Was ist ein Tauschring?
Hallo alle zusammen,
der Begriff Tauschring wird sicher nicht jedem was sagen, darum hier eine Erklärung worum es dabei geht.
(Erstmal, um Missverständnisse zu vermeiden... mit solchen Dingen wie TauschKREISEN hat das GAR NICHTS zu tun!
TauschKREISE sind eine Spezialform der berüchtigten Schneeballsystemen... wo neue Mitgliedern den älteren, die sie angeworben haben Geld schenken – ohne jede Gegenleistung!
Und weil die neuen Mitglieder ja auch den großen Reibach machen wollen, müssen sie ihrerseits neue Mitglieder werben, die dann ihnen Geld schenken und diese neuen Mitglieder müssen ihrerseits wieder neue Mitglieder werben usw. usf...
Es müsste eigentlich jedem klar sein, daß das nicht gutgehen kann... daß dabei alle profitieren... sondern daß es sich dabei um ein Nullsummenspiel handelt, bei dem einige wenige (die Initiatoren des TauschKREISES...) profitieren und alle anderen viel Geld verlieren...).
Bei TauschRINGEN geht es, wie der Name schon sagt, darum etwas zu tauschen... allerdings werden da NICHT Waren getauscht... sondern Dienstleistungen.
Soweit wäre das nichts besonderes... Gefälligkeiten auszutauschen, nach dem Motto: 'eine Hand wäscht die andere', ist unter Verwandten, Freunden und Nachbarn nichts ungewöhnliches...
Bei Tauschringen läuft das allerdings etwas anders...
Erstmal tauscht man da die Dienstleistungen nämlich mit einem erstmal völlig FREMDEN Menschen... was nicht ausschließt, daß man sich im Laufe der Zeit näher kennenlernt...
Und die nächste Besonderheit ist, daß man die Dienstleistungen nicht (nur) direkt tauscht, sondern auch und vor allem indirekt!
Das heisst Tauschringmitglied A jätet beispielsweise für Mitglied B dessen Garten, Mitglied B seinerseits erledigt für Mitglied C einen lästigen Behördengang, Mitglied C gibt Mitglied D Gesangsstunden... usw. usf...
Das hat den großen Vorteil, daß man so – genügend Mitglieder im Tauschring vorausgesetzt – meisstens jemand findet, der die Dienstleistung anbietet, die man in anspruch nehmen möchte... und daß man umgekehrt auch jemand findet, der das was man selber für andere tun kann und möchte, in anspruch nehmen will.
Ja und weil das alles auch irgendwie miteinander verrechnet werden muss, es bei Tauschringen aber gerade kein direktes Geben und Nehmen zwischen zwei Menschen gibt, haben alle Tauschringe eine jeweils eigene rein virtuelle Währung... die beispielsweise Taler heisst, damit da keine Verwechslungen mit realem Euro-Geld aufkommen...
Jedes Mitglied hat bei seinem Tauschring ein virtuelles Konto für dieses 'Tauschgeld'.
Und hier kommt wieder eine Besonderheit:
Dieses Konto ist in seiner Höhe begrenzt... sowohl nach oben als auch nach unten... das heisst, man kann da nur ein sehr begrenztes Guthaben anhäufen... und noch weniger Schulden...
Damit soll vor allem verhindert werden, daß jemand immer nur nimmt, sich also von anderen Mitgliedern Dienstleistungen erbringen lässt ohne seinerseits etwas zu tun...
Es soll schließlich ein ausgewogenes Geben und Nehmen sein...
Ja und was man anzubieten hat an Dienstleitungen und was man sucht, das wird jeweils in einem Mitgliedermagazin oder ähnlichem abgedruckt, heutzutage meisst im Web...
Das ist im Grunde schon alles...
Ja... aber vielleicht stellt sich euch jetzt die Frage:
WOZU das alles...?
Schließlich wird in einem Tauschring im Grunde auch nicht viel anderes gemacht als in der realen Marktwirtschaft...
In beiden Wirtschaftssystemen wird nicht – wie vor Erfindung des Geldes – Ware gegen Ware oder Dienstleistung gegen Dienstleistungn oder Dienstleistung gegen Ware DIREKT getauscht... sondern indirekt über ein Zahlungsmittel... Geld eben...
Geld gibt es schließlich schon... wozu dann also noch Tauschringe mit einer zweiten, virtuellen Währung...?
Der Witz ist:
Tauschringe ähneln der freien Marktwirtschaft... unterscheiden sich aber in einigen ganz wesentlichen Punkten davon...
Tauschringe sind sogar ganz bewusst als Ergänzung... vielleicht sogar als bessere Alternative zur Marktwirtschaft gedacht... darum sind sie auch anders als diese... weil sie versuchen einige der ganz großen Probleme der Marktwirtschaft zu vermeiden...
Bekanntlich standen sich bis vor einigen Jahren ja Kommunismus und Kapitalismus als konkurrierende Systeme gegenüber... wobei der Kommunismus den Gedanken der Gleichheit betonte, der Kapitalismus dagegen den der Freiheit...
Beides vom Grundsatz her eigentlich schöne Ideen...
Wer möchte nicht frei sein, tun zu dürfen, was er sich wünscht...
Und wer wünscht sich nicht, daß es gerecht zugeht auf der Welt, daß es keine so großen Ungleichheiten gibt, daß einerseits Menschen verhungern müssen, während gleichzeitig so viele Nahrungsmittel erzeugt werden, daß doppelt so viele Menschen davon satt werden könnten, wie heute auf der Erde leben...
Aber... wie die Geschichte gezeigt hat, führt die kommunistische Gleichmacherei nur dazu, daß niemand sich anstrengt... weil Leistung sich sowieso nicht lohnt... und als Folge ein solches Wirtschaftssystem früher oder später zwangsläufig zusammenbrechen muss...
Und was den Kapitalismus angeht... dieser ist zwar siegreich aus dem Zweikampf mit dem Kommunismus hervorgegangen... jedoch ebenfalls zum Untergang verdammt... jedenfalls in seiner heutigen Form...
Die Gründe dafür sind komplex... lassen sich aber im wesentlichen auf zwei Punkte reduzieren:
1.In einer begrenzten Welt – und das ist die Erde – kann es kein unbegrenztes Wachstum geben.
2.Der Zinseszinseffekt führt dazu, daß wer genug Geld hat, immer noch mehr Geld bekommt, ohne dafür arbeiten zu müssen... arbeiten tun stattdessen diejenigen, die wenig Geld bzw. Schulden haben... um für ihn diese Zinsen zu erwirtschaften...
Nimmt man beides zusammen, bedeutet das als Konsequenz:
Entweder wächst die Wirtschaft solange weiter, bis alle Ressourcen verbraucht sind und dadurch unsere Zivilisation zusammenbricht...
Oder... wenn auf Wirtschaftswachstum verzichtet wird, um das Ökosystem der Erde nicht zu zerstören... das Geld wird durch den Zinseszinseffekt solange von unten nach oben umverteilt, bis die große Mehrheit zuwenig zum überleben hat, während eine kleine Minderheit alles besitzt... was als Folge zu Kriegen, Bürgerkriegen usw. und in letzter Konsequenz irgendwann ebenfalls zum zusammenbruch der menschlichen Zivilisation führen wird...
In der Realität haben wir eine Kombination von beidem... Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt... und gleichzeitige Umverteilung von unten nach oben durch den Zinseszinseffekt...
Die Folgen sind bekannt:
Ungefähr eine Milliarde Menschen hungern in den Entwicklungsländern... auch in den Industrieländern gibt es immer mehr Menschen die kaum noch genug Geld zum überleben haben, Kriege um Öl sind heutzuage schon normal geworden... Kriege um Wasser und andere Rohstoffe werden folgen... Umweltverschmutzung allerorten... sogar noch in der Tiefsee oder der Antarktis... Klimaerwärmung durch Treibhausgase, Ozonloch usw. usf....
Die Liste wäre endlos...
Die Erde ist groß... sie erträgt viel von unseren Dummheiten... nur darum gibt es uns noch...
aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns selbst vernichtet haben... wenn... falls wir so weitermachen wie bisher...
Wer es nicht glaubt, der schau sich die Osterinseln an... kahle Felsen im Pazifik... fernab vom Rest der Welt...
Diese Inseln waren einmal grün, fruchtbar und dicht bewaldet... bevor ihre Bewohner dort die Grenzen des Wachstums austesten... und überschritten... bevor sie alle Bäume gefällt hatten... und sich danach in Kriegen um die letzten Ressourcen selber vernichteten...
Die Osterinseln gibt es noch, wenn auch schwer gezeichnet von den Sünden ihrer Bewohner... aber ihre Einwohner existieren nicht mehr...
So wird es uns auch gehen... falls wir so weitermachen wie bisher...
Wenn wir das nicht wollen... dann sollten wir das, was im Kapitalismus schief läuft ändern...
Tauschringe sind ein Versuch dazu...
Folgende Dinge sind anders, als im Kapitalismus, bei Tauschringen, eben um dessen Fehler zu vermeiden:
*es gibt keine Zinsen auf das erarbeitete Guthaben, also auch keine Zinseszinsen. Damit fällt der Zinseszinseffekt weg. Niemand kann dort ohne Arbeit reich werden, indem er sein Geld für sich arbeiten lässt... was doch nur bedeutet, daß andere für ihn arbeiten müssten...
Da es keinen Zinseszinseffekt gibt bedeutet das ebenfalls, daß die Notwendigkeit wegfällt immer mehr und mehr Leisten und damit die Natur immer mehr ausbeuten zu müssen um Wirtschaftswachstum zu erzielen mit dem die Zinsen für die Guthaben der Reichen bezahlt werden können...
*es herrscht dort eine hohe Transparenz. Man kennt sich oft persönlich, da Tauschringe immer lokal organisiert sind. Vor allem aber ist auch der Kontostand jedes Mitglieds für alle anderen zu sehen. So ist es ganz leicht zu erkennen, wenn jemand egoistisch immer nur nimmt, aber nie etwas zurückgibt und wenn er sein 'Kreditlimit' erreicht hat, kann er keine Leistungen von anderen Mitgliedern mehr in Anspruch nehmen, bevor er nicht selber etwas für andere geleistet hat.
Betrug ist so kaum möglich. Schmarozer werden im schlimmsten Fall ausgeschlossen... wenn sie ihr Verhalten nicht ändern...
Ganz anders als in der modernen kapitalistischen Gesellschaft, wo man seine Geschäftspartner meisst gar nicht kennt und diese darum im Schutze der Anonymität betrügen können... um sich dann davon zu machen und anderswo andere Menschen hereinzulegen...
Banken, Versicherungen, Telefongesellschaften und andere Unternehmen haben dieses Problem schon lange erkannt und schützen sich durch die Schufa vor solchen Betrügern...
Der normale Bürger ist ihnen dagegen schutzlos ausgeliefert, weil er nicht weiss, wer von seinen Geschäftspartner schon Dreck am Stecken hat...
Um so etwas zu vermeiden soll man sich bei Tauschringen ja auch persönlich vorstellen...
Wer da suspekt ist, wird gar nicht erst aufgenommen um faule Äpfel draußen zu halten...
*ganz nebenbei bleibt das virtuelle Geld so auch im Lande...
Globalisierung gibt es bei Tauschringen nicht, da sie ja nur lokal aktiv sind...
Arbeitsverlagerung in's Ausland ist also nicht möglich...
Außerdem haben Tauschringe noch weitere Vorteile:
*da kein echtes Geld fliesst, fallen auch keine Steuern und Sozialversicherungsabgaben an... jedenfalls bis zu einer bestimmten Geringfügigkeitsgrenze. Und in diesem Rahmen ist das alles auch durchaus legal und keine Schwarzarbeit!
*gerade für Menschen, die wenig Geld habe, dafür aber Zeit – beispielsweise für Arbeitslose, Rentner etc. - sind Tauschringe eine gute Möglichkeit Dienstleistungen zu bekommen, die sie sich sonst vielleicht nie leisten könnten!
*da jeder das Anbieten kann, was er nicht nur kann sondern auch gerne macht – es wird ja niemand gezwungen irgendetwas zu tun dabei! - macht die Arbeit bei Tauschringen auch mehr Spaß, weil man tut, was man kann und mag und nicht nur irgendetwas, was man tun muss um Geld zu verdienen...
*außerdem können so auch Menschen sich einbringen, die keine formellen Abschlüsse haben...
So manch einer hat in seinem Leben Dinge gelernt, oder hat das Talent dazu, ohne dafür ein Diplom oder sonstwas vorweisen zu können...
Bei Tauschringen können auch solche Menschen ihr Wissen und Können sinnvoll einsetzen und sich so Gegenleistungen verdienen... und um die Qualität der geleistete Arbeit muss man sich auch keine großen Sorgen machen... denn durch die Transparenz bei Tauschringen spricht es sich schnell rum, wenn jemand nur rumpfuscht... und der findet dann bald niemand mehr der ihn in anspruch nehmen will...
Soweit also als Erklärung, was Tauschringe sind...
Ich weiss nicht, ob diese unser momentanes kapitalistisches Wirtschaftssystem ersetzen könnten...
eine gute Ergänzung dazu sind sie allemal...
Ja und ich habe die Hoffnung, daß sie auch ein Vorbild sein könnten... für ein Wirtschaftssystem, das funktioniert ohne die Umwelt und damit sich selber zu zerstören... und vielleicht nimmt sich der Kapitalismus eines Tages ja ein Beispiel daran... und tut etwas gegen seine eingebauten selbstzerstörerischen Systemfehler... wie eben vor allem den Zinseszinseffekt...
Viele Grüße
Aurisa
der Begriff Tauschring wird sicher nicht jedem was sagen, darum hier eine Erklärung worum es dabei geht.
(Erstmal, um Missverständnisse zu vermeiden... mit solchen Dingen wie TauschKREISEN hat das GAR NICHTS zu tun!
TauschKREISE sind eine Spezialform der berüchtigten Schneeballsystemen... wo neue Mitgliedern den älteren, die sie angeworben haben Geld schenken – ohne jede Gegenleistung!
Und weil die neuen Mitglieder ja auch den großen Reibach machen wollen, müssen sie ihrerseits neue Mitglieder werben, die dann ihnen Geld schenken und diese neuen Mitglieder müssen ihrerseits wieder neue Mitglieder werben usw. usf...
Es müsste eigentlich jedem klar sein, daß das nicht gutgehen kann... daß dabei alle profitieren... sondern daß es sich dabei um ein Nullsummenspiel handelt, bei dem einige wenige (die Initiatoren des TauschKREISES...) profitieren und alle anderen viel Geld verlieren...).
Bei TauschRINGEN geht es, wie der Name schon sagt, darum etwas zu tauschen... allerdings werden da NICHT Waren getauscht... sondern Dienstleistungen.
Soweit wäre das nichts besonderes... Gefälligkeiten auszutauschen, nach dem Motto: 'eine Hand wäscht die andere', ist unter Verwandten, Freunden und Nachbarn nichts ungewöhnliches...
Bei Tauschringen läuft das allerdings etwas anders...
Erstmal tauscht man da die Dienstleistungen nämlich mit einem erstmal völlig FREMDEN Menschen... was nicht ausschließt, daß man sich im Laufe der Zeit näher kennenlernt...
Und die nächste Besonderheit ist, daß man die Dienstleistungen nicht (nur) direkt tauscht, sondern auch und vor allem indirekt!
Das heisst Tauschringmitglied A jätet beispielsweise für Mitglied B dessen Garten, Mitglied B seinerseits erledigt für Mitglied C einen lästigen Behördengang, Mitglied C gibt Mitglied D Gesangsstunden... usw. usf...
Das hat den großen Vorteil, daß man so – genügend Mitglieder im Tauschring vorausgesetzt – meisstens jemand findet, der die Dienstleistung anbietet, die man in anspruch nehmen möchte... und daß man umgekehrt auch jemand findet, der das was man selber für andere tun kann und möchte, in anspruch nehmen will.
Ja und weil das alles auch irgendwie miteinander verrechnet werden muss, es bei Tauschringen aber gerade kein direktes Geben und Nehmen zwischen zwei Menschen gibt, haben alle Tauschringe eine jeweils eigene rein virtuelle Währung... die beispielsweise Taler heisst, damit da keine Verwechslungen mit realem Euro-Geld aufkommen...
Jedes Mitglied hat bei seinem Tauschring ein virtuelles Konto für dieses 'Tauschgeld'.
Und hier kommt wieder eine Besonderheit:
Dieses Konto ist in seiner Höhe begrenzt... sowohl nach oben als auch nach unten... das heisst, man kann da nur ein sehr begrenztes Guthaben anhäufen... und noch weniger Schulden...
Damit soll vor allem verhindert werden, daß jemand immer nur nimmt, sich also von anderen Mitgliedern Dienstleistungen erbringen lässt ohne seinerseits etwas zu tun...
Es soll schließlich ein ausgewogenes Geben und Nehmen sein...
Ja und was man anzubieten hat an Dienstleitungen und was man sucht, das wird jeweils in einem Mitgliedermagazin oder ähnlichem abgedruckt, heutzutage meisst im Web...
Das ist im Grunde schon alles...
Ja... aber vielleicht stellt sich euch jetzt die Frage:
WOZU das alles...?
Schließlich wird in einem Tauschring im Grunde auch nicht viel anderes gemacht als in der realen Marktwirtschaft...
In beiden Wirtschaftssystemen wird nicht – wie vor Erfindung des Geldes – Ware gegen Ware oder Dienstleistung gegen Dienstleistungn oder Dienstleistung gegen Ware DIREKT getauscht... sondern indirekt über ein Zahlungsmittel... Geld eben...
Geld gibt es schließlich schon... wozu dann also noch Tauschringe mit einer zweiten, virtuellen Währung...?
Der Witz ist:
Tauschringe ähneln der freien Marktwirtschaft... unterscheiden sich aber in einigen ganz wesentlichen Punkten davon...
Tauschringe sind sogar ganz bewusst als Ergänzung... vielleicht sogar als bessere Alternative zur Marktwirtschaft gedacht... darum sind sie auch anders als diese... weil sie versuchen einige der ganz großen Probleme der Marktwirtschaft zu vermeiden...
Bekanntlich standen sich bis vor einigen Jahren ja Kommunismus und Kapitalismus als konkurrierende Systeme gegenüber... wobei der Kommunismus den Gedanken der Gleichheit betonte, der Kapitalismus dagegen den der Freiheit...
Beides vom Grundsatz her eigentlich schöne Ideen...
Wer möchte nicht frei sein, tun zu dürfen, was er sich wünscht...
Und wer wünscht sich nicht, daß es gerecht zugeht auf der Welt, daß es keine so großen Ungleichheiten gibt, daß einerseits Menschen verhungern müssen, während gleichzeitig so viele Nahrungsmittel erzeugt werden, daß doppelt so viele Menschen davon satt werden könnten, wie heute auf der Erde leben...
Aber... wie die Geschichte gezeigt hat, führt die kommunistische Gleichmacherei nur dazu, daß niemand sich anstrengt... weil Leistung sich sowieso nicht lohnt... und als Folge ein solches Wirtschaftssystem früher oder später zwangsläufig zusammenbrechen muss...
Und was den Kapitalismus angeht... dieser ist zwar siegreich aus dem Zweikampf mit dem Kommunismus hervorgegangen... jedoch ebenfalls zum Untergang verdammt... jedenfalls in seiner heutigen Form...
Die Gründe dafür sind komplex... lassen sich aber im wesentlichen auf zwei Punkte reduzieren:
1.In einer begrenzten Welt – und das ist die Erde – kann es kein unbegrenztes Wachstum geben.
2.Der Zinseszinseffekt führt dazu, daß wer genug Geld hat, immer noch mehr Geld bekommt, ohne dafür arbeiten zu müssen... arbeiten tun stattdessen diejenigen, die wenig Geld bzw. Schulden haben... um für ihn diese Zinsen zu erwirtschaften...
Nimmt man beides zusammen, bedeutet das als Konsequenz:
Entweder wächst die Wirtschaft solange weiter, bis alle Ressourcen verbraucht sind und dadurch unsere Zivilisation zusammenbricht...
Oder... wenn auf Wirtschaftswachstum verzichtet wird, um das Ökosystem der Erde nicht zu zerstören... das Geld wird durch den Zinseszinseffekt solange von unten nach oben umverteilt, bis die große Mehrheit zuwenig zum überleben hat, während eine kleine Minderheit alles besitzt... was als Folge zu Kriegen, Bürgerkriegen usw. und in letzter Konsequenz irgendwann ebenfalls zum zusammenbruch der menschlichen Zivilisation führen wird...
In der Realität haben wir eine Kombination von beidem... Wirtschaftswachstum auf Kosten der Umwelt... und gleichzeitige Umverteilung von unten nach oben durch den Zinseszinseffekt...
Die Folgen sind bekannt:
Ungefähr eine Milliarde Menschen hungern in den Entwicklungsländern... auch in den Industrieländern gibt es immer mehr Menschen die kaum noch genug Geld zum überleben haben, Kriege um Öl sind heutzuage schon normal geworden... Kriege um Wasser und andere Rohstoffe werden folgen... Umweltverschmutzung allerorten... sogar noch in der Tiefsee oder der Antarktis... Klimaerwärmung durch Treibhausgase, Ozonloch usw. usf....
Die Liste wäre endlos...
Die Erde ist groß... sie erträgt viel von unseren Dummheiten... nur darum gibt es uns noch...
aber es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir uns selbst vernichtet haben... wenn... falls wir so weitermachen wie bisher...
Wer es nicht glaubt, der schau sich die Osterinseln an... kahle Felsen im Pazifik... fernab vom Rest der Welt...
Diese Inseln waren einmal grün, fruchtbar und dicht bewaldet... bevor ihre Bewohner dort die Grenzen des Wachstums austesten... und überschritten... bevor sie alle Bäume gefällt hatten... und sich danach in Kriegen um die letzten Ressourcen selber vernichteten...
Die Osterinseln gibt es noch, wenn auch schwer gezeichnet von den Sünden ihrer Bewohner... aber ihre Einwohner existieren nicht mehr...
So wird es uns auch gehen... falls wir so weitermachen wie bisher...
Wenn wir das nicht wollen... dann sollten wir das, was im Kapitalismus schief läuft ändern...
Tauschringe sind ein Versuch dazu...
Folgende Dinge sind anders, als im Kapitalismus, bei Tauschringen, eben um dessen Fehler zu vermeiden:
*es gibt keine Zinsen auf das erarbeitete Guthaben, also auch keine Zinseszinsen. Damit fällt der Zinseszinseffekt weg. Niemand kann dort ohne Arbeit reich werden, indem er sein Geld für sich arbeiten lässt... was doch nur bedeutet, daß andere für ihn arbeiten müssten...
Da es keinen Zinseszinseffekt gibt bedeutet das ebenfalls, daß die Notwendigkeit wegfällt immer mehr und mehr Leisten und damit die Natur immer mehr ausbeuten zu müssen um Wirtschaftswachstum zu erzielen mit dem die Zinsen für die Guthaben der Reichen bezahlt werden können...
*es herrscht dort eine hohe Transparenz. Man kennt sich oft persönlich, da Tauschringe immer lokal organisiert sind. Vor allem aber ist auch der Kontostand jedes Mitglieds für alle anderen zu sehen. So ist es ganz leicht zu erkennen, wenn jemand egoistisch immer nur nimmt, aber nie etwas zurückgibt und wenn er sein 'Kreditlimit' erreicht hat, kann er keine Leistungen von anderen Mitgliedern mehr in Anspruch nehmen, bevor er nicht selber etwas für andere geleistet hat.
Betrug ist so kaum möglich. Schmarozer werden im schlimmsten Fall ausgeschlossen... wenn sie ihr Verhalten nicht ändern...
Ganz anders als in der modernen kapitalistischen Gesellschaft, wo man seine Geschäftspartner meisst gar nicht kennt und diese darum im Schutze der Anonymität betrügen können... um sich dann davon zu machen und anderswo andere Menschen hereinzulegen...
Banken, Versicherungen, Telefongesellschaften und andere Unternehmen haben dieses Problem schon lange erkannt und schützen sich durch die Schufa vor solchen Betrügern...
Der normale Bürger ist ihnen dagegen schutzlos ausgeliefert, weil er nicht weiss, wer von seinen Geschäftspartner schon Dreck am Stecken hat...
Um so etwas zu vermeiden soll man sich bei Tauschringen ja auch persönlich vorstellen...
Wer da suspekt ist, wird gar nicht erst aufgenommen um faule Äpfel draußen zu halten...
*ganz nebenbei bleibt das virtuelle Geld so auch im Lande...
Globalisierung gibt es bei Tauschringen nicht, da sie ja nur lokal aktiv sind...
Arbeitsverlagerung in's Ausland ist also nicht möglich...
Außerdem haben Tauschringe noch weitere Vorteile:
*da kein echtes Geld fliesst, fallen auch keine Steuern und Sozialversicherungsabgaben an... jedenfalls bis zu einer bestimmten Geringfügigkeitsgrenze. Und in diesem Rahmen ist das alles auch durchaus legal und keine Schwarzarbeit!
*gerade für Menschen, die wenig Geld habe, dafür aber Zeit – beispielsweise für Arbeitslose, Rentner etc. - sind Tauschringe eine gute Möglichkeit Dienstleistungen zu bekommen, die sie sich sonst vielleicht nie leisten könnten!
*da jeder das Anbieten kann, was er nicht nur kann sondern auch gerne macht – es wird ja niemand gezwungen irgendetwas zu tun dabei! - macht die Arbeit bei Tauschringen auch mehr Spaß, weil man tut, was man kann und mag und nicht nur irgendetwas, was man tun muss um Geld zu verdienen...
*außerdem können so auch Menschen sich einbringen, die keine formellen Abschlüsse haben...
So manch einer hat in seinem Leben Dinge gelernt, oder hat das Talent dazu, ohne dafür ein Diplom oder sonstwas vorweisen zu können...
Bei Tauschringen können auch solche Menschen ihr Wissen und Können sinnvoll einsetzen und sich so Gegenleistungen verdienen... und um die Qualität der geleistete Arbeit muss man sich auch keine großen Sorgen machen... denn durch die Transparenz bei Tauschringen spricht es sich schnell rum, wenn jemand nur rumpfuscht... und der findet dann bald niemand mehr der ihn in anspruch nehmen will...
Soweit also als Erklärung, was Tauschringe sind...
Ich weiss nicht, ob diese unser momentanes kapitalistisches Wirtschaftssystem ersetzen könnten...
eine gute Ergänzung dazu sind sie allemal...
Ja und ich habe die Hoffnung, daß sie auch ein Vorbild sein könnten... für ein Wirtschaftssystem, das funktioniert ohne die Umwelt und damit sich selber zu zerstören... und vielleicht nimmt sich der Kapitalismus eines Tages ja ein Beispiel daran... und tut etwas gegen seine eingebauten selbstzerstörerischen Systemfehler... wie eben vor allem den Zinseszinseffekt...
Viele Grüße
Aurisa
Aurisa - 23. Okt, 15:50
547 mal gelesen

Moin Klaudienchen
Tauschfreudige Grüße,
Mirka :-)
also ich finde ich habe mich sehr kurz gefasst ;)...
Jedenfalls schön, daß es hier jemand gibt, der weiss was ein Tauschring ist und das nicht für so ne Art Ökosekte hält ;)...
Und ja du hast recht... diesen Punkt mit der Gleichwertigkeit der Arbeit hatte ich nicht ausdrücklich erwähnt... Entschuldige, ich bin ja noch Neuline in der Sache ;)...
Und ja auch das ist aus Gerechtigkeitsgesichtspunkten natürlich eine gute Sache :).
Liebe Grüße und weiter frohes Tauschen ;)
Aurisa
Die ganze Sache lebt doch vom geben UND nehmen... aber mach mal, wenn du keine Nachfrage besteht :(...
Wirklich doof...
Wenn du magst, kann ich dir mal unsere Tauschringpost per Mailanhang schicken (Word-Dokument), dann kannst du mal sehen, was die Nordlichter so tauschen ;-)
Ob da dann in den Taschringen allen nur ne Putze suchen ;)...? Das könnte dann schwierig werden, wenn alle dasselbe suchen und keiner es anbietet ;)...
Liebe Grüße
Aurisa
Hm, woran erinnert mich das jetzt nur ;) *grübel*...?
Ich komm leider gerade nicht drauf ;)...
Tja... scheint so als wäre Tauschringer eher bodenständig veranlagt ;)...
Tauschringer??
*kicher*