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Transsexualität = Wahn...?

Hallo allerseits,
folgendes hat jemand - selbst Transvestit - über Transsexuelle geschrieben:

"Manche halten sich für Napoleon, andere für Frauen."

Die Aussage, die darin steckt ist klar:

Transsexuelle leiden unter der Wahnvorstellung Frauen zu sein.

Das ist etwas, das mich schon länger beschäftigt...
weil es mich einerseits schmerzt, für 'verrückt' gehalten zu werden, wegen der TS, und viele Menschen halten TS wohl für genau das...
Und andererseits bin ich mir sicher, daß das was ich erlebe, eben KEIN Wahn ist...

Nur... dummerweise ist die Überzeugung, daß der Wahn eben kein Wahn sondern real ist... ist ja gerade Teil eines Wahns!

Daß ich mir subjektiv sicher bin, daß die TS keine Wahnvorstellung ist, beweist darum leider gar nichts...

Dazu ein kurzes Zitat aus Wikipedia zum Thema Wahn:

"Es ist für Außenstehende aussichtslos, einen Betroffenen von seiner wahnhaften Überzeugung abbringen zu wollen. Für den Erkrankten besteht eine „Wahngewissheit“, er braucht keine Beweise für seinen Wahn. Gegenbeweise werden unerschütterlich ignoriert oder in den Wahn eingefügt („die haben die Kamera, die mich ausspioniert, jetzt woandershin gebracht“). Es ist ja gerade das Kennzeichen des krankhaften Wahns, dass sich dieser vom Betroffenen nicht rational überprüfen lässt oder die subjektive Wahngewissheit stärker als alle gegenteiligen Belege wirkt."

Tatsächlich bin ich mir subjektiv sicher innerlich Frau zu sein... und das ist auch etwas, was sich nicht nachprüfen lässt...
Transsexualität ist etwas zutiefst persönliches... das sich nur in unserem Innersten abspielt... in unserem Kopf eben... und sich darum nicht objektiv nachweisen lässt... jedenfalls noch nicht...
Und die subjektive Gewissheit ist stärker als die objektive (körperliche) Realität...
Und es wäre auch aussichtslos, mich davon abbringen zu wollen...

Soweit würde also alles dafür sprechen, daß TS tatsächlich eine Art Wahn ist...

Aber andererseits...
habe ich mir NIE eingebildet, daß ich einen weiblichen Körper hätte... Ich habe also nie die objektive Realität geleugnet...
Und wenn TS tatsächlich ein Wahn wäre... hätte ich dann nicht genau das getan...?
Ich denke schon...
Ich habe ja das zweifelhafte Vergnügen gleich mehrere Menschen mit Wahnvorstellungen in meinem persönlichen Umfeld näher kennengelernt zu haben...
Und die tun genau das: Dinge sehen und hören, die es nicht gibt...

Das tue ich aber gerade nicht...
Ich habe immer gesagt, daß ich mich als Frau fühle... aber ich hatte nie die Wahnvorstellung, daß ich einen weiblichen Körper hätte...

Und ich kenne auch keine Transsexuelle, die solche Wahnvorstellungen gehabt hätte...

Außerdem... wenn die Wissenschaft das Thema TS irgendwann genügend erforscht hat... und dabei heraus käme, daß TS DOCH ein Wahn ist... dann würde ich das auch akzeptieren... nicht gerne und es müssten schon gute Beweise sein... aber ich würde es akzeptieren...

Ja und das ist eigentlich der entscheidende Punkt...
Ich bin jemand der sich, sein Verhalten, seine Beweggründe usw. immer und immer wieder kritisch hinterfragt... und auch bereit ist unangenehme Dinge über sich selbst zu akzeptieren...

Ich behaupte nicht, wie mir bekannte paranoide Personen es ständig tun, daß ich doch normal und geistig gesund sei... sondern ich bin mir durchaus bewusst, daß ich - wie jeder Mensch - so allerhand 'Macken' habe... ob Ängste, Depressionen oder eben die TS... und wenn die TS sich dann doch als Wahn herausstellen sollte... nun gut, dann wäre das eben so...

Und... kann man wirklich 'wahnsinnig' sein, wenn man gleichzeitig seine geistige Gesundheit ständig hinterfragt... und sogar bereit wäre, zu akzeptieren, daß man doch unter Wahnvorstellungen leidet... wenn jemand einem Beweise dafür liefert...?

Ich glaube nicht...


Eine endgültige Antwort auf die Frage diese Beitrags kann ich derzeit nicht geben...
Aber vielleicht sind wir ja in ein paar Jahren schlauer...

Vielleicht erweist es sich ja, daß die Wissenschaftler recht haben, die so etwas wie ein Zentrum für die Geschlechtsidentität im Gehirn gefunden haben wollen... das bei Männern und Frauen unterschiedlich groß ist... und bei transsexuellen Frauen genauso groß ist wie bei XX-Frauen...

(Allerdings bin ich da vorsichtig... denn noch ist nicht erwiesen, daß dieses Gehirnareal wirklich die Geschlechtsidentität festlegt... auch wenn einiges dafür spricht...).

Wenn das stimmt... dann wäre Transsexualität genausowenig ein Wahn wie beispielsweise Homosexualität... sondern wie diese einfach eine Variante der Natur... dann hätten transsexuelle Frauen tatsächlich ein weibliches Gehirn (mindestens im entscheidenden Punkt) und würden sich das eben nicht nur einbilden...

In dem Fall wäre die Wahn-Behauptung eindeutig widerlegt...

Was die Vertreter dieser Behauptung allerdings nicht unbedingt umstimmen wird...
Auch heute noch behaupten ja viele Menschen Homosexualität wäre eine 'Geisteskrankheit'...

Da frage ich mich dann doch, wer hier eigentlich an Wahnvorstellungen leidet... die Transsexuellen die sich als Frauen fühlen... oder die Menschen die hartnäckig an ihren Vorurteilen festhalten... und das oft auch dann noch, wenn sie wissenschaftlich längst widerlegt sind ;)...

Jetzt wo ich darüber nachdenke... ja was ist ein Vorurteil an dem man trotz gegenteiligen Beweisen festhält, anderes als ein Wahn...?

Da bin ich dann doch lieber TS...
Egal ob TS jetzt ein Wahn ist oder nicht... ich bin zumindest bereit und in der Lage mich selbst zu hinterfragen... und meine Vorstellungen über mich und die Welt zu ändern...

Das ist mehr als Menschen mit ganz normal-wahnsinnigen unabänderlichen Vorurteilen von sich sagen können...

Viele Grüße
Aurisa
1917 mal gelesen
Codui - 18. Nov, 13:47

hej, danke für deinen kommentar ;)
mein blog ist vorallem erstmal ein tagebuch und eine berichterstattung für eine freundin die nach hamburg gezogen ist. ABer natürlich darf ihn jeder lesen :) und natürlich auch kommentare verfassen, da freue ich mich drüber. vielleicht ist er nur nicht für die breite masse interessant. das würde mich aber auch nicht stören :)
liebe grüße,
codui

Labormaus - 18. Nov, 18:12

einfach so

Ich wollte dir einmal sagen, wie sehr ich dich dafür bewundere, wie offen du das Thema Transsexualität hier ansprichst und wie du darüber schreibst. Es ist doch sehr persönlich...

Ich wünsche dir, dass du diesen Mut auch weiterhin behältst!

Isabel

kaze-da-shiznit - 18. Nov, 20:40

ich bin ja keine Expertin..

..aber soweit ich weiß gibt es schon Unterschiede zwischen einem männlichen Gehirn und einem weiblichen Gehirn.
Irgendein Teil im männlichen Gehirn soll größer sein, als bei einer Frau, jedoch möchte ich damit nicht behaupten, dass das evtl. der Grund für transexualität ist.
Es wäre aber möglich und auch logisch. Ein Mann kommt mit einem weiblichen Gehirn auf die Welt und fühlt sich deshalb als Frau, immerhin werden unsere Gefühle und unser Verhalten auch vom Gehirn gesteuert.
Naja auch wenn meine Theorie nicht ganz so mit der Forschung übereinstimmt, ist sie immer noch besser als die Behauptung TS sei ein Wahn.

Aurisa - 18. Nov, 20:55

Hallo kaze,
ob es tatsächlich nur diesen einen Unterschied - ich nehme an, wir reden von demselben - zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen gibt... das ist nicht so ganz klar...
Es heisst zwar immer mal, es gäbe diese und jene Gehirnorganische unterschiede... aber manches so manche Behauptung, die über Jahrzehnte immer wieder gerne wiederholt wurde hat sich inzwischen als schlicht falsch herausgestellt!
Daß etwa bei Frauen die beiden Gehirnhälften stärker vernetzt sind durch den 'Balken' dazwischen (sorry, ich komme grad nicht auf den Namen...) was immer behauptet wurde... das stimmt gar nicht!
Es wäre also sowohl vorstellbar, daß:
1.Es verschiedene organische Unterschiede bei Männer- und Frauengehirnen gibt...
2.Es nur diesen einen erwähnten Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen gibt...
und:
3.Wäre es sogar denkbar, daß es GAR KEINE nachweisbaren Unterschiede zwischen männliche und weiblichen Gehirnen gibt (und sich alle vermeintlichen Unterschiede als Irrtum herausstellen)... weil möglicherweise die Unterschiede zwischen Mann und Frau im Gehirn so gering sind, daß sie bei den Unterschieden die es zwischen zwei beliebigen Menschen egal welchen Geschlechts, gar nicht nachweisbar sind...
Bei Punkt 2 wäre alles klar: transsexuelle hätten dann tatsächlich ein weibliches Gehirn...
Bei Punkt 3 würde das bedeuten, daß kein Mensch sagen könnte welches Gehirn männlich und welches weiblich ist... also auch nicht bei transsexuellen Gehirnen...
Am Interessantesten aber auch kompliziertesten wäre Punkt 1... denn wenn es verschiedene geschlechtlich verschieden Bereiche im Gehirn gäbe, dann wäre es interessant zu untersuchen, wo die Unterschiede zwischen Männer- und Frauengehirnen genau liegen... wofür welcher Bereich zuständig ist...
Und bei Transsexuellen könnte dann der Fall eintreten, daß ihr Gehirn sich als TEILWEISE aber nicht ganz weiblich herausstellt... wobei das auch von TS zu TS wieder verschieden sein könnte...
Es könnte also sein, daß die einen TS mehr und die anderen TS weniger Frau sind...
Denkbar ist aber auch - und das halte ich für wahrscheinlicher - daß es tatsächlich so etwa wie ein 'Zentrum der Geschlechtsidentität' im Gehirn gibt... eben das, was ich bereits erwähnte... in dem eindeutig festgelegt wird, ob sich jemand als Mann oder als Frau FÜHLT...
Wenn es dann daneben noch andere Bereich im Gehirn gäbe, die geschlechtlich geprägt sind, dann wären die eher sekundär... also für die Geschlechtsidentität ganz oder weitgehend unwichtig.
Viele Grüße
Aurisa
Ideenjongleur - 18. Nov, 21:54

das ist ja mal spannend ... weiss jemand ob es diesbezüglich sowas wie Blindtests gibt? dass Medizinern ausschliesslich Gehirne vorgelegt werden und sie sagen müssen: weiblich oder männlich?

Andererseits: das sind ja auch Themen, wo Philosophie, Individueles Fühlen, Spiritualität vielleicht sogar mit medizinisch-biologischem vermischt wird. Und ich glaube das ist was es so kompliziert macht.

Worüber sich die Homosexuellenwelt unter sich ja auch uneins ist und wo ja auch geforscht wird: Ist Homosexualität angeboren, anerzogen, genetisch oder hormonell bedingt (und woher kommt dann zB der Hormonunterschied?), kurz und gut irgendwie im Körper lokalisierbar? Oder die evolutionsbiologische mit Spiritualität vermischte Frage: "Was hat es für einen SINN, dass die Natur Homosexualität "produziert"/zulässt?" (Und nebenbei: was ist mit Bisexuellen und all den ganzen Zwischenstufen ... ? Vielleicht bilde ich mir ja auch nur EIN, Männer UND Frauen lieben zu können? Vielleicht kann ich mich ja tatsächlich nicht entscheiden ... ? WILL ich das nicht anders? KANN ich das nicht anders WOLLEN? WÜrde ich, könnte ich es, mich ANDERS entscheiden? Wäre ich dann noch dieselbe?)

Und: was hat es für einen SINN all diese Frage zu stellen (WAS erleichtert uns es diese Schubladen zu haben?) ... denn:

Selbst wenn man das alles herausfinden KÖNNTE?
WAS würde das ändern?
Aurisa - 18. Nov, 22:09

Uh du kannst Fragen stellen, Frau Ideenjongliererin...
spannende... aber solche die ich leider nicht beantworten kann... die derzeit wohl (noch?) niemand beantworten kann... jedenfalls größtenteils...
Aber ein paar Antworten habe ich vielleicht doch...
Es gibt Untersuchungen, die angeblich belegen, daß Homosexualität, Transvestismus und Transsexualität dieselbe URSACHE haben... nämlich ein hormonelles Ungleichgewicht der Mutter in der Schwangerschaft...
Hormone sind ja bekanntlich hochwirksame Stoffe... die unter anderem einen starken Einfluss auf die Gehirnentwicklung des Fötus haben...
Und je nachdem, in welcher Phase der Schwangerschaft dieses Ungleichgewicht auftritt beeinflussen die Hormone unterschiedliche Gehirnbereiche... nämlich jeweils die, die sich gerade entwickeln... und je nachdem entsteht dann entweder Homosexualität bzw. Transvestismus (wobei diese beiden Phänomene zusammen zu hängen scheinen, laut dieser Untersuchung)... oder zu einem anderen Zeitpunkt der Schwangerschaft dann eben Transsexualität...
Wie 'belastbar' diese Untersuchungen sind kann ich aber leider nicht sagen... d.h. ich weiss nicht, ob diese Ergebnisse wirklich stimmen...
Vor allem frage ich mich auch, wie man sowas überhaupt feststellen kann...
Darum bin ich da momentan noch skeptisch... ob das alles wirklich so ist...
Ja und was es ändern würde, wenn wir das herausfinden könnten...?
Die Frage kann ich beantworten...
Wenn wir eines Tages wissen wie Homosexualität, Bisexualität, Transvestismus, Transsexualität entstehen... dann wird man nach einem Mittel suchen deren Entstehung zu verhindern... und wenn die Sache mit dem Hormonungleichgewicht in der Schwangerschaft als Ursache stimmt, dann wird es eines Tages 'Vorsorgeuntersuchungen' dafür geben... so wie heute gegen Behinderte Kinder... 'vorgesorgt' wird... und dann wird es keine Homosexuellen, Bisexuellen, Transvestitischen oder Transsexuellen Kinder mehr geben... weil die Entstehung dieser... 'Abweichungen'... entweder schon vor der Geburt verhindert... oder die Kinder schlicht abgetrieben werden...
Das ist die Zukunft...
Viele Grüße
Aurisa
creature - 18. Nov, 22:26

kürzlich hab ich einen bericht über die hormonschwankungen in der schwangerschaft und was sie bewirken im radio gehört, und es stimmt mit dem was du schreibst ziemlich überein, die mediziner die da forschten wissen schon sehr genau welche umstände da wirken aber es ist nicht sehr bekannt weil es die meisten menschen nicht interessiert, die halten an ihren vorstellungen fest, alles sei einbildung oder fehlverhalten und z.b. homosexualität sei heilbar und halt so stammtischweisheiten.
es wird noch lange dauern das ein mensch einfach ein mensch ist, egal wie seine sexuelle ausrichtung auch sei, leider ist die menschheit im großen und ganzen geistig noch sehr beschränkt und denken nur schwarz/weiß, obwohl es da noch unendliche zwischentöne gibt!
Ideenjongleur - 18. Nov, 22:56

Kennst du das 1000fragen-Projekt?
die für spannende Fragen bekannte - heut mal - Fragenjongleurin ;-)
Lena-Svenja - 19. Nov, 13:09

Hi Aurisa,

Ja und was es ändern würde, wenn wir das herausfinden könnten...?

Ja, stelle dir doch mal vor, man würde unwiderruflich beweisen, daß TS biologische Ursachen hat... Dann würde, ja MÜßTE!!!, man ja die Realität von TS, die Existenz von uns zugeben, dann wäre das ja keine "Geisteskrankheit" mehr, keine bloße Einbildung (obwohl es eben genau auch diese Fälle gibt!!!)...!!!

Natürlich wäre auch dein Szenario denkbar... Aber dann braucht echt niemand mehr mit dem Finger auf gewiße Ereignisse aus der Vergangenheit zu zeigen, weil, dann ist unsere heutige Gesellschaft nämlich noch viel, viel schlimmer, abartiger, perverser...!!!!!!!!!

Grüße

Lena
Aurisa - 19. Nov, 18:35

Hallo Lena,
Kindstötungen vor UND nach der Geburt gibt und gab es zu allen Zeiten und in allen Gesellschaften...
Und nur weil wir heute in einer Demokratie leben heisst das nicht, daß sich die Menschen geändert hätten...
Auch heute ist es so, daß Kranke, Behinderte... alle die irgendwie anders sind ausgegrenzt werden... und wo das möglich ist, am besten erst gar nicht zur Welt kommen sollen...
Frag mal die Mütter, bei denen sich während der Schwangerschaft herausstellt, daß ihr Kind behindert ist...
Selbst wenn SIE es trotzdem bekommen wollen... der Druck der Gesellschaft das Kind 'wegzumachen' ist enorm!
Eine Bekannte von mir wollte darum bei ihrem Kind gar keine Untersuchungen auf Behinderungen machen lassen... sie meinte, sie wollten das Kind "... so nehmen, wie es ist...".
Das ist eine bewundernswerte Einstellung... zu der sicher viel Mut und Kraft gehört... aber da ist sie ganz sicher die Ausnahme in unserer Gesellschaft!
Also wenn es irgendwann die Möglichkeit geben sollte Transsexualität (oder Homosexualität, oder Transvestismus etc...) vor der Geburt zu erkennen und zu 'heilen' (in Anführungszeichen, weil es zumindest fragwürdig ist, diese Dinge als Krankheiten zu bezeichnen...)... dann würden wohl fast alle Eltern sich dafür entscheiden, diesen 'Produktmangel' 'beheben' zu lassen...
Wenn es dagegen zwar möglich wäre, das vor der Geburt zu erkennen... eine Heilung jedoch NICHT möglich wäre... dann würden sich wohl die meissten Eltern lieber für eine Abtreibung entscheiden als dafür 'so ein' Kind zu bekommen...
Dem armen Kind soll ja schlimme Leiden erspart werden, das ihm bevorstehen würde... (und den Eltern die Peinlichkeit ein Transsexuelles Kind zu bekommen... und der Gesellschaft die Mühe sich mit jemand auseinandersetzen zu müssen, der nicht in das schlichte schwarz-weisse-Zweigeschlechterschema passt...).
Davon mal abgesehen... ich glaube nicht, daß es etwas ändern würde, wenn sich herausstellen würde, daß TS tatsächlich biologisch bedingt (und keine Geisteskrankheit, wie manche gerne glauben...) ist... und daß TS tatsächlich ein weibliches Gehirn haben und sich tatsächlich als und vielleicht sogar wie Frauen fühlen...
Die Leute, die TS-Frauen als Männer sehen WOLLEN, die werden das auch weiter tun... ganz egal, ob die Wissenschaft anderes beweisst oder nicht...
Wie sagte Einstein so schön:
"Zwei Dinge sind unendlich: das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht ganz sicher."
Und selbst wenn irgendwann eine vollständige GeschlechtsUMWANDLUNG bis in die Chromosomen hinein, wie sie John Varley in dem SF-Roman "Stahlparadies" schildert, möglich wäre... für manche Menschen - vor allem manche MÄNNER - würden wir transsexuelle Frauen trotzdem immer 'umoperierte Männer' bleiben...
Nichts ist so dauerhaft wie ein Vorurteil, das aus Angst und Ignoranz geboren wurde...
Ja und dann hätte ich noch eine 'ketzerisch' Frage, Lena...
Wenn es zu deiner Zeit schon möglich gewesen wäre TS im Mutterleib zu erkennen und zu 'heilen'...
Würdest du dir wünschen, daß das dann bei dir gemacht worden wäre...?
Dann wärst du heute ein ganz normaler hetero-Mann...
Und bevor du mich fragst, ob ich mir das für mich wünschen würde, wenn es möglich wäre...
Ich weiss es nicht... Darüber muss ich erst noch nachdenken...
Viele Grüße
Aurisa
Lena-Svenja - 19. Nov, 19:36

Hi Aurisa,

Und nur weil wir heute in einer Demokratie leben heisst das nicht, daß sich die Menschen geändert hätten...

Ja, das ist doch genau das, was ich schon auf unserem Treffen bei dir gesagt hatte, was Thomas aber irgendwie nicht begriffen hatte... Ist doch völlig egal wie die Führer damals und heute heißen, solange sich die Menschen an sich nicht ändern...!!!

Frag mal die Mütter, bei denen sich während der Schwangerschaft herausstellt, daß ihr Kind behindert ist...
Selbst wenn SIE es trotzdem bekommen wollen... der Druck der Gesellschaft das Kind 'wegzumachen' ist enorm!


Ja, allerdings...! Mein eigener Zwillingsbruder ist ja körperlich und geistig behindert... Und von meiner Mutter weiß ich, daß sie die Ärzte gefragt haben, ob "sie das Kind überhaupt haben wollte"...! Da bekomme ich nur Haß, Haß, Haß, wenn ich sowas höre...!!!! Aber naja, ich weiß ja auch, daß unsere damaliger Kinderarzt, ein guter und ehrlicher Mann, meiner Mutter was von der "Mafia im weißen Kittel" sprach... das sagt mir dann auch schon alles...

Die Leute, die TS-Frauen als Männer sehen WOLLEN, die werden das auch weiter tun... ganz egal, ob die Wissenschaft anderes beweisst oder nicht...

Ja, eben... Die Leute hören und sehen ja immer nur das, was sie hören und sehen WOLLEN...!!!

Wenn es zu deiner Zeit schon möglich gewesen wäre TS im Mutterleib zu erkennen und zu 'heilen'...
Würdest du dir wünschen, daß das dann bei dir gemacht worden wäre...?


Nein... lieber würde ich mir wünschen, man hätte mich damals gleich zum Mädchen/zur Frau werden lassen...

:)

Grüße

Lena
RokkerMur - 19. Nov, 10:04

RokkerMur ist für:
"AURISA STATT AUSTRIA !"

Das mit den Transsexuellen vergleiche ich gerne mit "den Schwulen".
Jetzt gibt es in Österreich einen Bischof und den Bürgermeister aus Graz "welche Schwule durch Gebete heilen wollen" !
Kein Witz Aurisa - so sind manche unserer Landsleute eben.
Wenn die (Bischof und Bürgermeister) demnächst erfahren das es Transsexuelle gibt, werden sie wieder
deren "Gebetsheilung" auspacken.
Ja wegen dem Slogan ganz oben der nicht von mir ist.
Würde ihn demnächst mal gerne in die warteschlange reintun, wollte dich aber vorher fragen.
Eine gute Woche aus Wien 10.
Wolfgang


Aurisa - 19. Nov, 17:13

Hallo Wolfgang,
klar darfst du ihn reintun...
Ich möchte hier aber betonen, daß "Aurisa statt Austria" von mir nicht österreichfeindlich gemeint war ;)...
Nicht, daß ich noch lebenslanges Einreiseverbot in Österreich bekomme... wegen Anti-Austrianischer-Agitation ;)...
Ich hab nix gegen Österreich/er...
Wäre ja auch ziemlich dämlich... wo man hier bei twoday als Deutsche ja regelrecht von unseren südlichen Nachbarn umzingelt ist ;)...
Viele Grüße
Aurisa
RokkerMur - 19. Nov, 22:58

Im Gegenteil.
Solltest du einmal kommen darfst du sogar bei warteschlange übernachten und wirst von der Grenze weg von mir überwacht ;))
Glasklinge - 19. Nov, 19:42

glasklinge

;-) - gab keine op, ich bleibe dann doch besser der mädchenmann. aber finde ich cool das es keinen bösen eintrag gab sondern jemand, der spaß versteht und ich wünsche dir natürlich, auf deinen weg nur das beste und gute!!!! liebe grüße

Aurisa - 19. Nov, 20:06

Na ist auch besser, wenn sich nicht alle unter's Messer legen... sonst müssten wir ja alle lesbisch werden anschliessend ;)...
Danke auch für die guten Wünsche :)!
Viele Grüße
Aurisa
RokkerMur - 20. Nov, 12:39

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