Richtige und falsche Fragen...
Hallo alle zusammen,
im letzten Eintrag hier ('Alles wird gut?') habe ich darüber geschrieben, wie hilfreich es ist, in seinem Leben einen Sinn sehen zu können. Da diese beiden Einträge inhaltlich eng zusammenhängen empfehle ich zum besseren Verständnis darum zuerst den anderen Eintrag und dann erst diesen hier zu lesen...
Wie dort gesagt halte ich es für sehr hilfreich ja eigentlich unverzichtbar für ein erfülltes Leben, daß man in der Lage ist, in seinem Leben einen Sinn sehen zu können.
Die Frage ist nur: wie macht man das...?
Meine persönliche Antwort – es mag noch andere Antworten geben... - darauf ist:
Indem man das tut, was man für sich selbst im jeweiligen Moment für richtig hält...
Ich denke, das ist absolut unverzichtbar dafür...
Warum ich das denke...?
Nun ich glaube, daß es kein richtiges Leben im falschen gibt... und damit meine ich, daß es nicht richtig sein kann, wenn man im Leben die falschen Dinge tut... jedenfalls was die wesentlichen Dinge im Leben angeht...
Ich kann mir nicht vorstellen, daß man einerseits ständig Dinge tun kann, die dem eigenen Wesen zuwiderlaufen... und gleichzeitig ein glückliches erfülltes und eben auch ein als sinnvoll empfundenes Leben führen kann...
Oh... das heisst nicht, daß man nicht die für sich falschen Dinge tun und dabei Spass haben könnte... kurzfristig... aber ein solches Leben kann davon bin ich fest überzeugt nur hohl und leer sein... egal wie schillernd und schön es nach außen auch wirken mag...
Auch in dieser Beziehung war mir Moira eine hervorragende Lehrmeisterin... Moira die hundert mal mehr Fun-Aktivitäten hatte als ich... und die ihr Leben doch nur als leer, einsam und sinnlos empfand...
'Tu was du willst', hat Michael Ende in seiner 'Unendlichen Geschichte' geschrieben... und genau das hat der Held der Geschichte dort dann auch gemacht... er hat das getan wonach ihm gerade der Sinn stand... und wurde nicht glücklich damit... bis ihm klar wurde, wie diese Aussage wirklich gemeint war, nämlich als: 'Tu, was du WIRKLICH willst!'
Es geht also gerade NICHT darum den spontanen Wünschen, Trieben usw. nachzugeben um glücklich zu werden im Leben... nein das ist der falsche Weg... das ist eine Sackgasse, die nirgendwohin führt...
Worum es geht im Leben ist das zu tun, was man WIRKLICH will... das was dem eigenen Wesen entspricht... das von dem einem das Herz sagt, daß es das Richtige ist...
Warum aber ist das so wichtig...?
Ganz einfach... weil das die einzig richtige Möglichkeit ist... denn die Alternativen dazu sind:
*entweder man tut etwas, obwohl man genau weiss, daß es das Falsche ist...
oder:
*man tut gar nichts...
Und beides wird man bereuen... garantiert!
Nichts zu tun ist sowieso die schlechteste aller Möglichkeiten...
Es gibt Untersuchungen, nach denen die Menschen das am meissten bereuen... was sie NICHT getan haben... Es ist unendlich viel besser, etwas zu tun... und es nicht zu schaffen... als es gar nicht erst zu versuchen!
Das Falsche zu tun ist auch kaum besser... denn wenn man weiss, daß man das Falsche tut – und nur wenn man WEISS, daß man das falsche tut und es trotzdem tut ist es richtig schlimm – dann wird dieses Wissen immer an einem nagen... sogar wenn dieses Falsche, für das man sich entschieden hat einem viele Vorteile einbringt... aber es ist und bleibt das Falsche und dieses Wissen verleidet einem die Freude an dem was man getan hat...
Mag man beispielsweise als Manager noch so viel Geld verdienen... man wird nie glücklich mit diesem Leben werden, wenn man eigentlich Maler werden wollte... sich aus Angst vor Armut aber nicht getraut hat, diesen Weg zu gehen...
Es ist gar nicht so einfach das zu tun, was man für das Richtige hält...
Viele Menschen wagen es nicht ihrem Herzen zu folgen und diesen oft steinigen Weg zu gehen... aus Angst davor, was er ihnen alles abverlangen würde...
Andere wissen vielleicht noch nicht mal, was sie wirklich wollen...
Aber ich bin fest davon überzeugt, daß jeder das kann... wenn er es denn wirklich will...
Doch viele Menschen wählen stattdessen den leichten Weg... den Weg des geringsten Widerstandes... den Weg der schnellen Bedürfnisbefriedigung des oberflächlichen Vergnügens...
Doch der Weg des geringsten Widerstandes kennt, wie man an jedem Bach und Fluss sehen kann, nur eine Richtung: abwärts...
Auf diesem Weg ist kein seelisches Wachstum, keine innerliche Reifung, möglich und weder Glück noch Sinn im Leben zu finden...
Andererseits kann ich es schon verstehen... Ich weiss schliesslich aus eigener Erfahrung WIE schwer es sein kann, das zu tun, was man für richtig hält... und in welche scheinbaren Katastrophen das führen kann...
Aber ich weiss inzwischen auch, daß es der einzig richtige Weg ist... weil man nur so niemals eine Entscheidung bereuen muss...
Damals, als ich mich dazu entschlossen habe mit S zu reden, ihm zu erzählen, daß ich ihn liebe, und von meiner Transidentät und als ich mich damals entschlossen habe, den Weg zur Frau gehen zu wollen... da hat das bei mir so richtig angefangen...
Damals habe ich mich ganz bewusst dafür entschlossen das zu tun, was ich für das Richtige hielt... in dem naiven Glauben, wenn ich nur das Richtige täte, würde alles gut werden... allerdings auch wohl wissend, daß das verdammt schwer werden würde... aber nicht ahnend WIE schlimm dann tatsächlich alles kommen würde...
Und es kam schlimmer als ich mir jemals hätte vorstellen können...
Da hatte ich also das getan was ich für richtig hielt... und mich damit direkt in die Depri-Katastrophe manövriert...
Die damalige Lektion lautete also: Riskier etwas... und du wirst ganz furchtbar bestraft dafür!
So gesehen ein guter Grund nur ja nicht zu riskieren seinem Herzen zu folgen...
Aber... wie im vorherigen Eintrag geschildert... hat sich dann irgendwann viele Jahre später herausgestellt, daß es DOCH richtig war, genau das zu tun, was ich getan habe... und da erst habe ich verstanden, daß weder 'alles wird gut' noch 'riskier etwas und du wirst furchtbar bestraft dafür' richtig sind... nein stattdessen heisst es:
'Tu was du für richtig hältst. Dann wird zwar nicht alles Gut werden... und es wird auch oft ganz anders kommen als du dir erhofft und erwartet hast, vielleicht wird es zeitweise auch ganz schlimm sein... aber letztlich wird wird dann alles seinen Sinn ergeben für dich... auch wenn du diesen Sinn manchmal erst nach Jahren erkennen können wirst.'
Ja und nachdem ich das endlich verstanden hatte kann ich nur sagen:
Es war der einzig richtige Weg, damals zu tun, was ich für richtig hielt, auch wenn ich mich damit zuerst erst mal ganz gewaltig in die Sch***e gesetzt habe...
Aber jeder andere Weg wäre der falsche gewesen und hätte mich nicht weiter gebracht...
Nur auf diesem harten Weg konnte ich zu mir selber finden und in all dem (wieder) einen Sinn sehen...
Ja und damit bin ich endlich bei den richtigen und den falschen Fragen aus der Überschrift angelangt...
Wie schon mehrfach geschrieben habe ich mich vor der geschlechtsangleichenden Operation gefragt:
1.Bin ich mir sicher, daß ich die OP wirklich von ganzem Herzen will...?
2.Ist es mir wichtig genug, um dafür die Risiken, Schmerzen, Einschränkungen und das ungewisse Ergebnis in kauf zu nehmen...?
3.Wird es mir damit/danach besser gehen als ohne?
Und wie ich auch schon geschrieben hatte, lauteten die Antworten:
*in Essen: dreimal JEIN... ich war mir nicht sicher... bei keiner der Fragen, wesewegen ich die OP dann auch abgesagt habe...
*in O vor der Operation: dreimal ein klares JA... wesewegen ich die OP dann ja auch habe machen lassen...
*ja und NACH der OP... und nach den unvorhersehbaren Komplikationen mit denen ich vorher nicht rechnen konnte und die ich darum auch nicht in meine Überlegungen mit einbeziehen konnte... da lauteten die Antworten:
+JA zur 1.Frage...
+ich weiss nicht zur 2.Frage...
+und NEIN zur 3.Frage... und diese hielt ich ja für die Entscheidende... denn was für einen Sinn macht die OP, wenn es einem danach SCHLECHTER geht, als vorher...???
Ja und darum war meine bisherige OP-Bilanz eindeutig negativ, auch wenn es sich dabei erstmal nur um eine ZWISCHENbilanz handelt...
Aber heute ist es mir dann klar geworden... daß ich die Fragen falsch gestellt... und darum auch die falsche Antwort bekommen hatte...
Nachdem ich in Essen war und dort die OP abgesagt habe, habe ich ja zuerst versucht hier so eine Art positiv/negativliste zu machen, nach dem Motto, was spricht für und was gegen die OP...?
Aber mir ist bald klar geworden, daß das absoluter Blödsinn ist...
Wenn ich danach gehen würde, dürfte ich die OP NIEMALS machen lassen... denn die Liste der Argument, die gegen die OP sprechen ist ellenlang... Kein vernünftiger Mensch würde sich freiwillig sowas antun... außer... wenn es für ihn das Richtige ist... TROTZ alledem was dagegen spricht... denn das wiegt mehr als alle noch so vernünftigen Argumente zusammen...
Also habe ich versucht herauszufinden, ob die OP für mich wirklich das Richtige ist... bin dabei aber ein wenig von der 'reinen Lehre' abgekommen... denn die Fragen zwei und drei sind ja eigentlich auch wieder solche rationalen Fragen... Rückversicherungen gewissermaßen ob man auch wirklich das Richtige tut... wenn man das tut, was man für das Richtige hält...
Ja und damit ist klar, daß NICHT Frage 3 ('Wird es mir mit der OP besser gehen als ohne?') die Entscheidende ist, wie ich bis gestern noch dachte...
Anders herum wird ein Schuh draus...
Die entscheidende und letztlich einzig wichtige Frage ist die erste:
'Bin ich sicher, daß ich es wirklich von ganzem Herzen will...?'
Und die Antwort darauf lautete vor der OP und lautet jetzt immer noch: JA!
Das ist und bleibt der einzig richtige Weg, die einzig richtige Entscheidung für mich...
Oder hätte ich wirklich den Rest meines Lebens als körperlich überwiegend Mann weiterleben wollen...???
Nein... ganz bestimmt nicht...
Und dank S und Moira habe ich ja inzwischen gelernt:
'Tu was du für richtig hältst. Dann wird zwar nicht alles Gut werden... und es wird auch oft ganz anders kommen als du dir erhofft und erwartet hast, vielleicht wird es zeitweise auch ganz schlimm sein... aber letztlich wird wird dann alles seinen Sinn ergeben für dich... auch wenn du diesen Sinn manchmal erst nach Jahren erkennen können wirst.'
Ja und so kam es auch diesmal... Ich habe wieder einmal getan, was ich für richtig hielt... und wie bei S habe ich mich damit ganz gewaltig in die Nesseln gesetzt... aber inzwischen weiss ich ja, daß es seinen Preis kostet diesen Weg zu gehen... daß es nicht immer so kommt, wie man es erwartet und erhofft, wenn man das tut, was man für richtig hält... daß die Sache auch ganz gewaltig daneben gehen kann... so wie diesmal mit der OP... und daß man trotzdem in all dem seinen Sinn sehen kann, wenn auch oft erst später... und daß es letztlich der einzig richtige Weg ist das zu tun, was man für richtig hält...
So und nur so kann ich mit mir im reinen sein... und meinem Leben einen Sinn geben, indem ich das tue, was ich für richtig halte... und es nicht aus Angst vermeide... nur um das dann später zu bereuen...
Ja und wenn man das tut, was man wirklich will... und das habe ich mit dieser OP getan... dann spielen die beiden anderen Fragen keine Rolle mehr... dann ist man auch bereit dafür die ganzen Risiken, Schmerzen usw. auf sich zu nehmen... auch unvorhersehbare... und dann wird es einem damit auch besser gehen, als wenn man diesen Weg nicht gegangen wäre... sondern stattdessen einen von dem man genau weiss, daß es der falsche für einen ist...
Also... egal ob die Neoklitoris überlebt oder nicht... es war trotz allem die RICHTIGE Entscheidung die OP machen zu lassen... es war für mich der einzig richtige Weg... und ich würde es darum wieder tun... das ist mir jetzt klar geworden...
Alles weitere wird die Zeit zeigen...
Viele Grüßle allerseits
Aurisa
im letzten Eintrag hier ('Alles wird gut?') habe ich darüber geschrieben, wie hilfreich es ist, in seinem Leben einen Sinn sehen zu können. Da diese beiden Einträge inhaltlich eng zusammenhängen empfehle ich zum besseren Verständnis darum zuerst den anderen Eintrag und dann erst diesen hier zu lesen...
Wie dort gesagt halte ich es für sehr hilfreich ja eigentlich unverzichtbar für ein erfülltes Leben, daß man in der Lage ist, in seinem Leben einen Sinn sehen zu können.
Die Frage ist nur: wie macht man das...?
Meine persönliche Antwort – es mag noch andere Antworten geben... - darauf ist:
Indem man das tut, was man für sich selbst im jeweiligen Moment für richtig hält...
Ich denke, das ist absolut unverzichtbar dafür...
Warum ich das denke...?
Nun ich glaube, daß es kein richtiges Leben im falschen gibt... und damit meine ich, daß es nicht richtig sein kann, wenn man im Leben die falschen Dinge tut... jedenfalls was die wesentlichen Dinge im Leben angeht...
Ich kann mir nicht vorstellen, daß man einerseits ständig Dinge tun kann, die dem eigenen Wesen zuwiderlaufen... und gleichzeitig ein glückliches erfülltes und eben auch ein als sinnvoll empfundenes Leben führen kann...
Oh... das heisst nicht, daß man nicht die für sich falschen Dinge tun und dabei Spass haben könnte... kurzfristig... aber ein solches Leben kann davon bin ich fest überzeugt nur hohl und leer sein... egal wie schillernd und schön es nach außen auch wirken mag...
Auch in dieser Beziehung war mir Moira eine hervorragende Lehrmeisterin... Moira die hundert mal mehr Fun-Aktivitäten hatte als ich... und die ihr Leben doch nur als leer, einsam und sinnlos empfand...
'Tu was du willst', hat Michael Ende in seiner 'Unendlichen Geschichte' geschrieben... und genau das hat der Held der Geschichte dort dann auch gemacht... er hat das getan wonach ihm gerade der Sinn stand... und wurde nicht glücklich damit... bis ihm klar wurde, wie diese Aussage wirklich gemeint war, nämlich als: 'Tu, was du WIRKLICH willst!'
Es geht also gerade NICHT darum den spontanen Wünschen, Trieben usw. nachzugeben um glücklich zu werden im Leben... nein das ist der falsche Weg... das ist eine Sackgasse, die nirgendwohin führt...
Worum es geht im Leben ist das zu tun, was man WIRKLICH will... das was dem eigenen Wesen entspricht... das von dem einem das Herz sagt, daß es das Richtige ist...
Warum aber ist das so wichtig...?
Ganz einfach... weil das die einzig richtige Möglichkeit ist... denn die Alternativen dazu sind:
*entweder man tut etwas, obwohl man genau weiss, daß es das Falsche ist...
oder:
*man tut gar nichts...
Und beides wird man bereuen... garantiert!
Nichts zu tun ist sowieso die schlechteste aller Möglichkeiten...
Es gibt Untersuchungen, nach denen die Menschen das am meissten bereuen... was sie NICHT getan haben... Es ist unendlich viel besser, etwas zu tun... und es nicht zu schaffen... als es gar nicht erst zu versuchen!
Das Falsche zu tun ist auch kaum besser... denn wenn man weiss, daß man das Falsche tut – und nur wenn man WEISS, daß man das falsche tut und es trotzdem tut ist es richtig schlimm – dann wird dieses Wissen immer an einem nagen... sogar wenn dieses Falsche, für das man sich entschieden hat einem viele Vorteile einbringt... aber es ist und bleibt das Falsche und dieses Wissen verleidet einem die Freude an dem was man getan hat...
Mag man beispielsweise als Manager noch so viel Geld verdienen... man wird nie glücklich mit diesem Leben werden, wenn man eigentlich Maler werden wollte... sich aus Angst vor Armut aber nicht getraut hat, diesen Weg zu gehen...
Es ist gar nicht so einfach das zu tun, was man für das Richtige hält...
Viele Menschen wagen es nicht ihrem Herzen zu folgen und diesen oft steinigen Weg zu gehen... aus Angst davor, was er ihnen alles abverlangen würde...
Andere wissen vielleicht noch nicht mal, was sie wirklich wollen...
Aber ich bin fest davon überzeugt, daß jeder das kann... wenn er es denn wirklich will...
Doch viele Menschen wählen stattdessen den leichten Weg... den Weg des geringsten Widerstandes... den Weg der schnellen Bedürfnisbefriedigung des oberflächlichen Vergnügens...
Doch der Weg des geringsten Widerstandes kennt, wie man an jedem Bach und Fluss sehen kann, nur eine Richtung: abwärts...
Auf diesem Weg ist kein seelisches Wachstum, keine innerliche Reifung, möglich und weder Glück noch Sinn im Leben zu finden...
Andererseits kann ich es schon verstehen... Ich weiss schliesslich aus eigener Erfahrung WIE schwer es sein kann, das zu tun, was man für richtig hält... und in welche scheinbaren Katastrophen das führen kann...
Aber ich weiss inzwischen auch, daß es der einzig richtige Weg ist... weil man nur so niemals eine Entscheidung bereuen muss...
Damals, als ich mich dazu entschlossen habe mit S zu reden, ihm zu erzählen, daß ich ihn liebe, und von meiner Transidentät und als ich mich damals entschlossen habe, den Weg zur Frau gehen zu wollen... da hat das bei mir so richtig angefangen...
Damals habe ich mich ganz bewusst dafür entschlossen das zu tun, was ich für das Richtige hielt... in dem naiven Glauben, wenn ich nur das Richtige täte, würde alles gut werden... allerdings auch wohl wissend, daß das verdammt schwer werden würde... aber nicht ahnend WIE schlimm dann tatsächlich alles kommen würde...
Und es kam schlimmer als ich mir jemals hätte vorstellen können...
Da hatte ich also das getan was ich für richtig hielt... und mich damit direkt in die Depri-Katastrophe manövriert...
Die damalige Lektion lautete also: Riskier etwas... und du wirst ganz furchtbar bestraft dafür!
So gesehen ein guter Grund nur ja nicht zu riskieren seinem Herzen zu folgen...
Aber... wie im vorherigen Eintrag geschildert... hat sich dann irgendwann viele Jahre später herausgestellt, daß es DOCH richtig war, genau das zu tun, was ich getan habe... und da erst habe ich verstanden, daß weder 'alles wird gut' noch 'riskier etwas und du wirst furchtbar bestraft dafür' richtig sind... nein stattdessen heisst es:
'Tu was du für richtig hältst. Dann wird zwar nicht alles Gut werden... und es wird auch oft ganz anders kommen als du dir erhofft und erwartet hast, vielleicht wird es zeitweise auch ganz schlimm sein... aber letztlich wird wird dann alles seinen Sinn ergeben für dich... auch wenn du diesen Sinn manchmal erst nach Jahren erkennen können wirst.'
Ja und nachdem ich das endlich verstanden hatte kann ich nur sagen:
Es war der einzig richtige Weg, damals zu tun, was ich für richtig hielt, auch wenn ich mich damit zuerst erst mal ganz gewaltig in die Sch***e gesetzt habe...
Aber jeder andere Weg wäre der falsche gewesen und hätte mich nicht weiter gebracht...
Nur auf diesem harten Weg konnte ich zu mir selber finden und in all dem (wieder) einen Sinn sehen...
Ja und damit bin ich endlich bei den richtigen und den falschen Fragen aus der Überschrift angelangt...
Wie schon mehrfach geschrieben habe ich mich vor der geschlechtsangleichenden Operation gefragt:
1.Bin ich mir sicher, daß ich die OP wirklich von ganzem Herzen will...?
2.Ist es mir wichtig genug, um dafür die Risiken, Schmerzen, Einschränkungen und das ungewisse Ergebnis in kauf zu nehmen...?
3.Wird es mir damit/danach besser gehen als ohne?
Und wie ich auch schon geschrieben hatte, lauteten die Antworten:
*in Essen: dreimal JEIN... ich war mir nicht sicher... bei keiner der Fragen, wesewegen ich die OP dann auch abgesagt habe...
*in O vor der Operation: dreimal ein klares JA... wesewegen ich die OP dann ja auch habe machen lassen...
*ja und NACH der OP... und nach den unvorhersehbaren Komplikationen mit denen ich vorher nicht rechnen konnte und die ich darum auch nicht in meine Überlegungen mit einbeziehen konnte... da lauteten die Antworten:
+JA zur 1.Frage...
+ich weiss nicht zur 2.Frage...
+und NEIN zur 3.Frage... und diese hielt ich ja für die Entscheidende... denn was für einen Sinn macht die OP, wenn es einem danach SCHLECHTER geht, als vorher...???
Ja und darum war meine bisherige OP-Bilanz eindeutig negativ, auch wenn es sich dabei erstmal nur um eine ZWISCHENbilanz handelt...
Aber heute ist es mir dann klar geworden... daß ich die Fragen falsch gestellt... und darum auch die falsche Antwort bekommen hatte...
Nachdem ich in Essen war und dort die OP abgesagt habe, habe ich ja zuerst versucht hier so eine Art positiv/negativliste zu machen, nach dem Motto, was spricht für und was gegen die OP...?
Aber mir ist bald klar geworden, daß das absoluter Blödsinn ist...
Wenn ich danach gehen würde, dürfte ich die OP NIEMALS machen lassen... denn die Liste der Argument, die gegen die OP sprechen ist ellenlang... Kein vernünftiger Mensch würde sich freiwillig sowas antun... außer... wenn es für ihn das Richtige ist... TROTZ alledem was dagegen spricht... denn das wiegt mehr als alle noch so vernünftigen Argumente zusammen...
Also habe ich versucht herauszufinden, ob die OP für mich wirklich das Richtige ist... bin dabei aber ein wenig von der 'reinen Lehre' abgekommen... denn die Fragen zwei und drei sind ja eigentlich auch wieder solche rationalen Fragen... Rückversicherungen gewissermaßen ob man auch wirklich das Richtige tut... wenn man das tut, was man für das Richtige hält...
Ja und damit ist klar, daß NICHT Frage 3 ('Wird es mir mit der OP besser gehen als ohne?') die Entscheidende ist, wie ich bis gestern noch dachte...
Anders herum wird ein Schuh draus...
Die entscheidende und letztlich einzig wichtige Frage ist die erste:
'Bin ich sicher, daß ich es wirklich von ganzem Herzen will...?'
Und die Antwort darauf lautete vor der OP und lautet jetzt immer noch: JA!
Das ist und bleibt der einzig richtige Weg, die einzig richtige Entscheidung für mich...
Oder hätte ich wirklich den Rest meines Lebens als körperlich überwiegend Mann weiterleben wollen...???
Nein... ganz bestimmt nicht...
Und dank S und Moira habe ich ja inzwischen gelernt:
'Tu was du für richtig hältst. Dann wird zwar nicht alles Gut werden... und es wird auch oft ganz anders kommen als du dir erhofft und erwartet hast, vielleicht wird es zeitweise auch ganz schlimm sein... aber letztlich wird wird dann alles seinen Sinn ergeben für dich... auch wenn du diesen Sinn manchmal erst nach Jahren erkennen können wirst.'
Ja und so kam es auch diesmal... Ich habe wieder einmal getan, was ich für richtig hielt... und wie bei S habe ich mich damit ganz gewaltig in die Nesseln gesetzt... aber inzwischen weiss ich ja, daß es seinen Preis kostet diesen Weg zu gehen... daß es nicht immer so kommt, wie man es erwartet und erhofft, wenn man das tut, was man für richtig hält... daß die Sache auch ganz gewaltig daneben gehen kann... so wie diesmal mit der OP... und daß man trotzdem in all dem seinen Sinn sehen kann, wenn auch oft erst später... und daß es letztlich der einzig richtige Weg ist das zu tun, was man für richtig hält...
So und nur so kann ich mit mir im reinen sein... und meinem Leben einen Sinn geben, indem ich das tue, was ich für richtig halte... und es nicht aus Angst vermeide... nur um das dann später zu bereuen...
Ja und wenn man das tut, was man wirklich will... und das habe ich mit dieser OP getan... dann spielen die beiden anderen Fragen keine Rolle mehr... dann ist man auch bereit dafür die ganzen Risiken, Schmerzen usw. auf sich zu nehmen... auch unvorhersehbare... und dann wird es einem damit auch besser gehen, als wenn man diesen Weg nicht gegangen wäre... sondern stattdessen einen von dem man genau weiss, daß es der falsche für einen ist...
Also... egal ob die Neoklitoris überlebt oder nicht... es war trotz allem die RICHTIGE Entscheidung die OP machen zu lassen... es war für mich der einzig richtige Weg... und ich würde es darum wieder tun... das ist mir jetzt klar geworden...
Alles weitere wird die Zeit zeigen...
Viele Grüßle allerseits
Aurisa
Aurisa - 4. Sep, 15:28