'Der Pechkübel wird gleichmässig über allen ausgeschüttet...'
Hallo alle zusammen,
neulich habe ich hier ja schon mal was dazu geschrieben, daß amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben wollen, daß Glück und Pech bei allen Menschen weitgehend gleich verteilt seien...
Da das Thema bei euch großen Anklang gefunden habe, wollte ich dazu noch mehr schreiben...
Gandhi war übrigens auch dieser Meinung und soll etwas im Sinne von: 'Der Pechkübel wird gleichmässig über allen ausgeschüttet' gesagt haben...
Er meinte, es gäbe bei den Menschen keinen großen Unterschied, in der 'Menge' an Glück und Unglück die ihnen widerfährt... wohl aber darin, wie sie darauf reagieren würden...
Aber zurück zu der Untersuchung der amerikanischen Wissenschaftlern...
Leider weiss ich nichts genaues darüber... ich habe nur aus zweiter Hand aus einem Buch darüber erfahren...
Es wäre schon interessant, wie diese Wissenschaftler, zu dem Ergebnis gekommen sind... welche Fragen sie gestellt, welche Untersuchungen sie angestellt haben, wie sie was bewertet haben usw... Nur dann könnte man beurteilen, ob diese Ergebnisse seriös sind... oder doch eher zweifelhaft...
Jemand hat mal geschrieben:
'Wenn ich jemand verarschen will, dann sage ich: 'Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt...''
Und da ist was dran... Nicht jede wissenschaftliche Studie ist das Papier wert, auf das sie gedruckt wird... Wenn man die falschen Fragen stellt, bekommt man auch die falschen Antworten...
Andere Studien stellen zwar die richtigen Fragen, sind aber aus anderen Gründen nicht aussagekräftig... beispielsweise weil die untersuchte Gruppe zu klein war...
Und dann gibt es noch die Studien, wo es den Machern von vorne herein auf ein bestimmtes Ergebnis ankommt... oder wo sogar schlicht und ergreifend die Ergebnisse gefälscht werden...
All das will ich dieser Studie nicht unterstellen... aber ich wollte doch klar machen, daß nur weil irgendwelche Wissenschaftler irgendetwas herausgefunden haben wollen, das noch lange nicht richtig sein muss...
Gibt es also tatsächlich eine 'Demokratie der Schicksalsschläge', wie diese Wissenschaftler meinen...?
„Wenn eine Person viele negative Erfahrungen macht, dann hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit gleichzeitig auch positive Erlebnisse und umgekehrt“, heisst es da...
Es gäbe also weder ausgesprochene Pechvögel, noch Glückspilze...
Dabei ist wichtig, daß diese Untersuchung (nur) besagt, daß der QUOTIENT von Glück und Pech bei allen Menschen ähnlich ausfallen würde...
Das bedeutet, daß wenn ein Mensch ein aktives Leben führt, viele Risiken eingeht und viel tut, dann passiert ihm mehr positives... aber auch mehr negatives im Leben als denjenigen, die passiv sind, nur wenige Risiken eingehen und wenig tun...
Das VERHÄLTNIS von Glück und Unglück zueinander soll demnach immer ungefähr gleich sein... nicht die abolute Anzahl von Glücks- und Unglücksmomenten...
Mehr weiss ich leider nicht über diese Studie...
Also... kann das stimmen, daß Glück und Unglück weitgehend gleichmäßig verteilt sind... wo es in der Welt doch so offensichtlich ungerecht zugeht... und es soviel Ungleichheit gibt...?
Sehen wir uns das erstmal unter statistischen Gesichtspunkten an...
Da gibt es ja bekanntlich die sogenannte Normalverteilungskurve, die ungefähr wie eine Glocke aussieht.
In der Mitte liegt ist sie am höchsten, d.h. dort ist in unserem Fall die Stelle des durchschnittlichen Glücks und Pechs (dafür bräuchten wir genau genommen zwei Kurven, aber das würde jetzt wohl zu weit führen...).
Nach rechts und links wird die Kurve immer flacher, d.h. dort 'sitzten' auf der eine Seite die Glückspilze und auf der anderen Seite die Pechvögel... von denen es daher immer nur vergleichsweise wenige geben kann... je extremer ausgeprägt das Glück oder Pech, desto weniger... und den Menschen der immer nur Glück oder immer nur Pech hat... den kann es wohl gar nicht geben...
So gesehen MÜSSTE es eigentlich sogar aus mathematischen Gründen Glückspilze und Pechvögel geben...
Allerdings... so ein Menschenleben dauert normalerweise mehrere Jahrzehnte... und im laufe des Lebens gibt es sehr viele Glücks- und Unglücksmomente...
Und je mehr Glücks- und Unglücksmomente es geben kann... umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese sich auf ein durchschnittliches Mittelmaß einpendeln...
Probiert es aus...
Wenn ihr einmal einen Würfel werft, dann ist die Wahrscheinlichkeit 1/6, daß ihr eine 6 (für Glück) oder eine 1 (für Pech) werft...
Aber jetzt versucht mal 10 mal hintereinander eine 6 (oder eine 1) zu werfen...
Das wird euch kaum gelingen...
Und wenn ihr versucht 100 mal hintereinander eine 6 zu werfen... das ist ziemlich aussichtslos...
Immer nur Glück oder immer nur Pech... das geht also statistisch nicht... denn so ein Leben hat sicher (fast) unzählige Glücks- und Unglücksmomente...
So gesehen kann es statistisch gesehen tatsächlich keine extremen Glückspilze und Pechvögel geben... weil die Normalerverteilugskurve durch die große Zahl der Glücks- und Unglücksmomente in einem Leben sehr schmal wird...
Insofern ist diese Untersuchung dann wahrscheinlich sogar richtig... wenn sie besagt, daß das Verhältnis der Glücks- und Unglücksmomente bei allen Menschen ungefähr gleich ist...
Aber... das ist wohl allenfalls die halbe Wahrheit...
Erstmal ist die Rede vom Glück und Unglück IM Leben... von den Startbedingungen in's Leben war keine Rede... und daß bei denen Glück und Unglück mehr als nur ein wenig ungleich verteilt sind... das kann ja wohl niemand bezweifeln, der nicht gänzlich blind ist...
Und dann war da vor allem von Glücks- und UnglücksMOMENTEN die Rede... wovon NICHT die Rede war, war von der Größe oder Kleinheit des jeweiligen Glücks- oder Unglücksmoment...
Wenn also der Manager eines Weltkonzerns erfährt, daß er dieses Jahr leider keine 8 sondern nur 4 Millionen Euro verdienen wird... dann ist das für diesen sicher EIN Unglücksmoment...
Wenn der Kleinverdiener erfährt, daß er einen seiner beiden Minijobs verliert und darum jetzt keine 800 sondern in Zukunft nur noch 400 Euro im Monat verdient... dann ist das auch EIN Unglücksmoment...
So gesehen haben beide gleich viel Unglück... rein statistisch...
Daß da aber in Wirklichkeit Äpfel mit Birnen verglichen werden... das muss ich wohl nicht erst extra begründen...
Für den Manager bedeutet dieser Unglücksmoment beispielsweise, daß er sich jetzt doch keine neue Superluxusjacht leisten kann dieses Jahr... für den Kleinverdiener bedeutet es, daß er nicht weiss, wovon er in Zukunft leben soll...
Es stimmt eben immer noch: Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!
Diese Untersuchung mag rein formal korrekt sein... gut möglich, daß rein quantitativ alle Menschen ein fast identisches Verhältnis von Glücks- und Unglücksmomenten erleben...
über die QUALITÄT, die Größe des Unglücks besagt das aber rein gar nichts!
Zumindest Gandhi hat aber mit einem recht:
Entscheidend ist, wie wir mit dem Glück und Unglück umgehen, das uns widerfährt!
Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle wie groß oder klein, wie viel oder wie wenig das ist...
Es liegt an uns... ob wir in unserem Unglück verharren... oder das Beste daraus machen...
Viele Grüße
Aurisa
neulich habe ich hier ja schon mal was dazu geschrieben, daß amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben wollen, daß Glück und Pech bei allen Menschen weitgehend gleich verteilt seien...
Da das Thema bei euch großen Anklang gefunden habe, wollte ich dazu noch mehr schreiben...
Gandhi war übrigens auch dieser Meinung und soll etwas im Sinne von: 'Der Pechkübel wird gleichmässig über allen ausgeschüttet' gesagt haben...
Er meinte, es gäbe bei den Menschen keinen großen Unterschied, in der 'Menge' an Glück und Unglück die ihnen widerfährt... wohl aber darin, wie sie darauf reagieren würden...
Aber zurück zu der Untersuchung der amerikanischen Wissenschaftlern...
Leider weiss ich nichts genaues darüber... ich habe nur aus zweiter Hand aus einem Buch darüber erfahren...
Es wäre schon interessant, wie diese Wissenschaftler, zu dem Ergebnis gekommen sind... welche Fragen sie gestellt, welche Untersuchungen sie angestellt haben, wie sie was bewertet haben usw... Nur dann könnte man beurteilen, ob diese Ergebnisse seriös sind... oder doch eher zweifelhaft...
Jemand hat mal geschrieben:
'Wenn ich jemand verarschen will, dann sage ich: 'Amerikanische Wissenschaftler haben festgestellt...''
Und da ist was dran... Nicht jede wissenschaftliche Studie ist das Papier wert, auf das sie gedruckt wird... Wenn man die falschen Fragen stellt, bekommt man auch die falschen Antworten...
Andere Studien stellen zwar die richtigen Fragen, sind aber aus anderen Gründen nicht aussagekräftig... beispielsweise weil die untersuchte Gruppe zu klein war...
Und dann gibt es noch die Studien, wo es den Machern von vorne herein auf ein bestimmtes Ergebnis ankommt... oder wo sogar schlicht und ergreifend die Ergebnisse gefälscht werden...
All das will ich dieser Studie nicht unterstellen... aber ich wollte doch klar machen, daß nur weil irgendwelche Wissenschaftler irgendetwas herausgefunden haben wollen, das noch lange nicht richtig sein muss...
Gibt es also tatsächlich eine 'Demokratie der Schicksalsschläge', wie diese Wissenschaftler meinen...?
„Wenn eine Person viele negative Erfahrungen macht, dann hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit gleichzeitig auch positive Erlebnisse und umgekehrt“, heisst es da...
Es gäbe also weder ausgesprochene Pechvögel, noch Glückspilze...
Dabei ist wichtig, daß diese Untersuchung (nur) besagt, daß der QUOTIENT von Glück und Pech bei allen Menschen ähnlich ausfallen würde...
Das bedeutet, daß wenn ein Mensch ein aktives Leben führt, viele Risiken eingeht und viel tut, dann passiert ihm mehr positives... aber auch mehr negatives im Leben als denjenigen, die passiv sind, nur wenige Risiken eingehen und wenig tun...
Das VERHÄLTNIS von Glück und Unglück zueinander soll demnach immer ungefähr gleich sein... nicht die abolute Anzahl von Glücks- und Unglücksmomenten...
Mehr weiss ich leider nicht über diese Studie...
Also... kann das stimmen, daß Glück und Unglück weitgehend gleichmäßig verteilt sind... wo es in der Welt doch so offensichtlich ungerecht zugeht... und es soviel Ungleichheit gibt...?
Sehen wir uns das erstmal unter statistischen Gesichtspunkten an...
Da gibt es ja bekanntlich die sogenannte Normalverteilungskurve, die ungefähr wie eine Glocke aussieht.
In der Mitte liegt ist sie am höchsten, d.h. dort ist in unserem Fall die Stelle des durchschnittlichen Glücks und Pechs (dafür bräuchten wir genau genommen zwei Kurven, aber das würde jetzt wohl zu weit führen...).
Nach rechts und links wird die Kurve immer flacher, d.h. dort 'sitzten' auf der eine Seite die Glückspilze und auf der anderen Seite die Pechvögel... von denen es daher immer nur vergleichsweise wenige geben kann... je extremer ausgeprägt das Glück oder Pech, desto weniger... und den Menschen der immer nur Glück oder immer nur Pech hat... den kann es wohl gar nicht geben...
So gesehen MÜSSTE es eigentlich sogar aus mathematischen Gründen Glückspilze und Pechvögel geben...
Allerdings... so ein Menschenleben dauert normalerweise mehrere Jahrzehnte... und im laufe des Lebens gibt es sehr viele Glücks- und Unglücksmomente...
Und je mehr Glücks- und Unglücksmomente es geben kann... umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, daß diese sich auf ein durchschnittliches Mittelmaß einpendeln...
Probiert es aus...
Wenn ihr einmal einen Würfel werft, dann ist die Wahrscheinlichkeit 1/6, daß ihr eine 6 (für Glück) oder eine 1 (für Pech) werft...
Aber jetzt versucht mal 10 mal hintereinander eine 6 (oder eine 1) zu werfen...
Das wird euch kaum gelingen...
Und wenn ihr versucht 100 mal hintereinander eine 6 zu werfen... das ist ziemlich aussichtslos...
Immer nur Glück oder immer nur Pech... das geht also statistisch nicht... denn so ein Leben hat sicher (fast) unzählige Glücks- und Unglücksmomente...
So gesehen kann es statistisch gesehen tatsächlich keine extremen Glückspilze und Pechvögel geben... weil die Normalerverteilugskurve durch die große Zahl der Glücks- und Unglücksmomente in einem Leben sehr schmal wird...
Insofern ist diese Untersuchung dann wahrscheinlich sogar richtig... wenn sie besagt, daß das Verhältnis der Glücks- und Unglücksmomente bei allen Menschen ungefähr gleich ist...
Aber... das ist wohl allenfalls die halbe Wahrheit...
Erstmal ist die Rede vom Glück und Unglück IM Leben... von den Startbedingungen in's Leben war keine Rede... und daß bei denen Glück und Unglück mehr als nur ein wenig ungleich verteilt sind... das kann ja wohl niemand bezweifeln, der nicht gänzlich blind ist...
Und dann war da vor allem von Glücks- und UnglücksMOMENTEN die Rede... wovon NICHT die Rede war, war von der Größe oder Kleinheit des jeweiligen Glücks- oder Unglücksmoment...
Wenn also der Manager eines Weltkonzerns erfährt, daß er dieses Jahr leider keine 8 sondern nur 4 Millionen Euro verdienen wird... dann ist das für diesen sicher EIN Unglücksmoment...
Wenn der Kleinverdiener erfährt, daß er einen seiner beiden Minijobs verliert und darum jetzt keine 800 sondern in Zukunft nur noch 400 Euro im Monat verdient... dann ist das auch EIN Unglücksmoment...
So gesehen haben beide gleich viel Unglück... rein statistisch...
Daß da aber in Wirklichkeit Äpfel mit Birnen verglichen werden... das muss ich wohl nicht erst extra begründen...
Für den Manager bedeutet dieser Unglücksmoment beispielsweise, daß er sich jetzt doch keine neue Superluxusjacht leisten kann dieses Jahr... für den Kleinverdiener bedeutet es, daß er nicht weiss, wovon er in Zukunft leben soll...
Es stimmt eben immer noch: Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!
Diese Untersuchung mag rein formal korrekt sein... gut möglich, daß rein quantitativ alle Menschen ein fast identisches Verhältnis von Glücks- und Unglücksmomenten erleben...
über die QUALITÄT, die Größe des Unglücks besagt das aber rein gar nichts!
Zumindest Gandhi hat aber mit einem recht:
Entscheidend ist, wie wir mit dem Glück und Unglück umgehen, das uns widerfährt!
Und dabei spielt es überhaupt keine Rolle wie groß oder klein, wie viel oder wie wenig das ist...
Es liegt an uns... ob wir in unserem Unglück verharren... oder das Beste daraus machen...
Viele Grüße
Aurisa
Aurisa - 14. Okt, 18:18