Die Erlernung des UNaufrechten Ganges
Mit. 16.8.
Hallo alle miteinander
Und wieder so eine Nacht. Eingeschlafen bin ich wohl so um kurz nach 22 Uhr. Und irgendwann so zwischen 4 und 5 Uhr früh war ich dann wieder wach und weiterschlafen ging einfach nicht, weil ich absolut nicht müde war. Soweit alles wie gehabt – aber diesmal konnte ich aufstehen, und ich durfte aufstehen. Ja, Dr . A hat mich sogar ausdrücklich dazu ermuntert, das ich das möglichst oft tun sollte. Ich hatte also den Segen von ganz oben um auszubüxen :-)
Und im Gegensatz zu gestern, wo ich morgens kaum stehen konnte und den ganzen Tag nie weiter als ein paar Schritte zum Bad und einmal raus auf den Gang geschafft habe, hatte ich diesmal noch ausreichend Kraft dafür. Morgens um 5 Uhr bin ich dann erstmal zum Eingang der Station, wollte der Nachtschwester bescheid sagen, das ich ein wenig auf dem Gang rumtigere. Aber die hat mich gar nicht bemerkt, so still wie ich dastand. So sehr war sie in ihre Unterlagen vertieft. Also bin ich halt wieder gegangen. Nicht, das sie sich vor mir Nachtgespenst noch erschreckt. Dann bin ich einfach zum Aufenthaltsraum am anderen Ende der Station und hab mich dort eine Weile hingesetzt, gelesen und ausgeruht, denn das Ganze hat mich doch ganz schön angestrengt. …..sogar das Sitzen. Irgendwann nach 6 Uhr bin ich dann mein Handy holen gegangen und damit auf den Balkon, die einzige Stelle, wo man überhaupt Empfang hat, um mein Guthaben abzufragen. Und siehe da, die 50 € sind doch noch aufgetaucht und außerdem hatte ich noch eine Mailboxnachricht von W. einem Chatbekannten. Allerdings KEINE Sms. Sollte mir aber jemand von euch seit ich hier bin eine geschickt haben, sind die leider verloren gegangen, bzw irgendwann vom Server gelöscht worden, weil ich mangels Netz – seit letzten Mittwoch keine Möglichkeit mehr hatte welche zu empfangen.
Da das Guthaben nun da ist, werde ich mich in den nächsten Tagen bei dem einen oder anderen von euch melden. Falls ich fit genug bin die Klinik für längere Zeit verlassen zu können. Bis dahin steht für mich erstmal an, wieder gehen zu „lernen“ und auch der UNaufrechte Gang. UN aufrecht deshalb, weil ich mich derzeit leicht vorgebeugt fortbewegen soll, damit keine Spannung auf die OP Nähte kommt und nichts reisst. Und das mir…. wo ich doch immer die Neigung hatte, mich klein zu machen, die Schultern hängen zu lassen, nach vorn gebeugt dazustehen, mangels ausreichendes Selbstbewusstseins. Und gerade jetzt, wo ich dank Anja gelernt habe, mich nicht mehr verstecken zu müssen und aufrecht zu mir zu stehen, da muss ich lernen, wieder unaufrecht zu gehen. Na ja, jedenfalls habe ich dann die restliche Zeit, solange noch alle schliefen, dazu genutzt, Körperpflege zu betreiben. Unter anderem war es mal wieder höchste Zeit, die Barthaare auszuzupfen. Dann konnte ich zuletzt zu Hause tun und rasieren reicht da eben nicht. Und das Lasern hat da auch nicht wirklich viel gebracht. Zwar gibt es bekanntlich auch Damenbärte, aber mein „kleines Bartproblem“ (Dustin Hoffman in Tatsie) ist dann doch ETWAS größer als bei normalen Frauen. Ja und wenn ich dann hier schon als TS Frau, die juristisch noch ein Mann ist, die Personenstandsänderung geht ja erst nach der vollzogenen OP laut Transexuellengesetz – mit einer Frau im selben Zimmer untergebracht bin, dann sollte ich wohl was gegen mein „kleines Bartproblem“ tun. Rasieren ist für TS Frauen hier im Krankenhaus sogar Pflicht, aus Rücksichtnahme der Zimmergenossinnen. Stand so auf einem Zettel, den ich unterschreiben musste. Nicht, das ich jemals auf die Idee käme, mich NICHT zu rasieren……Aurisa mit Bart…..das geht nun gar nicht.:-). Das alles war schon anstrengend bei meinem Geschwächten Zustand, aber dann ging es erst richtig los………einige Zeit später kam dann die eine Ärztin, die auch bei der OP dabei war Und im Badezimmer wurde mir dann erstmal der Harnröhrenkatheter gezogen, Der in der Bauchleiste bleibt erstmal drin. Es gibt angenehmeres und wenn dann das Blut hinterher tropft, ist es schon ein blödes Gefühl. Man weiß als Patent ja nie, ob das ein schlechtes Zeichen ist, aber das ist offenbar normal. Und normale Frauen würden über so ein paar Blutströpfchen sicher nur müde lächeln, aber ich bin ja noch Azubi – Frau und für mich ist das nun mal eine ganz neue Erfahrung…die in dem Fall sicher nicht zu REGEL werden wird. *g* Anschließend wurde dann der Stent per Ventil entlüftet und auf diese Weise erschlafft, aus der Neovagina gezogen. Der Stent dient, wie schon gesagt als Platzhalter, der die Neovagina ausfüllt und so verhindert, das dieses künstlich geschaffene Loch, wieder zuwächst. Er muss Anfangs ständig gezogen werden, außer zum Wasserlassen. Und später darf man ihn im Laufe der Monate immer länger draußen lassen, bis er irgendwann gar nicht mehr benötigt wird. Dieser Stent ist ein – im unbefüfteten Zustand schrumpeliges, kleines weißes Plastikding von vielleicht 10 cm länge. Männer würden sagen 20 cm, wenn das ihr „Ding“ wäre :-))Aufgeblasen (nein, das macht man nicht mit dem Mund, ist doch kein Luftballon) ist er zwar dicker, aber nicht nennenwert länger. Vermutlich hielten die Hersteller 10 cm (weiblicher Messung) oder 20 cm (männlicher Messung) für den realen Größenverhältnissen entsprechend Jedenfalls ist das Ding naturgemäß so geformt wie eine…….. ihr wisst schon wie das andere Dings eben.
Für das es im Körper eben gewissen Platz halten soll. Da die weibliche Vagina für die Aufnahme des männlich Penis vorgesehen ist, ist sie logischerweise ganz ähnlich geformt. Nur sozusagen andersrum. Wäre es anders, wäre ein GA OP wesentlich aufwendiger. So muss nur die Haut vom Penis nach innen in den Körper umgestülpt werden und die Sache passt wieder. Ach ja, dieses kleine Plastikding kostet 1000 (in Worten tausend) € Vermutlich sind die Hersteller Männer, die sich bei der Preisgestaltung an ihrer Vorstellung des Wertes ihres eigenen Dinges orientiert haben Und falls man ihn kaputt macht, muss man den Ersatz selber bezahlen. Weswegen man bei der Erklärung wie der zu behandeln ist besser gut aufpassen sollte. Nachdem der Stent dann also entlüftet wurde, wurde er erschlafft aus der Neovagina entfernt. An was erinnert mich das doch jetzt wieder? *grübel* Danach ging es dann erstmal mit dem Popo ab in die Sitzwanne. Die mit Wasser und einem medizinischen Reinigungsmittel gefüllt war. Dann durfte ich erstmal mit dem Finger ertasten, wo die Neovagina überhaupt ist. Ja wo isse denn? Such, such Ich weiß, es klingt bescheuert, aber ich hatte Mühe, sie zu finden….Bekanntlich hatte ich ja nie im Leben Sexuelle Kontakte zu Frauen. Und die Phase mit den Doktorspielchen als Kind ist leider auch irgendwie an mir vorbeigegangen. Das heisst mein Wissen über die Anatomie der Frauen habe ich ausschließlich aus Biologiebüchern. Und aus den Nacktbildchen mit denen man in unserer Gesellschaft überall zugeschmissen wird. Auf letzteres ist mir zumindest nie eine Nacktaufnahme dieser Körperregion begegnet. Und was diese Broschüren angeht……..nun ja, vielleicht hätte ich damals um Sexualkundeunterricht besser aufpassen sollen als die Anatomie der Frau drankam. :-)
Aber warum auch…….? Hätte mir damals, vor einem vierteljahrhundert, jemand erklärt das ich heute als Frau leben würde, Ich hätte die netten Herren mit den weißen Kitteln gerufen damit sie ihm so ein Jäckchen mit den Ärmeln nach hinten anlegen Jedenfalls meine Vorstellungen weiblicher Unterleibsanatomie sind doch eher vage weswegen ich weder sagen kann wie echt und natürlich meine Neovagina aussieht, noch wusste ich, wo die überhaupt steckt. *weitersuch* Ach….da ist sie also……Soweit unten/hinten hätte ich sie nun nicht vermutet. Nach dieser kleinen Nachhilfestunde in Sachen weiblicher Anatomie ging es dann erstmal ans spülen. Das heißt es wurde ein kleiner Schlauch in die Neovagina eingeführt, dann wurde mit einer großen Spritze Wasser mit einer Reinigungslösung aus der Sitzwanne entnommen. Das wurde dann mit ordentlichem Druck über den Schlauch in die Neovagina gespritzt. Um Verunreinigungen und eben auch Keime auszuspülen. Den eine Infektion sollte man dort so kurz nach der OP tunlichst vermeiden. Ja und danach da wird es dann so richtig pfriemelig, denn dann muss der gereinigte Stent ja auch wieder rein. Also los, husch husch ins Körbchen Der Stent wird dazu entlüftet sonst geht er nicht rein und eingefettet, damit er besser…na, ihr wisst schon. Dann vorsichtig wieder reingeschoben Ups, das drückt…..was sich in meinem Fall als leichter gesagt als getan herausstellte. Erst wollte er am Sonntag beim Verbandswechsel nicht raus, und nun nicht mehr rein. Und nein. Ich war nicht zu doof dazu, die Ärztin hatte dieselben Probleme. Mein lieber Schwan, das kann ja noch lustig werden. Wenn schon die kleine, popelige, dünne Stent nicht rein will, wie soll es dann später mit anderen Dingensen werden? Die zwar selten 20 mal 5 cm sind, außer in der Phantasie der Herrchen aber doch deutlich länger und dicker, als dieser kleine Stent. Aber nun, F hat mir ja schon erzählt, das die Neovaginas nicht so weit sind, wie die normaler Frauen, Und Dr A meinte ja die Tiefe seit gut und alles andere auch. Also ist es wohl ganz normal, wie es bei mir ist und mit ein bisschen Übung wird es dann wohl gehen. Außerdem hab ich mir sagen lassen, dass Männer es an der Stelle eng mögen so hat das alles dann sogar noch sein Gutes…..Jedenfalls war das Ding dann irgendwann wieder da, wo es hingehört Dann wurde wieder Luft reingelassen damit es nicht rausrutscht, noch das Miederhöschen drüber damit es auch wirklich drin bleibt und fertig. Und die ganze Prozedur soll ich nun hier. Zumindest am Tage alleine machen. Wenn ich daran denke, höre ich mich jetzt schon fluchen, weil ich das ding erst nicht raus und dann nicht wieder rein bekäme. Ich kenn mich doch Aber auch das wird sich irgendwann finden. Wie es dann zu Hause wird, ob ich da dann auch weiter Spülungen und Sitzbäder machen soll, weiß ich jetzt noch nicht. Na, das wird sich finden. Danach musste ich mich dann erstmal ein wenig ausruhen. Aber eure alte Tante Aurisa wäre nicht eure alte Tante Aurisa, wenn es sie nach so langer, erzwungener Untätigkeit lange im Bett halten würde. Also hab ich mich auf große Expedition gemacht. Einmal quer durchs Krankenhaus und zurück. Und das Krankenhaus ist lang….normalerweise eine absolut lächerliche Strecke, in ich in maximal 1 – 2 min. bequem gehe, aber eine verdammt lange Strecke, wenn man so geschwächt ist, das man am Tag zuvor noch erst im 3. Anlauf und mit Mühe und Not die paar Schritte zum Badezimmer geschafft hat, ohne dabei umzukippen. So wie ich heute morgen nach dem Aufstehen vor mich hingetrippelt bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich das heute schaffen würde. Frühestens morgen. Aber ich bin ja bekanntlich stur. Und ich wollte den 2. Brief an Anke zum Briefkasten bringen. Und der ist nun mal leider vor der Tür der Klinik. Bei der Gelegenheit hab ich dann gleich dort bei der Info ein Telefonkärtchen besorgt. 4 Stk davon hab ich schon verbraucht. Immerhin 30 € obwohl die meiste Zeit ihr mich angerufen habt. Noch mal vielen Dank dafür. Wenn ich umgekehrt euch von hier angerufen hätte, hätte ich inzwischen hunderte von Euros vertelefoniert. Und die hab ich im mom schlicht und einfach nicht. Mein Konto ist zwar nicht ganz leer, aber viel ist nicht mehr drauf. Und wenn dann noch die Eigenbeteiligung davon abgebucht wird……
Ja. Und wo ich schon mal dort war, hab ich am Kiosk für mich noch was zu lesen gefunden. Und einen Schokoriegel hab ich mir auch gegönnt. Wie gesagt; ich brauch es nicht. Und kann auch sonst auf vieles andere verzichten, wenn nötig, aber ich bin kein Asket der sich jeden Lebens versagt. Bei allem Ernst, der mir auch in der Natur liegt, finde ich, dass das Leben auch Freude machen sollte und man sich darum auch hin und wieder mal Süßigkeiten gönnen darf. Und wer beim ersten f2f in Kassel dabei war, der weiß sowieso, dass ich gut reinhauen kann. (das kann ich, Anke, nur bestätigen. Ich hab mit ihr in einem Ferienzimmer gewohnt ) und dabei hab ich mich da noch zurückgehalten. Weil es mir schon peinlich war *g* Hier hab ich dagegen fast gar keinen Hunger. Und das, obwohl die Portionen für meine Verhältnisse lachhaft sind. Ich schätze, mir geht es da wie Anja, die auch ordentlich reinhauen kann. Wir beide sind körperlich sehr aktive Menschen und dementsprechend ist unser Energiebedarf. Hier dagegen, wo ich mich kaum bewegen kann, brauche ich nicht viel.
Ach ja, dann hab ich mir noch das Restaurant bei der Klinik angeschaut. Nicht, das ich mir da den Bauch vollhauen wollte, weil mir in der Klinik das Essen zu wenig oder zuwider wäre, Nein, ich wollte nur mal schauen, ob man sich dort gemütlich zusammensetzen und ungestört reden kann, wenn mal Besuch kommt. Schlafmütze etwa, oder meine Schwester Die mich heute angerufen und gesagt hat, dass sie eine Woche in Urlaub fährt. Da das Hotel nur 20 km von O entfernt ist, wollte sie dann auf dem Rückweg bei mir vorbei kommen. Das wäre natürlich Klasse.
Ja, und dann hatten sie in der Klinik wohl auch mal einen öffentlichen, nutzbaren Internetzugang, wie ich bei meiner kleinen Klinikrundreise entdeckte. Nur gibt es den leider nicht mehr. Nur noch die Hinweisschilder darauf. Schade…..einen Moment lang dachte ich, ich könnte von da aus bloggen, aber so muss ich weiter per Brief an euch schreiben. Und die arme Anke „muss“ das alles abtippen. (was ich sehr gerne mache, auch wenn es mir schwer fällt Klaudias kleine Schrift zu lesen ) Ich hab schon ein wenig schlechtes Gewissen deswegen. (muss sie aber nicht haben) Zumal ich heute sehr viel geschrieben habe und ich bin immer noch nicht fertig. Denn, wenn ich daran denke, wie ich heut durch die Klinik geschlappt bin, muss ich grinsen, Erstmal das Tempo…gaaaaaaaaaanz langsam und vorsichtig. Ich hätte schon schneller gekonnt, aber ich wollte ja bloß nichts riskieren, da was kaputt zu machen, also ja nur nicht hinfallen, bloß keine hektischen Bewegungen und ja Aurisa, man kann Treppen auch stück für Stück steigen. Alles, damit nur ja keine Nähte aufreißen. Irgendwie glaub ich nämlich nicht, das die für Aurisa´s Schnelltempo gemacht sind. Ich wusste bisher nicht, das es physikalisch überhaupt möglich ist, so langsam zu gehen. *G* Und dabei war das auch wesentlich schneller, als bei meinen ersten Gehversuchen heute morgen. Ja und dann bin ich heilfroh, das Anja wohl recht hat, wenn sie sagt, ich hätte in letzter Zeit sehr an Souveränität gewonnen. Früher hätte ich mich wohl gar nicht erst aus dem Zimmer getraut in meinem momentanen Zustand. So im Schlafanzug mit ungewaschenen Haaren, weil ich seit letzen Donnerstag weder Duschen konnte, noch durfte und als Krönung ein schickes Urinbeutelchen als Handtasche. Ja und heute…? Da war es mir schlicht egal, was die Leute denken. Es war mir so egal, das ich vorher nicht mal ne Jogginghose übergezogen, geschweige denn, den Urinbeutel geleert habe. Das ist schließlich ein Krankenhaus, da ist es normal, das die Menschen nicht im allerbesten Zustand sind und das wirkt sich nun mal auf das äußere aus. Aber wenn es aus irgendeinem Grund notwendig gewesen wäre, ich wäre so auch quer durch O gelaufen. Und sogar so bis nach Hause gereist. Am besten noch in einem schicken, roten Minirock. Damit meine dekorativen, weissen Trombosestrümpfe besser zur Geltung kommen. Inclusive des Lochs, das aus unverständlichen Gründen dort eingefasst ist und aus dem jeweils der große Zeh herausschaut. Aber ich glaube, wenn ich so rumlaufen würde, würden die Leute Reihenweise tot umfallen, oder zumindest an akutem Augenkrebs erblinden Jedenfalls, mir ging es einfach gut damit. Diese kleine und doch so große Expedition hat mir einfach gut getan.
Die Brille aufsetzen, die ich bisher im Krankenhaus nicht brauchte, damit ich sehe, wo ich hinlaufe, und die bei Tante Aurisa unvermeidliche Gürteltasche mit all meinen wichtigen Sachen drin umzuschnallen, das ist fast so wie wenn Auris Schwert und Rüstung für den Kampf anlegt :-)) da fühle ich mich endlich wieder gefechtsbereit. Wenn auch momentan nur eingeschränkt. Mein größtes Problem derzeit, abgesehen vom Urinbeutelchen, ist, eigentlich nur, dass ich die Wahl habe zwischen folgende Möglichkeiten.
1. Liegen: Dabei geht es mir eigentlich gut – nur der Allerwerteste tut noch weh, solange ich noch in diesem Knickbett liegen muss.
2. Stehen: Da tut mir nichts weh, aber ich bin immer noch sehr zittrig und schwach auf den Beinen
3. Sitzen: Da tut mir der Popo weh und die OP Narbe oder der Stent, der immer genau da unten drückt und da bei bin ich kaum weniger zittrig als im Stehen.
Tja und wie man’s macht, macht man’s falsch. Ansonsten war es einfach ein guter Tag, der mich wieder ein Stückchen weiter gebracht hat. Mal schauen, wie es jetzt weitergeht.
Lieben Gruß euch allen
Aurisa
Und noch mal einen großen Dank an Anke, die den Blödsinn, den ich hier schreibe, abtippen muss.
PS: Ja und das ich hier an einem einzigen Tag so viel Unsinn zusammengeschrieben habe, zeigt wohl, das es mir so schlecht nicht gehen kann.:-)
Hallo alle miteinander
Und wieder so eine Nacht. Eingeschlafen bin ich wohl so um kurz nach 22 Uhr. Und irgendwann so zwischen 4 und 5 Uhr früh war ich dann wieder wach und weiterschlafen ging einfach nicht, weil ich absolut nicht müde war. Soweit alles wie gehabt – aber diesmal konnte ich aufstehen, und ich durfte aufstehen. Ja, Dr . A hat mich sogar ausdrücklich dazu ermuntert, das ich das möglichst oft tun sollte. Ich hatte also den Segen von ganz oben um auszubüxen :-)
Und im Gegensatz zu gestern, wo ich morgens kaum stehen konnte und den ganzen Tag nie weiter als ein paar Schritte zum Bad und einmal raus auf den Gang geschafft habe, hatte ich diesmal noch ausreichend Kraft dafür. Morgens um 5 Uhr bin ich dann erstmal zum Eingang der Station, wollte der Nachtschwester bescheid sagen, das ich ein wenig auf dem Gang rumtigere. Aber die hat mich gar nicht bemerkt, so still wie ich dastand. So sehr war sie in ihre Unterlagen vertieft. Also bin ich halt wieder gegangen. Nicht, das sie sich vor mir Nachtgespenst noch erschreckt. Dann bin ich einfach zum Aufenthaltsraum am anderen Ende der Station und hab mich dort eine Weile hingesetzt, gelesen und ausgeruht, denn das Ganze hat mich doch ganz schön angestrengt. …..sogar das Sitzen. Irgendwann nach 6 Uhr bin ich dann mein Handy holen gegangen und damit auf den Balkon, die einzige Stelle, wo man überhaupt Empfang hat, um mein Guthaben abzufragen. Und siehe da, die 50 € sind doch noch aufgetaucht und außerdem hatte ich noch eine Mailboxnachricht von W. einem Chatbekannten. Allerdings KEINE Sms. Sollte mir aber jemand von euch seit ich hier bin eine geschickt haben, sind die leider verloren gegangen, bzw irgendwann vom Server gelöscht worden, weil ich mangels Netz – seit letzten Mittwoch keine Möglichkeit mehr hatte welche zu empfangen.
Da das Guthaben nun da ist, werde ich mich in den nächsten Tagen bei dem einen oder anderen von euch melden. Falls ich fit genug bin die Klinik für längere Zeit verlassen zu können. Bis dahin steht für mich erstmal an, wieder gehen zu „lernen“ und auch der UNaufrechte Gang. UN aufrecht deshalb, weil ich mich derzeit leicht vorgebeugt fortbewegen soll, damit keine Spannung auf die OP Nähte kommt und nichts reisst. Und das mir…. wo ich doch immer die Neigung hatte, mich klein zu machen, die Schultern hängen zu lassen, nach vorn gebeugt dazustehen, mangels ausreichendes Selbstbewusstseins. Und gerade jetzt, wo ich dank Anja gelernt habe, mich nicht mehr verstecken zu müssen und aufrecht zu mir zu stehen, da muss ich lernen, wieder unaufrecht zu gehen. Na ja, jedenfalls habe ich dann die restliche Zeit, solange noch alle schliefen, dazu genutzt, Körperpflege zu betreiben. Unter anderem war es mal wieder höchste Zeit, die Barthaare auszuzupfen. Dann konnte ich zuletzt zu Hause tun und rasieren reicht da eben nicht. Und das Lasern hat da auch nicht wirklich viel gebracht. Zwar gibt es bekanntlich auch Damenbärte, aber mein „kleines Bartproblem“ (Dustin Hoffman in Tatsie) ist dann doch ETWAS größer als bei normalen Frauen. Ja und wenn ich dann hier schon als TS Frau, die juristisch noch ein Mann ist, die Personenstandsänderung geht ja erst nach der vollzogenen OP laut Transexuellengesetz – mit einer Frau im selben Zimmer untergebracht bin, dann sollte ich wohl was gegen mein „kleines Bartproblem“ tun. Rasieren ist für TS Frauen hier im Krankenhaus sogar Pflicht, aus Rücksichtnahme der Zimmergenossinnen. Stand so auf einem Zettel, den ich unterschreiben musste. Nicht, das ich jemals auf die Idee käme, mich NICHT zu rasieren……Aurisa mit Bart…..das geht nun gar nicht.:-). Das alles war schon anstrengend bei meinem Geschwächten Zustand, aber dann ging es erst richtig los………einige Zeit später kam dann die eine Ärztin, die auch bei der OP dabei war Und im Badezimmer wurde mir dann erstmal der Harnröhrenkatheter gezogen, Der in der Bauchleiste bleibt erstmal drin. Es gibt angenehmeres und wenn dann das Blut hinterher tropft, ist es schon ein blödes Gefühl. Man weiß als Patent ja nie, ob das ein schlechtes Zeichen ist, aber das ist offenbar normal. Und normale Frauen würden über so ein paar Blutströpfchen sicher nur müde lächeln, aber ich bin ja noch Azubi – Frau und für mich ist das nun mal eine ganz neue Erfahrung…die in dem Fall sicher nicht zu REGEL werden wird. *g* Anschließend wurde dann der Stent per Ventil entlüftet und auf diese Weise erschlafft, aus der Neovagina gezogen. Der Stent dient, wie schon gesagt als Platzhalter, der die Neovagina ausfüllt und so verhindert, das dieses künstlich geschaffene Loch, wieder zuwächst. Er muss Anfangs ständig gezogen werden, außer zum Wasserlassen. Und später darf man ihn im Laufe der Monate immer länger draußen lassen, bis er irgendwann gar nicht mehr benötigt wird. Dieser Stent ist ein – im unbefüfteten Zustand schrumpeliges, kleines weißes Plastikding von vielleicht 10 cm länge. Männer würden sagen 20 cm, wenn das ihr „Ding“ wäre :-))Aufgeblasen (nein, das macht man nicht mit dem Mund, ist doch kein Luftballon) ist er zwar dicker, aber nicht nennenwert länger. Vermutlich hielten die Hersteller 10 cm (weiblicher Messung) oder 20 cm (männlicher Messung) für den realen Größenverhältnissen entsprechend Jedenfalls ist das Ding naturgemäß so geformt wie eine…….. ihr wisst schon wie das andere Dings eben.
Für das es im Körper eben gewissen Platz halten soll. Da die weibliche Vagina für die Aufnahme des männlich Penis vorgesehen ist, ist sie logischerweise ganz ähnlich geformt. Nur sozusagen andersrum. Wäre es anders, wäre ein GA OP wesentlich aufwendiger. So muss nur die Haut vom Penis nach innen in den Körper umgestülpt werden und die Sache passt wieder. Ach ja, dieses kleine Plastikding kostet 1000 (in Worten tausend) € Vermutlich sind die Hersteller Männer, die sich bei der Preisgestaltung an ihrer Vorstellung des Wertes ihres eigenen Dinges orientiert haben Und falls man ihn kaputt macht, muss man den Ersatz selber bezahlen. Weswegen man bei der Erklärung wie der zu behandeln ist besser gut aufpassen sollte. Nachdem der Stent dann also entlüftet wurde, wurde er erschlafft aus der Neovagina entfernt. An was erinnert mich das doch jetzt wieder? *grübel* Danach ging es dann erstmal mit dem Popo ab in die Sitzwanne. Die mit Wasser und einem medizinischen Reinigungsmittel gefüllt war. Dann durfte ich erstmal mit dem Finger ertasten, wo die Neovagina überhaupt ist. Ja wo isse denn? Such, such Ich weiß, es klingt bescheuert, aber ich hatte Mühe, sie zu finden….Bekanntlich hatte ich ja nie im Leben Sexuelle Kontakte zu Frauen. Und die Phase mit den Doktorspielchen als Kind ist leider auch irgendwie an mir vorbeigegangen. Das heisst mein Wissen über die Anatomie der Frauen habe ich ausschließlich aus Biologiebüchern. Und aus den Nacktbildchen mit denen man in unserer Gesellschaft überall zugeschmissen wird. Auf letzteres ist mir zumindest nie eine Nacktaufnahme dieser Körperregion begegnet. Und was diese Broschüren angeht……..nun ja, vielleicht hätte ich damals um Sexualkundeunterricht besser aufpassen sollen als die Anatomie der Frau drankam. :-)
Aber warum auch…….? Hätte mir damals, vor einem vierteljahrhundert, jemand erklärt das ich heute als Frau leben würde, Ich hätte die netten Herren mit den weißen Kitteln gerufen damit sie ihm so ein Jäckchen mit den Ärmeln nach hinten anlegen Jedenfalls meine Vorstellungen weiblicher Unterleibsanatomie sind doch eher vage weswegen ich weder sagen kann wie echt und natürlich meine Neovagina aussieht, noch wusste ich, wo die überhaupt steckt. *weitersuch* Ach….da ist sie also……Soweit unten/hinten hätte ich sie nun nicht vermutet. Nach dieser kleinen Nachhilfestunde in Sachen weiblicher Anatomie ging es dann erstmal ans spülen. Das heißt es wurde ein kleiner Schlauch in die Neovagina eingeführt, dann wurde mit einer großen Spritze Wasser mit einer Reinigungslösung aus der Sitzwanne entnommen. Das wurde dann mit ordentlichem Druck über den Schlauch in die Neovagina gespritzt. Um Verunreinigungen und eben auch Keime auszuspülen. Den eine Infektion sollte man dort so kurz nach der OP tunlichst vermeiden. Ja und danach da wird es dann so richtig pfriemelig, denn dann muss der gereinigte Stent ja auch wieder rein. Also los, husch husch ins Körbchen Der Stent wird dazu entlüftet sonst geht er nicht rein und eingefettet, damit er besser…na, ihr wisst schon. Dann vorsichtig wieder reingeschoben Ups, das drückt…..was sich in meinem Fall als leichter gesagt als getan herausstellte. Erst wollte er am Sonntag beim Verbandswechsel nicht raus, und nun nicht mehr rein. Und nein. Ich war nicht zu doof dazu, die Ärztin hatte dieselben Probleme. Mein lieber Schwan, das kann ja noch lustig werden. Wenn schon die kleine, popelige, dünne Stent nicht rein will, wie soll es dann später mit anderen Dingensen werden? Die zwar selten 20 mal 5 cm sind, außer in der Phantasie der Herrchen aber doch deutlich länger und dicker, als dieser kleine Stent. Aber nun, F hat mir ja schon erzählt, das die Neovaginas nicht so weit sind, wie die normaler Frauen, Und Dr A meinte ja die Tiefe seit gut und alles andere auch. Also ist es wohl ganz normal, wie es bei mir ist und mit ein bisschen Übung wird es dann wohl gehen. Außerdem hab ich mir sagen lassen, dass Männer es an der Stelle eng mögen so hat das alles dann sogar noch sein Gutes…..Jedenfalls war das Ding dann irgendwann wieder da, wo es hingehört Dann wurde wieder Luft reingelassen damit es nicht rausrutscht, noch das Miederhöschen drüber damit es auch wirklich drin bleibt und fertig. Und die ganze Prozedur soll ich nun hier. Zumindest am Tage alleine machen. Wenn ich daran denke, höre ich mich jetzt schon fluchen, weil ich das ding erst nicht raus und dann nicht wieder rein bekäme. Ich kenn mich doch Aber auch das wird sich irgendwann finden. Wie es dann zu Hause wird, ob ich da dann auch weiter Spülungen und Sitzbäder machen soll, weiß ich jetzt noch nicht. Na, das wird sich finden. Danach musste ich mich dann erstmal ein wenig ausruhen. Aber eure alte Tante Aurisa wäre nicht eure alte Tante Aurisa, wenn es sie nach so langer, erzwungener Untätigkeit lange im Bett halten würde. Also hab ich mich auf große Expedition gemacht. Einmal quer durchs Krankenhaus und zurück. Und das Krankenhaus ist lang….normalerweise eine absolut lächerliche Strecke, in ich in maximal 1 – 2 min. bequem gehe, aber eine verdammt lange Strecke, wenn man so geschwächt ist, das man am Tag zuvor noch erst im 3. Anlauf und mit Mühe und Not die paar Schritte zum Badezimmer geschafft hat, ohne dabei umzukippen. So wie ich heute morgen nach dem Aufstehen vor mich hingetrippelt bin, hätte ich nicht gedacht, dass ich das heute schaffen würde. Frühestens morgen. Aber ich bin ja bekanntlich stur. Und ich wollte den 2. Brief an Anke zum Briefkasten bringen. Und der ist nun mal leider vor der Tür der Klinik. Bei der Gelegenheit hab ich dann gleich dort bei der Info ein Telefonkärtchen besorgt. 4 Stk davon hab ich schon verbraucht. Immerhin 30 € obwohl die meiste Zeit ihr mich angerufen habt. Noch mal vielen Dank dafür. Wenn ich umgekehrt euch von hier angerufen hätte, hätte ich inzwischen hunderte von Euros vertelefoniert. Und die hab ich im mom schlicht und einfach nicht. Mein Konto ist zwar nicht ganz leer, aber viel ist nicht mehr drauf. Und wenn dann noch die Eigenbeteiligung davon abgebucht wird……
Ja. Und wo ich schon mal dort war, hab ich am Kiosk für mich noch was zu lesen gefunden. Und einen Schokoriegel hab ich mir auch gegönnt. Wie gesagt; ich brauch es nicht. Und kann auch sonst auf vieles andere verzichten, wenn nötig, aber ich bin kein Asket der sich jeden Lebens versagt. Bei allem Ernst, der mir auch in der Natur liegt, finde ich, dass das Leben auch Freude machen sollte und man sich darum auch hin und wieder mal Süßigkeiten gönnen darf. Und wer beim ersten f2f in Kassel dabei war, der weiß sowieso, dass ich gut reinhauen kann. (das kann ich, Anke, nur bestätigen. Ich hab mit ihr in einem Ferienzimmer gewohnt ) und dabei hab ich mich da noch zurückgehalten. Weil es mir schon peinlich war *g* Hier hab ich dagegen fast gar keinen Hunger. Und das, obwohl die Portionen für meine Verhältnisse lachhaft sind. Ich schätze, mir geht es da wie Anja, die auch ordentlich reinhauen kann. Wir beide sind körperlich sehr aktive Menschen und dementsprechend ist unser Energiebedarf. Hier dagegen, wo ich mich kaum bewegen kann, brauche ich nicht viel.
Ach ja, dann hab ich mir noch das Restaurant bei der Klinik angeschaut. Nicht, das ich mir da den Bauch vollhauen wollte, weil mir in der Klinik das Essen zu wenig oder zuwider wäre, Nein, ich wollte nur mal schauen, ob man sich dort gemütlich zusammensetzen und ungestört reden kann, wenn mal Besuch kommt. Schlafmütze etwa, oder meine Schwester Die mich heute angerufen und gesagt hat, dass sie eine Woche in Urlaub fährt. Da das Hotel nur 20 km von O entfernt ist, wollte sie dann auf dem Rückweg bei mir vorbei kommen. Das wäre natürlich Klasse.
Ja, und dann hatten sie in der Klinik wohl auch mal einen öffentlichen, nutzbaren Internetzugang, wie ich bei meiner kleinen Klinikrundreise entdeckte. Nur gibt es den leider nicht mehr. Nur noch die Hinweisschilder darauf. Schade…..einen Moment lang dachte ich, ich könnte von da aus bloggen, aber so muss ich weiter per Brief an euch schreiben. Und die arme Anke „muss“ das alles abtippen. (was ich sehr gerne mache, auch wenn es mir schwer fällt Klaudias kleine Schrift zu lesen ) Ich hab schon ein wenig schlechtes Gewissen deswegen. (muss sie aber nicht haben) Zumal ich heute sehr viel geschrieben habe und ich bin immer noch nicht fertig. Denn, wenn ich daran denke, wie ich heut durch die Klinik geschlappt bin, muss ich grinsen, Erstmal das Tempo…gaaaaaaaaaanz langsam und vorsichtig. Ich hätte schon schneller gekonnt, aber ich wollte ja bloß nichts riskieren, da was kaputt zu machen, also ja nur nicht hinfallen, bloß keine hektischen Bewegungen und ja Aurisa, man kann Treppen auch stück für Stück steigen. Alles, damit nur ja keine Nähte aufreißen. Irgendwie glaub ich nämlich nicht, das die für Aurisa´s Schnelltempo gemacht sind. Ich wusste bisher nicht, das es physikalisch überhaupt möglich ist, so langsam zu gehen. *G* Und dabei war das auch wesentlich schneller, als bei meinen ersten Gehversuchen heute morgen. Ja und dann bin ich heilfroh, das Anja wohl recht hat, wenn sie sagt, ich hätte in letzter Zeit sehr an Souveränität gewonnen. Früher hätte ich mich wohl gar nicht erst aus dem Zimmer getraut in meinem momentanen Zustand. So im Schlafanzug mit ungewaschenen Haaren, weil ich seit letzen Donnerstag weder Duschen konnte, noch durfte und als Krönung ein schickes Urinbeutelchen als Handtasche. Ja und heute…? Da war es mir schlicht egal, was die Leute denken. Es war mir so egal, das ich vorher nicht mal ne Jogginghose übergezogen, geschweige denn, den Urinbeutel geleert habe. Das ist schließlich ein Krankenhaus, da ist es normal, das die Menschen nicht im allerbesten Zustand sind und das wirkt sich nun mal auf das äußere aus. Aber wenn es aus irgendeinem Grund notwendig gewesen wäre, ich wäre so auch quer durch O gelaufen. Und sogar so bis nach Hause gereist. Am besten noch in einem schicken, roten Minirock. Damit meine dekorativen, weissen Trombosestrümpfe besser zur Geltung kommen. Inclusive des Lochs, das aus unverständlichen Gründen dort eingefasst ist und aus dem jeweils der große Zeh herausschaut. Aber ich glaube, wenn ich so rumlaufen würde, würden die Leute Reihenweise tot umfallen, oder zumindest an akutem Augenkrebs erblinden Jedenfalls, mir ging es einfach gut damit. Diese kleine und doch so große Expedition hat mir einfach gut getan.
Die Brille aufsetzen, die ich bisher im Krankenhaus nicht brauchte, damit ich sehe, wo ich hinlaufe, und die bei Tante Aurisa unvermeidliche Gürteltasche mit all meinen wichtigen Sachen drin umzuschnallen, das ist fast so wie wenn Auris Schwert und Rüstung für den Kampf anlegt :-)) da fühle ich mich endlich wieder gefechtsbereit. Wenn auch momentan nur eingeschränkt. Mein größtes Problem derzeit, abgesehen vom Urinbeutelchen, ist, eigentlich nur, dass ich die Wahl habe zwischen folgende Möglichkeiten.
1. Liegen: Dabei geht es mir eigentlich gut – nur der Allerwerteste tut noch weh, solange ich noch in diesem Knickbett liegen muss.
2. Stehen: Da tut mir nichts weh, aber ich bin immer noch sehr zittrig und schwach auf den Beinen
3. Sitzen: Da tut mir der Popo weh und die OP Narbe oder der Stent, der immer genau da unten drückt und da bei bin ich kaum weniger zittrig als im Stehen.
Tja und wie man’s macht, macht man’s falsch. Ansonsten war es einfach ein guter Tag, der mich wieder ein Stückchen weiter gebracht hat. Mal schauen, wie es jetzt weitergeht.
Lieben Gruß euch allen
Aurisa
Und noch mal einen großen Dank an Anke, die den Blödsinn, den ich hier schreibe, abtippen muss.
PS: Ja und das ich hier an einem einzigen Tag so viel Unsinn zusammengeschrieben habe, zeigt wohl, das es mir so schlecht nicht gehen kann.:-)
Sternschnuppi - 21. Aug, 19:38
Der Eintrag erinnert mich,
aber heute habe ich hier so viel im Haushalt gemacht wie seit wochen nicht mehr und habe schlichtweg dieZeit verpaßt.
Aber gedanlich bin ich halt immer dabei die Daumen zu drücken und noch ein wenig mehr ;-)