Fragen wäre es hilfreich... aber zur seelischen Unterstützung brauche ich das wirklich nicht...
Viele Grüßle
aurisa
Schreibmaschinist_Jon - 29. Mrz, 14:16

War auch nur ´ne Idee von mir. ;-)
schlafmuetze (anonym) - 29. Mrz, 21:11

Liebe Klaudia...

..dass du dich keiner TI-Gruppe mehr anschließt, halte ich für ziemlich gut, weil sich dort alles nur "darum" dreht, der normale gelebte Alltag kommt dabei zu kurz.
Mir ist schon öfter aufgefallen, das es in einigen...nicht in allen...aber in einigen Gruppen so ´ne Art "Radikalismus" gibt. Als müssten sich die Menschen selber beweisen, wie wichtig jetzt diese Gruppe ist....und dann...dann "frisst" sie einen auf.
An solch einer Gruppe kann man nur eine begrenzte Zeit teilnehmen, um sich zu orientieren...und dann muß man sich unbedingt davon wieder lösen.

So sind jedenfalls meine Erfahrungen mit Gruppen...zu einem anderen Thema...Trauer!
Wenn man nicht nach einer bestimmten Zeitspanne beginnt, sich davon zu befreien, dann kommt man niemals aus diesem Loch wieder raus.

Liebe Grüße :-)

Jon ;-) ... mit DIR würde ich natürlich jederzeit eine Gruppe gründen ;-) !!!
zuckerwattewolkenmond - 29. Mrz, 21:49

@Aurisa: Ja, kann ich gut nachvollziehen. Dasselbe habe ich auch schon oft gedacht. Aber mir die Gründe der anderen klarzumachen, hilft mir doch ziemlich oft, mich nicht zu sehr darin zu verstricken und es zu ertragen. Ich finde, gerade wenn sich diese Überzeugung, DASS man abgelehnt wird, vollkommen festgesetzt hat, wird es besonders gefährlich, weil man schnell in einen Kreislauf gerät, wo man in allem nur noch Ablehnung, Spott oder sonstiges sieht und beginnt, jedes kleine Wort oder jeden Blick dahingehend zu interpretieren und es dann letztendlich gar nicht mehr anders laufen kann. Ich denke deshalb, dass man versuchen sollte, sich auf die positiven Reaktionen zu konzentrieren, die man von anderen erhält. Leider ist das sehr viel schwerer als es sich anhört. Wenn mich jemand danach fragen würde, könnte ich haarklein, oft sogar wortgenau, alle verletzenden Erlebnisse seit meiner frühesten Kindheit aufzählen, wenn ich mir dagegen positive Reaktionen ins Gedächtnis zu rufen versuche, denke ich, sobald ein paar Jährchen ins Land gegangen sind, nur noch "Da war doch was....". Deshalb habe ich irgendwann mal angefangen, ein Positiv-Tagebuch zu führen. Darin habe ich ausschließlich positive Begegnungen, Bemerkungen, Komplimente u.ä. notiert. Ich kam dabei manchmal ganz schön komisch vor, denn gerade wenn man ein Mensch ist, der auch zur Selbstablehnung neigt, empfindet man das als lächerlich, eitel usw. Aber wenn mal wieder in einer Phase ist, wo man glaubt, dass alle einen ablehnen, kann man die Dinge dadurch auch wieder objektiver sehen. ;o)
Schreibmaschinist_Jon - 30. Mrz, 00:46

@schlafmütze:
;-) Okay, wir sollten sofort über ein Spendenkonto für unsere Gruppe nachdenken...
Schreibmaschinist_Jon - 30. Mrz, 00:49

@sugar: Positiv-Tagebuch hört sich sehr gut an!
dreamhill - 4. Apr, 11:32

Hey! Das ist wirklich eine gute

Idee!!! Das werde ich mir mal genau überdenken. Das kann bei Depressionen und Dissoziation wohl auch helfen, zu einer schönen und lebenswerten Realität zurückzukehren.

Viele Grüße
dreamhill

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