Blog-Kompass

Dienstag, 14. Februar 2006

Was ist Transidentität?

Hallo zusammen,
Transidentität (TI) ist der neuere, allerdings nur im deutschsprachigen Raum geläufige, Begriff für Transsexualität (TS).

Da es bei Transidentität nicht um Sexualität oder die sexuelle Orientierung sondern eben um die geschlechtliche Identität, d.h. ob man sich als Mann oder Frau fühlt, geht und viele Transidente den Begriff Transsexualität als irreführend und wegen der 'sexuellen' Komponente als diskriminierend empfinden bevorzugen viele Betroffene den neueren Begriff Transidentität.

Transidentität/-sexualität bedeutet, daß das körperliche Geschlecht eines Menschen anders ist als das von ihm 'gefühlte' Geschlecht.
Körperlich ganz normale Männer fühlen sich also als Frauen (Transfrauen) und umgekehrt fühlen sich körperlich ganz normale Frauen als Männer (Transmänner).

Da diese bei den Betroffenen einen hohen Leidensdruck verursacht streben sie sehr oft eine Geschlechtsangleichung an, d.h. eine hormonelle und operative Angleichung ihres Körpers an das Geschlecht, als das sie sich empfinden.
Dazu gehört auch die juristische Anerkennung als "dem anderen Geschlecht zugehörig" (Transsexuellengesetz, § 8) und natürlich wird auch die soziale Anerkennung und Integration im 'neuen' Geschlecht angestrebt.

*Mehr Informationen zu Transidentität/-sexualität findet ihr bei Wikipedia unter:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transsexualit%C3%A4t
und:
http://de.wikipedia.org/wiki/Transidentit%C3%A4t

*Eine allgemeinere Übersicht über alle möglichen Transgender-Themen bei wikikpedia findet ihr hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Zusammenleben%2C_Partnerschaft_und_Sexualit%C3%A4t/Transgender-Themen

*Zur Information für Betroffen halte ich beispielsweise die Seiten der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität für empfehlenswert:
http://www.dgti.org/

Dort findet sich unter anderem eine - allerdings nicht vollständige - Liste von Selbsthilfegruppen in Deutschland.

*Sehr empfehlenwert finde ich auch Airins Seite:
http://www.transsexuell.de/start.shtml

Dort findet ihr (unter 'Medizin') einen bebilderten Operationsbericht (Mann zu Frau) von Frau Dr. Kreege von der Uniklink in Essen (eine gute Adresse für MzF-Operationen...)
und außerdem Airins sehr nachdenklich stimmenden Lebensweg vom Mann zur Frau... und wieder zurück...
BEIDE Berichte sollte man unbedingt gelesen haben, bevor man sich für (oder eben auch gegen...) eine Operation entscheidet!

*Ebenfalls informativ und empfehlenswert finde ich die Seite von VIVA der TS-Selbthilfegruppe München:
http://www.vivats.de/de/

*Und allen Eltern transidenter Kinder sei dies Seite an's Herz gelegt:
http://www.trans-eltern.de/

Weitere Links zur Transidentität werde ich hier später noch einbauen...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

*Ein kleines FAQ zur Transidentität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538214/

Von Klaus zu Klaudia - Mein Weg vom 'Mann' zur Frau

Hallo zusammen,

ich habe hier bereits angefangen unter dem Thema
"Die Geschlechtsangleichung" eine Rubrik anzulegen in der ich nach und nach die einzelnen Stationen einer Geschlechtsangleichung schildern werde, gedacht als Information für Betroffene und Nichtbetroffene.

Parallell dazu werde ich hier demnächst eine zweite Rubrik unter dem Thema "Von Klaus zu Klaudia" anlegen.
In dieser Rubrik werden ebenfalls die einzelnen Stationen der Geschlechtsangleichung geschildert... im Gegensatz zu obiger Rubrik geht es hier aber nicht um allgemeine Informationen sondern um meine ganz persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse bei der Geschlechtsangleichungen...
Ich werde in dieser Rubrik also gewissermaßen eine zusammenfassung meiner Geschlechtsangleichung in den Jahre 2003 - 200X schreiben... von der dieser Blog hauptsächlich handelt.

Beide Rubriken ergänzen sich also.
Die Rubrik "Die Geschlechtsangleichung" schildert DEN Weg der Geschlechtsangleichung, während "Von Klaus zu Klaudia" MEINEN Weg schildert...

Einträge dazu folgen dann demnächst...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

Samstag, 11. Februar 2006

Die Vorgeschichte - Mein Leben als Klaus

Hallo zusammen,
zu dem Thema "Mein Leben als Klaus" werde ich hier demnächst eine neue Rubrik anlegen.
Dort werde ich die Vorgeschichte erzählen, wie es dazu kam, daß ich mich dann schließlich dazu entschlossen habe mit der Geschlechtsangleichung ernst zu machen.
Zu folgenden Stationen meines Lebens werde ich dort voraussichtlich Einträge schreiben:
*Vor der Geburt
*Die Kindergartenzeit
*Die Grund- und Hauptschulzeit
*1984: Rollenspiele und Transsexualität
*Die Realschul- und Gymnasialzeit
*Nach dem Abitur
*1993: Die Nacht im Wald. Der erste Neuanfang.
*1994: Mein erstes kleines coming-out
*1996-1998: Depressionen und der zweite Neuanfang.
*1998-2001: Erste Gehversuche als Frau
*2001-2002: Der Einbruch und erneute Depressionen
*2003: Der dritte Neuanfang, mein coming out und der Beginn der Geschlechtsangleichung

Mit dem Beginn der Geschlechtsangleichung endet diese Rubrik dann.
Weiter geht es dann in der - ebenfalls demnächst noch anzulegenden - Rubrik "Von Klaus zu Klaudia", die von dem Prozess der Geschlechtsangleichung seit Anfang 2003 handelt.

Dabei lässt sich nicht sagen, wo genau mein Leben als Klaus endet und wo mein Leben als Klaudia beginnt...

Ich persönlich ziehe die Grenze im März 2003, bei meinem coming out, wo ich es öffentlich gemacht habe.

Aber natürlich gab es Klaudia auch vorher, wenn auch im verborgenen... und natürlich bin ich nach meinem coming out nicht von heute auf morgen Klaudia geworden... Das ist ein langer Prozess, körperlich, rechtlich und vor allem auch seelisch...
Auch ich musste mich erst daran gewöhnen als Klaudia von mir zu denken...
Und auch heute noch und auch wenn ich die Geschlechtsangleichung irgendwann vielleicht doch noch komplett hinter mich gebracht habe, ist immer noch ein Teil von Klaus in mir und wird es auch immer sein - und das ist auch gut so!

Ich hasse meine männlichen Persönlichkeitsanteile nicht und habe NICHT vor "den Mann in mir zu ermorden" wie mal jemand meinte...

Klaus ist nicht tot... er lebt in Klaudia weiter, als Teil von ihr...

Viele Grüßle

Aurisa

EDIT: Die angekündigten Einträge und die Links dazu folgen dann in den nächsten Tagen und Wochen

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

*Hier findet ihr eine Kurzfassung meiner Lebensgeschichte:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538234/

Donnerstag, 9. Februar 2006

Häufige Fragen zur TI

Was ist Transidentität?
Transidentität, besser bekannt als Transsexualität, ist ein Störung der Geschlechtsidentität.
Menschen die körperlich ganz normale Männer sind fühlen sich trotzdem als Frauen oder umgekehrt.
Das gefühlte Geschlecht, das im Gehirn festgelegt wird, widerspricht also dem körperlichen Geschlecht.
Transidente Menschen empfinden einen starken Drang in dem Geschlecht zu leben, dem sie sich zugehörig empfinden, obwohl das ihrem körperlichen Geschlecht widerspricht.



Was sind die Ursachen von Transidentität?
Die Ursachen von Transidentität sind noch nicht ausreichend erforscht.
Sicher ist, daß Transidentität nicht erblich ist.
Aber Transidentität ist auch nicht anerzogen, sonst wäre es möglich sie auch wieder 'abzuerziehen'. Das ist aber gerade nicht möglich.
Es wird vermutet, daß Transidentität durch ein Ungleichgewicht der Sexualhormone der Mutter - zum Beispiel durch Stress - während der Schwangerschaft entsteht.
Diese mütterlichen Sexualhormone beeinflussen die Gehirnentwicklung des Fötus und können möglicherweise das Gehirn des Kindes dauerhaft so verändern, daß dieses später Transident wird oder auch Homosexuell, je nachdem in welchem Stadium der Gehirnentwicklung das Hormonungleichgewicht auftritt.
Diese Forschungsergebniss sind meines Wissens aber bisher noch nicht gesichert.
Bei erwachsenen Transidenten wurde außerdem festgestellt, daß bei ihnen ein bestimmtes Hirnareal das bei Männern und Frauen verschieden groß ist, jeweils der Größe ihres gefühlten Geschlechtes entspricht und eben nicht ihrem körperlichen Geschlecht.
Es wird vermutet, daß dieses Hirnareal der Sitz der Geschlechtsidentität ist.
Falls das stimmen sollte, hätten körperlich männliche Transidente also tatsächlich ein weibliches Gehirn und umgekehrt.



Ist Transidentität eine Krankheit?
Die Weltgesundheitsorganisation stuft sie als Krankheit ein.
In Deutschland ist gilt Transidentität rechtlich nicht als Krankheit, hat aber krankheitswert, was für alle Betroffenen in der Praxis auf dasselbe hinausläuft.
Die Transidenten selbst fühlen sich selbst meisst nicht krank sondern leiden einfach nur unter der Diskrepanz zwischen ihrem empfundenen und dem körperlichen Geschlecht, sowie unter den Reaktionen der Mitmenschen.



Ist Transidentität heilbar?
Man kann Transidentität nicht durch Psychotherapie (weg)therapieren, da sie nicht erlernt sondern viel tiefer in der Persönlichkeit verankert ist. Auch eine medikamentöse Behandlung oder (Gehirn-)operation ist nicht möglich. Die einzig mögliche 'Therapie' ist die Geschlechtsangleichung.
Dadurch wird die Transidentität zwar nicht geheilt, aber das Leiden der Betroffenen an ihr zumindest gemildert.



Was sind die Unterschiede zwischen Transidenten, Transsexuellen und Transgendern?Transidente ist der neuere Begriff für Transsexuelle.
Im Deutschen wird, im Gegensatz zum Englischen leider nicht zwischen dem körperlichen Geschlecht (englisch: sex) und dem seelischen Geschlecht also der Geschlechtsidentität (englisch: gender) unterschieden. Darum wurden die Transidenten früher einfach Transsexuelle genannt, ohne zu bedenken, daß das '-sexuell' missverständlich und auch diskriminierend ist, da es bei Transidenten ja nicht um sexualität sondern um Geschlechtsidentität geht.
Darum wird heute in Deutschland bevorzugt der Begriff Transident anstelle des veralteten Transsexuell verwendet.
Das englische Transgender wird dagegen in Deutschland weiter verstanden als das Transident, d.h. Unter Transgender fallen alle 'Zwischenformen' zwischen 'normalen' Frauen und Männern, also nicht nur Transidente, sondern z.B. auch sogenannte 'Shemales', also körperliche Männer die ihren Penis noch haben (und ihn manchmal auch behalten wollen), aber gleichzeitig auch weibliche Rundungen besitzen.
Da der Begriff Transgender aber sehr schwammig ist, ist oft unklar wer alles dazu gehört und wer nicht.
Intersexuelle etwa, also die Menschen, die man früher Zwitter nannte, d.h. Menschen mit von Geburt an nicht eindeutigem Geschlecht sehen sich oft nicht als Transgender und wollen dann auch nicht so bezeichnet werden.
Somit sind alle Transidenten auch Transgender, aber nur ein Teil der Transgender sind auch gleichzeitig Transident.



Was ist der Unterschied zwischen Transidenten und Intersexuellen?
Transidente sind vor der Geschlechtsangleichung körperlich eindeutig männlich oder weiblich. Nur ihr Gehirn hat ein anderes Geschlecht.
Intersexuelle dagegen sind körperlich gerade nicht eindeutig männlich oder weiblich sondern stehen körperlich von Geburt an mehr oder weniger stark zwischen den Geschlechtern.
Intersexualität ist ein medizinisches Ausschluskriterium für Transidentität.
Wer Transident ist kann also nicht gleichzeitig Intersexuell sein und umgekehrt. Beides schliesst sich aus.
Die Grenzen verschwimmen allerdings manchmal, wenn ein körperlich weitgehend eindeutiger Intersexueller sich dazu entschliesst eine Geschlechtsangleichung zum entgegengesetzten Geschlecht vornehmen zu lassen...



Was ist der Unterschied zwischen Transvestiten und Transidenten?
Im Gegensatz zu Transidenten fühlen sich Transvestiten nicht als Frauen, sondern haben nur das Bedürfnis zeitweise in deren Rolle zu schlüpfen, sprich sich als Frauen zu verkleiden.
Die Motive dafür sind in der Regel sexueller Natur, d.h. es macht Transvestiten an, sich selbst als Frau zurechtgemacht zu erleben.
Dagegen ist es das Ziel von Transidenten als Frauen zu leben, weil sie sich als solche empfinden.
Transvestiten sind oft schrill und übertrieben weiblich gekleidet und geschminkt, und da es sehr viel mehr Transvestiten als Transidente gibt, und in der Öffentlichkeit die Unterschiede wenig bekannt sind, prägen und verzerren die Transvestiten auch das Bild von den Transidenten mit, oft zum Ärger der Transidenten.
Während es bei den Transvestiten – vereinfacht gesagt - vor allem um Spaß (und Sex) geht, geht es den Transidenten um ein ernstes und für sie lebenswichtiges Thema, und darum sehen sie es äußerst ungern, wenn sie mit den Transvestiten in einen Topf geworfen werden und so in der 'Schmuddelecke' landen. Allerdings sind die Grenzen zwischen Transvestiten und Transidenten nicht eindeutig festzulegen, es gibt da sehr viel Grau...
So manche Transidente macht am Anfang eine transvestitische Phase durch in der die Sexualität im Vordergrund steht.



Sind Transidente dasselbe wie Homosexuelle?
Nein, das was eine Transidente ausmacht, ist daß ihre Geschlechtsidentität nicht zu ihrem biologischen Geschlecht, also dem körperlichen Geschlecht mit dem sie geboren wurde passt.
Diese Geschlechtsidentität hat aber wenig zu tun mit der Geschlechtspartnerwahl.
Es gibt viele transidente Frauen, die sich schon immer nur für Männer interessiert haben. Sie sehen sich selber aber nicht als Homosexuell, weil sie sich ja als Frauen fühlen, nur eben im falschen Körper. Umgekehrt sind die Transidente, die sich nur für Frauen interessieren nach der Operation gewissermaßen lesbisch...



Wie spricht man Transidente an, als Herr oder Frau?
Es ist üblich eine Transidente entsprechend ihrem gefühltem, also dem Zielgeschlecht anzusprechen, eine transsexuelle Frau also mit Frau X oder ihrem weiblichen Vornamen, je nachdem. Das gilt auch dann, wenn die Transidente noch nicht offiziell Frau ist, d.h. Der neue Vorname wird auch dann benützt, wenn er noch nicht im Pass steht, und die Anrede Frau wird auch schon vor der Personenstandsänderung.
Das ist rechtlich zwar keine Pflicht, aber die Höflichkeit erfordert es. Wer eine Transsexuelle absichtlich und obwohl sie darum gebeten hat als Frau angesprochen zu werden weiter als Mann anspricht zeigt damit daß er sie nicht respektiert.
Die einzige Ausnahme von dieser Regel ist, wenn die Transsexuelle selber darum bittet, noch nicht als Frau angesprochen zu werden, z.B. weil sie noch nicht soweit ist, immer und überall als Frau aufzutreten.

Wann merken Transidente, daß ihr gefühltes Geschlecht nicht zu ihrem körperlichen passt?
Es gibt unter den Transidenten zwei Gruppen. Die einen wissen schon im Alter von etwa 3-5 Jahren, also noch vor Beginn der Schulzeit, daß sie keine Jungen sondern Mädchen sind, oder umgekehrt.
Die anderen verspüren in der Kindheit nur ein diffuses Unsicherheit, ein ungewisses Unbehagen, das Gefühl, daß irgendetwas mit ihnen nicht stimmt ohne, daß sie benennen könnten was.
Bei dieser zweiten Gruppe wird erst in der Pubertät klar, was mit ihnen los ist. Die Transidentität war aber schon vorher da. Sie haben schon vorher entsprechend dem körperlich anderen Geschlecht gedacht und gefühlt, nur war dies weniger offensichtlich als bei der ersten Gruppe.




Stehen Transidente auf Männer oder auf Frauen?
Bei Transidenten ist das wie bei allen anderen Menschen auch, manche stehen auf das andere Geschlecht, einige aber auch auf das eigene, oder auf beide.
Ein paar Unterschiede gibt es aber doch.
Zum einem gibt es recht viele transidente Frauen, die auch als noch 'männliches' Kind/Jugendlicher immer schon auf Männer standen. Das gilt besonders oft für die Transidente, die sich schon im frühen Kindesalter als Mädchen gefühlt haben.
Dann gibt es die anderen, die sich noch nie etwas aus Männern machten, und die auch nach der Geschlechtsangleichung nur Frauen attraktiv finden. Diese finden sich vor allem in der Gruppe der Transidenten, die erst in der Pubertät ihre Transidentität als solche erkannten.
Es gibt aber bei den Transidenten auch eine große dritte Gruppe, bei denen sich auch die sexuelle Orientierung im laufe der Geschlechtsangleichung ändern kann, hin zum ehemals 'eigenen' Geschlecht. Dabei kann diese Änderung erst nach der abgeschlossenen Angleichung eintreten, aber auch ganz am Anfang oder irgendwo mittendrin.



Wie läuft eine Geschlechtsumwandlung (besser: Geschlechtsangleichung) ab?
Die Transidente muss durch mehrere Gutachten Nachweisen, daß sie wirklich Transident ist, außerdem muss sie durch einen sogenannten mindestens einjährigen Alltagstest nachweisen, daß sie auch in der Lage ist, als Frau zu leben, d.h. Sie muss in dieser Zeit ständig als Frau leben.
Das ist Voraussetzung um überhaupt eine Geschlechtsumwandlung vornehmen zu dürfen, und um nach dem Transsexuellengesetz Vornamen und Personenstand ändern zu dürfen.
Wobei der Alltagstest nicht im Gesetz steht. Er wird aber allgemein vorausgesetzt, weil er in den amerikanischen 'Standarts of care' zur Behandlung von Transidentität steht. Diese sind in Deutschland zwar nicht verbindlich, aber schon aus haftungsrechtlichen Gründen werden Ärzte normalerweise auf der Einhaltung dieser Regeln der ärztlichen Kunst bestehen.
In der Regel bekommen die Transidenten erst danach Hormone des anderen Geschlechtes.
Dadurch entwickeln sich bei transidenten Frauen Brüste und die anderen weiblichen Rundungen.
Die zu tiefe, männliche Stimme ändert sich nach dem Stimmbruch durch die weiblichen Hormone aber nicht mehr, da die Stimmbänderdabei durch das männliche Testosteron gewachsen sind, und durch weibliche Hormone nicht mehr kleiner werden.
Es bleibt nur die Möglichkeit, zu lernen weiblicher zu sprechen (z.B. beim Logopäden), oder schlimmstenfalls eine Stimmband-Verkürzung per Operation. Diese ist aber riskant und die Ergebnisse oft unbefriedigend bis katastrophal.
Außerdem werden Bart- und andere männliche Behaarung entweder per elektrischer Verödung entfernt (jedes Haar einzeln mittels einer Nadel die in den Haarkanal gestochen wird... und das oft mehr als einmal...), oder mittels Laser oder Blitzlampe verbrannt (und die Haut natürlich mit...).
Umgekehrt kommen transidente Männer durch die Gabe männlicher Hormone in den Stimmbruch und bekommen dadurch eine tiefere Stimme. Außerdem wachsen ihnen dadurch die Bart- und Körperhaare.Als letztes folgt schließlich die geschlechtsangleichende Operation (s.u.).



Zahlt die Kasse das alles?
Das lässt sich leider nicht so klar beanworten...
Transidentität wird medizinisch als Krankheit betrachtet. Dabei passen bekanntermaßen der eigene Körper und die Geschlechtsidentität im Kopf nicht zusammen. In der Vergangenheit wurde vergeblich versucht, diese Krankeit weg zu therapieren, also die Geschlechtsidentität dem Körper anzupassen.
Da das aber nicht funktioniert, bleibt als einzige Therapie nur den Körper der seelischen Geschlechtsidentität anzugleichen. Das ist zwar keine Heilung, aber es ermöglicht, wenn alles gut geht der Transidenten anschließend ein leidensfreieres, oder überhaupt ein weiterleben.
Jetzt sind die Kassen aber zwar verpflichtet für die Behandlung von Krankheiten zu bezahlen, aber nur das medizinisch notwendige und ausreichende, d.h. Sie zahlen (oft) nicht alles, bzw. es werden eventuell Zuzahlungen fällig. Das ist aber von Fall zu Fall, und vor allem von Kasse zu Kasse verschieden.
Probleme macht vor allem immer wieder die Haarentfernung per Laser. Obwohl es diese Methode schon lange gibt behaupten die Kassen immer noch es sei keine erprobte Methode und weigern sich darum, sie zu bezahlen. Bezahlt wird stattdessen oft nur die Laserepilation die nicht nur viel schmerzhafter ist und viel länger dauert sondern in aller Regel auch noch deutlich teurer ist als die Laserepilation...



Wie ist das alles juristisch geregelt?
Seit 1980 ist die Änderung des Vornamens und des Personenstandes bei Transidentität im Transsexuellengesetz geregelt.
Darin werden den Transidenten zwei verschieden Möglichkeiten eingeräumt:
1.Kann die Transidente sich mit der sogenannten 'kleinen Lösung' begnügen.
Bei der kleinen Lösung werden nur die Vornamen geändert, die Transidente bleibt aber offiziell ein Mann. Gedacht ist diese Variante vor allem für Menschen, bei denen einen vollständige Geschlechtsangleichung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, sinnvoll kann sie aber auch als Kompromiss für diejenigen sein, die nicht oder noch nicht den großen Schritt zur Frau gehen wollen.
2.Die Grosse Lösung umfasst neben der Vornamensänderung auch die Personenstandsänderung, d.h. Die Transidente ist dann auch juristisch eine Frau. Voraussetzung ist aber die vorhergehende geschlechtsangleichende Operation.
Soviel in Kürze. Das Ganze ist natürlich viel komplizierter. Ich habe hier eine juristische Dissertation, in der der Verfasser über die 16 Paragraphen des Transsexuellengesetzes fast 300 Seiten geschrieben hat, und da ist durchaus nichts überflüssiges dabei!
Das Transsexuellengesetz gilt allgemein als veraltet, was man schon am Namen sehen kann.
Aus Sicht der Betroffenen besteht daran in vielen Punkten dringender Reformbedarf.
In der letzten Legislaturperioder gab es auch einen gesetzgeberischen Ansatz dazu, der aber im Sande verlaufen ist. Eine Neuregelung ist darum nicht in Sicht.



Was wird bei der Operation (Mann zu Frau) gemacht?
Vereinfacht gesagt, wird dabei dem 'besten Stück' der Transidenten das 'Fell', sprich die Haut, über die 'Ohren' gezogen. Die Hoden werden ebenso wie die Schwellkörper des Penis entfernt und landen im (Sonder-)Müll der Klinik, falls die sie nicht gerade in Formalin einlegen wollen.
Dann wird dort, wo später die Vagina sitzen soll, ein Hohlraum geschaffen, und mit der nach innen gestülpten Haut des Penis ausgekleidet. Die Haut der Hoden wird für die Schaffung der Schamlippen verwendet. Viele Operateure verwenden außerdem die Eichel oder Teile davon als Klitoris.



Wie ist das mit der Sexualität?
Auch ohne Penis und Hoden soll ein Orgasmus möglich sein. Natürlich gibt es ohne Schwellkörper keine Erektion mehr, die währe auch mehr als unerwünscht, und ohne Hoden logischerweise auch keinen Samenerguss mehr. Die Prostata wird jedoch nicht entfernt, und daher kann auch eine Transidente Frau 'feucht' werden.
Da das größte Geschlechtsorgan des Menschen bekanntlich nicht zwischen den Beinen sondern zwischen den Ohren sitzt scheint es mir durchaus glaubwürdig, daß es einen Orgasmus auch nach der Operation geben kann, allerdings habe ich auch schon anderes gehört.
Und Voraussetzung ist auf jeden Fall, daß die Operation auch gut verlaufen ist, daß insbesonders die Vagina nicht wieder zuwächst, und die Nerven in der Haut nicht zerstört werden, sonst kann die Vagina gefühllos bleiben, oder schlimmstenfalls kann sie sogar absterben oder auch einfach wieder zuwachsen.
Zur Erfolgsquote kann ich nichts sagen, da bei so intimen Dingen naturgemäß keine Statistiken geführt werden, und auch nicht unbedingt jede ehrlich antwortet, falls das Ergebnis der Operation nicht so ist, wie sie sich das gewünscht hätte. Wer gesteht sich schon gerne ein, daß das alles nicht so toll geworden ist...

LINKS:

*Zum Blog-Starteintrag:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

Dienstag, 7. Februar 2006

Die Geschlechtsangleichung - Der lange Weg zu einem Leben als Frau

Hallo zusammen,
nachdem ich jetzt doch schon einige Jahre Erfahrung mit dem ganzen Transen-Geschlechtsumpfriemelungs-Kram ;) habe, will ich hier jetzt eine kurze Zusammenfassung der Stationen einer Geschlechtsangleichung vom 'Mann' zur Frau schreiben.

Folgende Stationen der Geschlechtsangleichung werde ich hier demnächst in jeweils eigenen Einträgen in der Rubrik "Die Geschlechtsangleichung" schildern:

0.Die Frage: Bin ich Transident?

1.Der Antrag bei Gericht

2.Die Gutachter

3.Das coming out und der Alltagstest

4.Die Hormone

5.Der Therapeut

6.Die Kostenübernahmezusage der Kasse

7.Die Operation

8.Die Laser- oder Nadelepilation

9.Die Stimmtherapie oder Stimmbandoperation

10.Die Personenstandsänderung

11.Der ganze Rest

Diese Einträge sind zur Information für andere Betroffen, die das alles noch vor sich haben gedacht, aber auch für interessierte nicht-transidente Leser.

Wichtiger Hinweis:
Da dies hier keine Info-Seite irgendeiner Transidentenorganisation ist sondern meine persönliche Webseite, werde ich hier das tun, was für Blogs typisch ist:
Ich werde informieren UND meine Meinung sagen.
Ich gebe hier nicht einfach nur Informationen weiter, dafür gibt es genügend andere Seiten, sondern ich schildere auch meine Erfahrungen und meine Sicht der Dinge.
Ich schreibe hier nach bestem Wissen und Gewissen, aber ich kann keine Garantie dafür übernehmen, daß alles, was ich hier schreibe auch richtig ist - auch wenn ich mich um Richtigkeit bemühe.
Und vor allem: was für mich richtig ist, muss für andere Betroffene noch lange nicht auch das Richtige sein!

Also liebe Mittransen ;).... ich empfehle euch DRINGEND nicht alles, was ich hier schreibe für die letzten und einzigen Wahrheiten zu halten ;), sondern erst das eigene Gehirn einzuschalten ;) bevor ihr eventuell das eine oder andere nachmacht...
(Und für alle nicht-transidenten kann ich sowieso nur mit Thomas Gottschalk sprechen:
"Bitte, bitte liebe Kinder, macht das hier zuhause NICHT nach!" *g*...).
Also seit bitte skeptisch, bei ALLEM, was ihr zur Transidentität lest oder hört, egal wo.
Es wird auch viel falsches erzählt...
Informiert euch aus verschiedenen Quellen, bildet euch eine eigene Meinung, denkt gründlich über alles nach und vor allem hört auf euer Gefühl, bevor ihr schwerwiegende Entscheidungen trefft!

MEIN Weg ist in diesem Blog geschildert, EUREN Weg könnt nur ihr selber finden... und es wird mit Sicherheit ein anderer Weg als meiner sein.
Also übernehmt von mir, was zu euch passt und euch weiterhilft... und beim Rest könnt ihr mir den Vogel zeigen ;) und machen was ihr für richtig haltet...

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:

*Zum Starteintrag des Blogs:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

Montag, 6. Februar 2006

Blog-Kompass

Hallo zusammen,

dieser Eintrag erklärt, was ihr in den Rubriken dieses Weblogs findet, damit ihr euch leichter zurechtfindet hier.

Die Rubriken:

*Auris und Goldmähne:
Erzählt wer die fiktiven Personen Auris (OHNE -a am Ende) und Goldmähne sind, von ihrer Entstehung, wie mit ihrer Hilfe aus dem realen Klaus von früher die Aurisa (MIT -a am Ende) wurde und welche wichtige Rolle sie auch heute noch in meinem Leben spielen.

*Blog-Kompass:
Diese Rubrik hier. Hier findet ihr neben diesem Eintrag, der ebenfalls Blog-Kompass heisst, noch einige weitere Einträge vor allem den Starteintrag dieses Blogs.
Der Starteintrag verlinkt auf die weiteren Einträge dieser Rubrik, die jeweils ein wichtiges Thema dieses Blogs behandeln und zu weiterführenden Einträgen desselben Themas im ganzen Blog weiterverlinken...
Diese Rubrik ist also die zentrale Link-Schnittstelle des Blogs. Von hier aus kann man sich thematisch durch den Blog klicken.

*Bloginternes:
Alles, was diesen Blog, andere Blogs oder das Bloggen an sich betrifft.

*TI in den Medien:
Einträge über alles mögliche, was ich in den Medien (Fernsehen, Internet, Presse usw...) über Transidentität (TI) und benachbarte Themen gehört oder gelesen habe und was mir erwähnenswert erscheint.

*TI-Tagebuch, 20six:
Hier finden sich die Einträge aus meinem Transidentitäts-Tagebuch, die ich von 2003 bis 2005 bei 20six geschrieben und hierher kopiert habe.
Es geht darin um den jahrlangen Prozess der Geschlechtsangleichung und die Besonderheiten eines Lebens als transidente Frau.

*TI-Tagebuch, twoday:
Die Fortsetzung meines TI-Tagebuches bei 20six bei twoday ab etwa Anfang 2006.

Viele Grüßle

Aurisa

LINKS:
*Zum Starteintrag dieses Blogs:
http://aurisa.twoday.net/stories/1504914/

*Zur Rubrik "Auris und Goldmaehne":
http://aurisa.twoday.net/topics/Auris+und+Goldmaehne/

*Zur Rubrik "Blog-Kompass":
http://aurisa.twoday.net/topics/Blog-Kompass/

*Zur Rubrik: "Bloginternes":
http://aurisa.twoday.net/topics/Bloginternes/

*Zur Rubrik: "TI in den Medien":
http://aurisa.twoday.net/topics/TI+in+den+Medien/

*Zur Rubrik: "TI-Tagebuch, 20six 2003":
http://aurisa.twoday.net/topics/TI-Tagebuch%2C+20six+2003/

*Zur Rubrik: "TI-Tagebuch, twoday 2006": http://aurisa.twoday.net/topics/TI-Tagebuch%2C+twoday+2006/




EDIT:
Weitere Rubriken werden in den nächsten Wochen noch folgen... ebenso die hier angekündigen Links...
Ich bitte noch um etwas Geduld.
Ich muss erst noch die TI-Einträge von 20six hierherkopieren, bevor ich sie dann verlinken kann...

Donnerstag, 2. Februar 2006

Aurisa Blog-Starteintrag

Hallo lieber Leser,
egal ob du twodayer bist oder der "unbekannte Googlianer" ;).
Willkommen hier bei mir.

Das hier ist der Starteintrag meines Blogs.
Von hier aus führen Links zu den anderen Einträgen.
Dieser Eintrag erklärt, worum es hier geht und wie man sich in diesem Blog am besten zurechtfindet.

Aurisa - das bin ich, nicht nur im Web sondern auch im wirklichen Leben.
Allerdings steht dieser Name erst seit Juli 2004 auch in meinem Ausweis.
Vorher, in meinem alten Ausweis, stand da noch Klaus...
Das heisst, ich bin das, was man eine transsexuelle Frau nennt (ich bevorzuge allerdings den neueren Begriff transident).
Dieser Blog handelt von meiner Transidentität, von dem jahrlangen Prozess der Geschlechtsangleichung von der Antragsstellung bei Gericht bis... (Ende noch offen...)
vom Alltagsleben und den Problem als transidente Frau, von der Vorgeschichte, wie es zu all dem kam... und er führt darüber hinaus...

Von Anfang 2003 bis Ende 2005 habe ich darüber bei 20six gebloggt, bis mein Blog dort durch die Softwareumstellung bei 20six für mich unbrauchbar wurde.
Darum habe ich mich entschlossen hier weiterzubloggen.
Die wichtigen alten Einträge von 20six werde ich hierherkopieren, wobei ich aber leider die Kommentare, Bilder und nichtöffentlichen Einträge nicht mit übertragen kann.
Bei dieser Gelegenheit will ich meinen Blog neu gestalten. Mein alten Blog bei 20six war mit über 2500 Einträgen sehr unübersichtlich geworden, so daß es dort sehr schwer war Einträge die thematisch zusammengehören zu finden.
Darum will ich hier die alten und neuen Einträge untereinander verlinken, damit es für den Leser - einschließlich mir selber ;) - leichter wird sich hier zurechtzufinden.
Weiterführende BlogINTERNE Links zu all dem und zu vielem anderen mehr - etwa wie es zu dem Namen Aurisa kam - findest du unter "Andere Geschichten" am Ende dieses Eintrages und jeweils am Ende jeden weiteren Eintrages hier in diesem Blog.
Am Ende des Eintrages stehen die BlogINTERNEN Links aus Gründen der Übersichtlichkeit und um alte Einträge nicht durch neue Links zu zerschneiden.
Nur EXTERNE Links, die aus dem Blog in die weite Web-Welt führen finden sich IN den Einträgen.
Mindestens ein interner Link findet sich am Ende jeden Eintrages, nämlich ein Link hierher zu diesem Starteintrag, damit sich niemand in meinem Blog verläuft ;). Denn dieser Eintrag hier dient ja gerade der Orientierung im Blog.

EDIT: Noch stehen hier keine Links.
Diese muss erst noch einfügen und das kann ich erst, wenn ich die ganzen 20six-Einträge hier rüberkopiert habe... Das und das Verlinken der Einträge wird ein Weilchen dauern... schätzungsweise mehrere Wochen...
Ich bitte also noch um etwas Geduld...
Es war nötig diesen Eintrag hier trotzdem JETZT schon einzustellen... sonst könnte ich ja nicht hierher verlinken, logisch oder ;)...?

"ANDERE GESCHICHTEN" (LINKS):

*Hier wird erklärt, was ihr in den einzelnen Rubriken findet:
http://aurisa.twoday.net/stories/1521229/

*Hier findet ihr Infos zur Geschlechtsangleichung:
http://aurisa.twoday.net/stories/1528061/

*MEINEN Weg "Von Klaus zu Klaudia" findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1568600/

*Infos zur Vorgeschichte der TI und meinem früheren Leben als Klaus gibt es hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1546941/

*Ein kleines FAQ zur Transidentität findet ihr hier:
http://aurisa.twoday.net/stories/1538214/

EDIT: Weiter Links folgen in nächster Zeit...

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Chutzpe - 13. Mai, 22:37
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Shania - 13. Mai, 22:21
dito!
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Shania - 13. Mai, 22:20
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