TI in den Medien

Dienstag, 28. März 2006

Filmkritik: 'Transamerica'

Hallo zusammen,
am Sonntag Abend war ich seit langem mal wieder im Kino, in dem Film "Transamerica".

Der Filmtitel hat eine doppelte Bedeutung. Einerseits geht es in dem Film um eine Reise quer durch (eben "trans") Amerika, gewissermaßen von der eine Seite zum anderen - ein klassisches Roadmovie eben...

Und andererseits geht es natürlich um eine Transsexuelle in Amerika... die ja auch auf der Reise von der einen männlichen Seite zur anderen weiblichen ist...

Felicity Huffman spielt die Transsexuelle Sabrina (kurz: Bree), die kurz vor ihrer Operation steht und nichts mehr von ihrem früheren selbst Stanley wissen will.
Und sie spielt diese Rolle sehr gut!

Der Film beginnt mit einer Szene aus der Stimmtherapie... und dafür gilt, was für den ganzen Film gilt:
Ganz so ist es nicht im wirklichen Leben... aber der Film ist nahe genug dran um gut zu sein!

Wie jeder Film und jeder Roman übertreibt er natürlich ein wenig, spitz ein wenig zu, vereinfacht, rafft die Ereignisse zusammen...

Aber das ist schon ok so. Das muss so sein, einfach weil es nicht möglich wäre eine so komplizierte Sache wie Transsexualität und die Geschlechtsangleichung in einem Film oder Buch wirklich umfassend darzustellen...
Ich schreibe jetzt schon drei Jahre darüber und habe immer noch nicht alles zu dem Thema gesagt...

Nur zu sehr darf ein Film nicht übertreiben, sonst wird eine Parodie daraus oder ein Klischee, oder ein Zerrbild...
Zum Glück vermeidet dieser Film das... im Gegensatz zu vielen anderen Filmen zu dem Thema...

Weiter geht es nach der Szene mit der Stimmtherapie damit wie Bree sich für den täglichen Kampf um ein Leben als Frau "ausrüstet"... oder vielleicht sollte ich besser "aufrüstet" sagen...
In irgendeinem anderen Film wurde einmal das Anhübschen einiger Frauen für den Geschlechterkampf mit den Geräuschen von Waffen unterlegt, die für das Gefecht bereit gemacht werden... und so ähnlich kam mir Bree's "Aufrüstung" auch vor...
Da wurden erst die Seidenstrümpfe angelegt... mit Händen an denen lange künstliche Fingernägel klebten...
Dann kamen die formenden Unterhosen, die das vortäuschen sollen, was ihr an weiblichen Formen fehlt... dann folgen die Silikonkissen die ihre noch kleine Brüste aufpolstern sollen... nicht zu vergessen natürlich ihre Hormone...
Und natürlich zieht sie ein Kleid an... keine Hosen... so wie sie im ganzen Film kein einziges mal Hosen trägt, sondern immer nur Kleider... Kleider in grauenvollen Farben, in pink und lila... bewusst weiblichen Farben eben die kein normaler Mann auch nur im dunkeln tragen würde...
Aber Bree ist ja gerade KEIN Mann... und das will sie betonen und darum trägt sie solche Sachen...
Auch das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber durchaus nicht untypisch...
Nicht alle, aber doch eine ganze Menge Transsexuelle sind genauso... versuchen ihr Frausein so zu demonstrieren...

Das ich nicht so bin, wisst ihr ja... Als Transsexuelle kann man NIE eine 100%-ige Frau sein... Es wird immer Unterschiede geben. Und darum halte ich es für falsch zu versuchen eine 200%-ige Frau sein zu wollen, wenn man schon keine 100%-ige sein kann...

Aber weiter mit dem Film...
Nach dem Ankleiden folgt dann der prüfende Blick in den Spiegel, den ich auch nur zu gut kenne:
"Sehe ich wie eine Frau aus?" Das ist die Frage, die dahintersteht bei jeder Transsexuellen... und je nachdem wie die Antwort ausfällt sinkt oder steigt die Stimmung...

Danach wagt sich Bree so zurechtgemacht hinaus in's feindliche Leben...
Ängstlich und ein wenig unbeholfen geht sie auf die Straße... Niemand beachtet sie, aber man sieht ihr deutlich an, daß sie das Gefühl hat, alle würden sie anstarren... und daß sie ständig befürchtet, man würde mit Fingern auf sie zeigen...
Oh ja, das konnte ich wirklich sehr gut nachvollziehen...

Überhaupt war ich bei diesem Film dem Rest des Publikums gegenüber im Vorteil...
Denn wirklich in seiner vollen Tiefe erfassen kann man ihn wohl nur als Transsexuelle, die das alles selber mitgemacht hat...
So etwa die Szene beim Gutachter... all die Fragen die man dort beantworten muss... die Furcht, daß eine falsche Antwort dazu führen könnte, daß man nicht als Transsexuell akzeptiert wird und es einem verwehrt wird jemals als Frau leben zu dürfen...
Das war eine furchtbare Zeit... Im Film dauert die Szene nur Sekunden... bei mir war es ein ganzes Jahr in dem ich diese Ängste ausstehen musste... und das kann wohl wirklich niemand nachvollziehen, der nicht transsexuell ist...

Wieder ein Unterschied zwischen mir und der transsexuellen Bree im Film ist, daß sie ihren Penis und ihre männliche Vergangenheit hasst und ablehnt... beides tue ich nicht...

Und das ist im Film dann auch der Ausgangspunkt der Geschichte.

Bree hat bereits den Termin für die Operation, der schon in wenigen Tagen sein soll, da meldet sich bei ihr jemand, der behauptet der Sohn von Stanley - ihrem früheren männlichen selbst - zu sein...
In einem 'schwachen Moment' hatte sie damals eine kurze Affäre mit einer Frau... und ohne, daß sie es wusste entstand daraus ihr Sohn...

Und als sie das ihrer Therapeutin erzählt, zieht diese ihre Genehmigung zur Operation zurück... weil sie der Meinung ist, Bree müsste vorher erst lernen zu ihrer Vergangenheit also auch zu ihrem Sohn zu stehen bevor sie bereit für die OP sei...

Also entschliesst sich Bree wohl oder übel ihren Sohn aus dem Gefängnis zu holen... erzählt ihm aber nicht, daß sie sein Vater ist... denn wie kann sie sein Vater sein, wo sie doch eine Frau ist...?

Ihr Sohn hält sie irrtümlich für eine Art kirchlicher Sozialarbeiterin, die sich seiner annehmen will um seine Seele zu retten und sie lässt ihn in dem Glauben.

Und so begeben sie sich gemeinsam auf eine Reise quer durch Amerika...

Sehr gelungen dabei etwa auch die Szenen, wo Bree sich scheinbar wie eine verklemmte alte Jungfer benimmt... weil sie natürlich ein riesengroßes Problem mit ihrem Körper und vor allem mit ihrem noch vorhandenen Penis hat.
Ganz so schlimm ist es bei mir zwar nicht, aber auch mir sind solche Szenen nicht unbekannt...
Für mich ist es auch ein absoluter Horror, wenn ich mich beim Arzt entblössen muss... selbst wenn es nur der Oberkörper ist...

Lustig ist auch die Stelle, wo sie auf der Suche nach einem Nachtquartier in einer Party von Brees transsexuellen Freunden landen.
Die 'Muschifotos' mit denen dort geprahlt wurde haben mich doch gaaaanz stark an die gewisse Diskussion von mehreren Transsexuellen in Essen erinnert ;)...
Ich sag nur: "Mein (Silikon)Busen, meine Vagina, mein Orgasmus" ;)...
Auch das eine durchaus realistische Szene...

Ebenfalls sehr autentisch ist die Stelle, wo ein achtjähriges Kind Bree anstarrt und dann fragt:
"Bist du ein Junge oder ein Mädchen?"
Gerade Kinder und mehr noch Jugendliche bemerken solche Dinge... und Kinder sind unbefangen genug es direkt anzusprechen... Jugendliche dagegen sprechen es nicht an... die machen sich lustig darüber...
Auch das ist aus dem Leben gegriffen ebenso wie die Krise die Bee dadurch bekommt...

Auch die elektrolytische Haarentfernung kommt vor *autsch*... auch das realistisch, nur ist das Equipment im wirklichen Leben doch wesentlich professioneller...

Schließlich tritt sie unterwegs zum Wasserlassen aus... leichtsinnigerweise hinter dem Auto, so daß ihr Sohn im Rückspiegel sehen kann, daß sie eben noch nicht so ganz Frau ist...

Darauf fühlt er sich natürlich berechtigterweise hintergangen... es kommt zum Streit und ihr Auto wird von einem Anhalter, den sie kurz zuvor mitgenommen haben gestohlen und beide sind mittellos irgendwo im Nirgendwo gestrandet.
Eine Situation die sowieso schon übel genug ist... aber noch viel mehr für eine Transsexuelle... ohne ihre Hormone, ihre Schminksachen und alles anders was man als TI-Frau halt unbedingt zum Leben braucht ;)...
Schon nach zwei Tagen macht sie sich Sorgen, daß ihre Brüste ohne Hormone geschrumpft sein könnten ;)...
Keine Panik gute Frau möchte man ihr da zurufen... ganz so schnell geht das dann auch nicht... ich muss es wissen, ich spreche aus Erfahrung ;)...

Schließlich landen sie irgendwo in einem Lokal... ohne einen Cent...
Ihr Sohn tut, was er gelernt hat... er 'erschläft' sich ein paar Dollar...
Und Bree lernt währenddessen in dem Lokal einen Mann kennen, der ihr Anbietet, daß er sie ein Stück weit mitnehmen und daß sie bei ihm übernachten kann...
Da wurde es mir, wohl genauso wie Bree schon ein wenig anders... denn ich kann mir gut vorstellen, wie ich mich an ihrer Stelle gefühlt hätte... in so einer Notlage in der man auf Hilfe angewiesen ist... aber was, wenn der Mann dann etwas von einem wöllte... und was, wenn er einem dann tatsächlich unter den Rock fassen würde...?
Oh ja, mir wurde es da wie Bree auch durchaus ein wenig mulmig...

Aber zum Glück kam es nicht dazu... sondern es entspann sich in Ansätzen so etwas wie eine kleine Liebesgeschichte daraus... und als sie dann bei ihm zuhause waren und er auf der Gitarre ein Lied spielte, kamen nicht nur Bree die Tränen...
Wie sie weiss ich schließlich nur zu gut, wie schwer es ist einen Mann zu finden, der einen als transsexuelle Frau so akzeptiert wie man ist... auch wenn in diesem Falle die Transsexualität kein Thema war... "Jede Frau hat das Recht auf ein kleines Geheimnis" und "Wir haben alle unsere Geheimnisse", wie der Mann meinte... Transsexualität ist allerdings meiner Meinung nach ein etwas zu großes Geheimnis um es vor einem Partner zu verheimlichen... auch dann, wenn man dazu in der Lage wäre...
Ob daraus mehr werden könnte... das lässt der Film offen...

Weiter geht es mit den Eltern von Bree, an die sie sich in ihrer Not wendet, denn sie braucht dringend Geld für den Flug zu ihrem Operationsort um noch rechtzeitig dorthin zu kommen...
Aber ihre Eltern sind - natürlich - eine Katastrophe, besonders ihre Mutter...
Das kennen wohl auch die meissten Transsexuellen... andererseits, warum sollte es uns da besser gehen als den meissten ganz normalen Menschen mit ihren Eltern...?

Jedenfalls... schließlich erzählt Bree ihrem Sohn doch noch, daß sie sein Vater ist, worauf dieser ausreist... so daß Bree alleine zur Operation reist...

Und damit straft sie ihre Mutter lügen, die meinte, sie hätte doch noch nie etwas zuende gebracht... sie könnte nicht zu ihren Entscheidungen stehen...

Soviel zu diesem Film.

FAZIT: Der Film hat mir rundum gefallen. Er ist oft witzig, ohne deswegen in Klaumauk zu verfallen und er hat trotzdem Tiefgang.
Einer der besten und realistischten Filme über Transsexuelle, den ich kenne... und eben auch ein interessanter Film, kein langweiliger...
Empfehlenswert!

Falls ihr ihn sehen wollt, solltet ihr euch aber besser beeilen...
Eini 'Randgruppenfilm' wie dieser wird sicher nicht in vielen Kinos laufen und wohl auch nicht lange...

Viele Grüßle

Aurisa

Dienstag, 21. Februar 2006

Vatermilch...

Hallo zusammen,
also auf was für Ideen manche Leute kommen *kopfschüttel*....

Über google bin ich zufällig auf folgende Diskussion gestolpert, die die Frage aufwirft, ob nicht auch Männer - nach entsprechender Hormonbehandlung ihre Kinder stillen könnten:

http://forum.gofeminin.de/forum/allaite/__f34_allaite-Stillen-auch-durch-manner-moglich.html#219

Ob auch Männer 'Vatermilch' produzieren könnten, weiss ich nicht, haltes es aber für gut möglich...
Ich wüsste nicht, was grundsätzlich dagegen sprechen sollte... vorausgesetzt es wird vorher Drüsengewebe in der Brust gebildet.
Nur durch Östrogen allein wird das aber nichts mit der Milchproduktion... Wahrscheinlich spielen da noch andere Hormone mit rein...

Aber... ich bin ja die letzte, die jemand - egal ob Transident, Transvestit oder sonstigem Transgender - Brüste verwehren wollte, wenn Mann/'Mann' das Bedürfnis danach hat...
Aber jetzt mal davon abgesehen, daß ein normaler Mann wohl kaum Brüste haben möchte um seine Kinder zu stillen... schließlich gehen die anschließend nicht einfach wieder weg, sondern davon 'hat' er dann ein Leben lang was...
Vor allem scheint den Diskutanten und Diskuonkeln dort teilweise aber nicht so ganz bewusst zu sein, daß mit wachsendem Brustumfang bei Männer die Sexualität im gleichem Maße schrumpft... und das auch für den Rest des Lebens...

Also falls irgendein Mann tatsächlich seine Kinder stillen möchte, dann geht das nur um den Preiss, daß er hinterher kein 'ganzer Mann' mehr ist und es auch nie wieder sein wird...

Darum an dieser Stelle mal wieder der Hinweis:
Keine leichtfertigen Experimente mit Hormonen bitte!
Das hat Folgen...

Viele Grüßle

Aurisa

Samstag, 18. Februar 2006

Tuntenfische und anderer tierischer Schweinkram ;)...

Hallo zusammen,
ja ihr habt schon richtig gelesen... nicht Tinten- sondern Tuntenfische ;)...

Diesen lustigen Begriff hat ein P.M. Autor für einen Artikel über die Zukunft der Liebe geprägt...

Gemeint sind damit männliche Exemplare einer australischen Tintenfischart... und dabei die kleinen Männchen...
Da diese sonst keine Chance hätten, sich gegen die größeren Exemplare beim Kampf um die weibchen durchzusetzen, greifen sie zu einem Trick.
Sie wechseln die Farbe und täuschen so vor Weibchen zu sein... Wenn sie sich so getarnt an den Konkurrenten vorbei zu den Weibchen geschlichen haben, wechseln sie wieder zu ihrer männlichen Farbe (wie immer die aussehen mag... Es wurde leider nicht gesagt, ob männliche Tintenfische babyblau und weibliche rosa sind ;) oder welche Farben bei diesen Tieren sonst geschlechtstypisch sind...) und kommen zur Sache...

Darum also Tuntenfische... das Wort finde ich zum kringeln :)....

Ja die Natur... auch und gerade in Sachen Sexualität gibt es dort fast nichts, was es nicht gibt...

Daß Homosexualität bei Tieren häufig vorkommt ist so ein alter Hut, daß ich es hier kaum zu erwähnen wage ;)...

Unsere Verwandten, die Bonobos machten wohl schon 'make love, not war', als wir noch auf den Böumen saßen ;)... sprich sie nutzen Sex um die Harmonie in der Gruppe aufrecht zu erhalten und um bei Konflikten wieder Frieden zu schaffen...
Ein durchaus sympathischer Zug finde ich... jedenfalls allemal besser als Kriege zu führen...
Außerdem scheint es gerade denen auch ziemlich egal wer mit wem, ob Männlein oder Weiblein, womit wir also auch die Bisexualität im Tierreich wiedergefunden hätten...

Andere Arten - ich glaube es waren die Schleimpilze, könnte das jetzt aber nicht beschwören - beschränken sich nicht auf nur zwei Geschlechter, sondern haben ein halbes Dutzend oder mehr davon...
Man mag sich gar nicht die Verwicklungen ausmalen, die es gäbe, wenn das bei uns auch so wäre *g*...

Hyänenweibchen wieder sind durch die vielen männlichen Hormone, die sie haben um aggressiv genug zu sein um sich in der Gruppe durchzusetzen, stark vermännlicht, haben darum eine stark vergrößerte penisartige Klitoris und sind darum äußerlich kaum von Hyänenmännchen zu unterscheiden...
Sie sind also gewissermaßen eine Art 'natürliche Transsexuelle' ;)...

Noch weiter geht eine bestimmte Fischart... dort gibt es jeweils nur ein Männchen und sonst nur Weibchen...
Und der Clou ist... wenn das Männchen stirbt, oder sonstwie aus der Gruppe verschwindet, dann wird das stärkste Weibchen zum Männchen!
Eine natürliche perfekte Geschlechtumwandlung...
Von sowas kann ich leider nur träumen *seufz*...
Da ist uns die Natur weit voraus... Wir schaffen bei aller Medizintechnik nur eine ANGLEICHUNG an das andere Geschlecht, aber keine echt UMWANDLUNG...
Darum schreibe ich hier ja auch immer GeschlechtsANGLEICHUNG, weil GeschlechtsUMWANDLUNG falsch oder zumindest unpräzise und übertrieben ist...

Ja und dann waren da noch die Tiefseefischmännchen die im Vergleich zu ihren Weibchen winzig sind und fast ihr ganzes Leben als Anhängsel der Weibchen verbringen, mit diesen verschmolzen und durch deren Blutkreislauf ernährt...
Auf diese Weise vermeiden die beiden sich in der lichtlosen Tiefsee zu verlieren und vielleicht nie wiederzufinden...
Es gibt sogar Tiere (Tiefseewürmer, soweit ich mich erinnere), wo die viel kleineren Männchen IN den Weibchen leben...
Und ich habe auch schon mal die Meinung gehört, daß das männliche Y-Chromosom nichts anderes als die Reste eines Bakteriums sei, das irgendwann in die bis dahin rein weibliche Zelle eingedrungen sei mit dieser verschmolzen sei und es erst seither überhaupt Sexualität und Männer gibt... aber ich glaube das ist genauso ein Mythos wie die Sache mit der Rippe, aus der angeblich die Frauen erschaffen wurden ;)...
Jedenfalls, mit dem Sexualpartner buchstäblich zu verschmelzen und ihn immer 'zur Verfügung' zu haben, davon können wir Menschen auch nur träumen ;)... obwohl mir persönlich das dann eine doch ZU symbiotische Beziehung wäre ;)...

Und auch sonst gibt es noch viel mehr sexuelle Besonderheiten im Tierreich... und nicht nur dort...
Auch die Pflanzen treiben es teilweise ziemlich bunt...
Ich glaube das mit den Bienchen und den Blümchen muss ich hier nicht nochmal extra erklären, oder ;)...?
Ja und nicht nur, daß Blumen mittels Bienchen sexeln ;)... nein es gibt sogar eine Blume, die - ähnlich wie die Tuntenfische - ein Weibchen einer Bienenart (ich glaube es waren Bienen...) imitiert... Das Bienenmännchen fliegt dann das scheinbare Bienenweibchen an, versucht sich mit ihm zu paaren, natürlich vergeblich... und wenn es von dem blumigen Gummipuppenäquivalent ;) ablässt, dann nimmt es den Pollen der Blume mit und lässt ihn beim nächsten vergeblichen Paarungsversuch bei der nächsten Pseudobienenblume...
Zumindest die Blume kommt auf diese Weise auf ihre Kosten... ob die Biene auch ihren Spaß hatte oder eher gefrustet war ist leider nicht überliefert ;)...

Das sind jetzt die Beispiele, die mir so spontan einfallen, aber es gibt ganz sicher noch viel mehr...

Wie man sieht ist die Natur in Sachen Sexualität wirklich sehr einfallsreich ;)...

Ach ja... um noch kurz auf den P.M.-Artikel zurückzukommen...
Der Autor nutzte die Tuntenfisch-Story als Aufhänger für seine These, daß Männer auch Frauen heute - ähnlich wie die Tuntenfische - immer mehr zwischen den Geschlechtsrollen wechseln würden... Frauen sind emanzipiert und übernehmen immer mehr früher typisch männliche Tätigkeiten und Verhaltensweise... und Männer sind im Extremfall Metrosexuell...
Wir alle leben heute, mehr als früher, wo die Rollen klar verteilt waren, mal in männlichen, mal in weiblichen Geschlechtsrollen... ohne deswegen Transident zu sein ;)...

Eine androgyne Gesellschaft, wo jeder Männer- und Frauenrollen übernehmen darf ohne schief angesehen zu werden und männliche und weibliche Anteile haben und leben darf... das wurde uns ja schon länger prophezeit...
Ich habe hier ein Buch zu genau dem Thema stehen, das immerhin schon 20 Jahre alt ist...
Ob es soweit kommt... wer weiss...
Ich finde eine Gesellschaft, wo jeder so sein darf, wie er sich fühlt zumindest keine unsympthische Utopie...
Wer weiss, vielleicht gäbe es dann auch weniger Transidente, wenn der Druck so sein zu müssen, wie man nunmal NICHT ist weg wäre, dann würden möglicherweise viele es gar nicht mehr nötig finden diesen steinigen Weg zu gehen... oder zumindest nicht mehr bis zum Ende...

Viele Grüßle

Aurisa

Dienstag, 14. Februar 2006

Asexualität

Hallo zusammen,

schon vor längerem bin ich zufällig durch einen Bericht bei Polilux bei Aven gelandet, einer Seite über Asexualität:

http://www.asexuality.org/de/

"Asexualität - kein Verlangen nach sexueller Interaktion"
steht zur Erklärung dort.

Es geht dabei also um Menschen, die NICHT WOLLEN...
(und NICHT um Menschen die NICHT KÖNNEN...), die aber trotzdem oft eine Beziehung anstreben, nur eben ohne Sexualität.

Jetzt würde ich mich nicht als Asexuell definieren... schließlich waren mir früher sexuelle Gefühle auch nicht fremd...
Durch die Hormone und Anti-Androgene ist bei mir inzwischen aber sowohl das KÖNNEN als auch das WOLLEN kaum mehr vorhanden...
Derzeit wäre ich also kaum in der Lage zu einer sexuellen Beziehung und ich habe auch kein großes Verlangen danach...

Insofern bin ich also derzeit auch ziemlich Asexuell...
"Der Not gehorchend, nicht dem eigenen Triebe" sozusagen... weil das nun mal eine Begleiterscheinung der Geschlechtsangleichung ist, daß ich meine Sexualität dafür aufgeben musste.
Aber das wusste ich ja vorher schon und habe es bewusst als Preis für ein Leben als Frau in kauf genommen...
Wie das nach einer eventuellen Operation ist, ob ich danach immer noch so asexuell wäre wie jetzt oder ob die Sexualität ein Stück weit zurückkommt, das ist die große Frage...

Dazu kommt, daß ich als TI-Frau es sowies sehr schwer haben werde jemals einen Partner zu finden.
Also selbst wenn die Sexualität nach einer eventuellen Operation zurückkommen würde, würde ich wahrscheinlich trotzdem zwangsweise weiter 'enthaltsam' leben...

Insofern hat mich das Thema Asexualität natürlich interessiert, weil ich mich, wie die Menschen dort und wie wohl so ziemlich jeder Mensch, nach Nähe sehne und mir eine Beziehung wünsche... wobei mir die Sexualität weniger wichtig ist...

Ob ich mir allerdings eine völlig asexuelle Beziehung vorstellen könnte, das weiss ich nicht...
Falls nach einer eventuellen Operation die sexuellen Gefühle doch zurückkehren sollten stelle ich mir das schwierig vor...
Wenn man jemand liebt und es nicht eine rein platonische Liebe ist, dann möchte man ihn doch auch körperlich lieben...

Na ja, für mich sind das bisher sowieso alles rein theoretische Überlegungen...
Ich bin ja schon froh, daß ich inzwischen Freunde habe.
Eine Beziehung ist für mich auch weiter weit und breit nicht in Sicht...

Viele Grüßle

Aurisa

Nachtrag:
Ich bin gestern durch Zufall über google wieder auf der Seite gelandet, weil dort jemand etwas über mich geschrieben hatte...
Darum komme ich jetzt wieder darauf.

Freitag, 3. Februar 2006

Phantomgliedschmerzen

Hallo zusammen,
diesmal ein nicht ganz jugendfreier Eintrag ;).
Lässt sich nun mal manchmal nicht vermeiden, wenn man über ein so intime Bereiche betreffendes Thema wie Transidentität schreibt...

Ich lese gerade das Buch "Eine kurze Reise durch Geist und Gehirn" von dem Psychologen und Neurowissenschaftler Vilayanur Ramachandran.

Darin spricht er unter anderem über Phantomschmerzen und erklärt, wie diese wahrscheinlich zustande gekommen.

Vereinfach gesagt ist jeder Teil unseres Körpers in einem abgegrenzten Bereich einer Region unseres Gehirns repräsentiert, d.h. es gibt da Bereiche für den rechten und den linken Arm, die beiden Beine, das Gesicht usw.
Dabei sind nebenbei die sensiblen Bereiche mit besonders vielen Nervenenden (vor allem Hände, Lippen, Geschlechtsteile) besonders stark repräsentiert, d.h. sie nehmen im Gehirn einen besonders großen Raum ein.
Wenn jetzt ein Teil des Körpers amputiert wird, dann bekommen die Nervenzellen in dem für diesen Körperteil zuständigen Bereich des Gehirns keine Daten von den nicht mehr vorhandenen Nerven dieses Körperteils.
Sie "langweilen" sich sozusagen, weil sie nichts mehr zu tun haben - und suchen sich eine neue Beschäftigung indem sie Funktionen von benachbarten Bereichen im Gehirn mit übernehmen.
Ein amputierter Arm etwa kann dazu führen, daß der Betroffen diesen verlorenen Arm dann im Gesicht spürt, weil die Bereiche von Arm(en) und Gesicht im Gehirn nebeneinander liegen.

Ja und der Autor erklärt dann weiter, daß es auch bei Männern, deren Penis wegen einer Krebserkrankung amputiert werden musste, im amputierten Glied noch Phantomempfindungen und sogar Phantomerektionen gibt...
Nebenbei spüren diese Männer diese Phantomerektionen in den Beinen, was daran liegt, daß im Gehirn Genitalien und Beine in benachbarten Bereichen liegen, wie oben erklärt.
Der Autor vermutet, daß aus diesen Gründen für viele Menschen die Füsse eine erogene Zone sind und es darum so viele Fussfetischisten gibt.

Ja und dann stellt sich der Autor die Frage, wie das wohl bei Transidenten nach der Operation wäre.
Er vermutet, daß bei diesen solche Phantomgefühle im amputieren Penis möglicherweise SELTENER sein könnten, als bei Männern, denen der Penis wegen Krebs amputiert werden musste.
Grund: transidente Frauen äußern häufig, daß sie ihren Penis als nicht wirklich zu sich gehörig empfinden, als nicht Teil von ihnen, weil sie sich ja als Frauen empfinden.
Der Autor vermutet deswegen, daß das genetisch festgelegte Gehirngeschlecht und das damit zusammenhängende Körperbild dieser TI-Frauen weiblich und nicht männlich ist.
Falls diese Annahme stimmen würde, dürften Phantomempfindungen bei TI-Frauen nach der Operation tatsächlich seltener vorkommen, weil dann bei diesen ihr Penis im Gehirn nicht so repräsentiert wäre wie bei Männern.

Ich muss gestehen, ich hatte vorher noch nie von Phantomempfindungen im amputierten Penis gehört.
Und dabei beschäftige ich mich jetzt doch schon ein ganzes Weilchen mit dem Thema Transidentiät.
Natürlich ist das auch ein Thema über das Betroffene nicht unbedingt reden werden und wollen... falls sie denn solche Phantomempfindungen haben sollten...

Ich bin aber persönlich ein wenig skeptisch, was die Vermutung von Herrn Ramachandran angeht.
Ich bin zwar seiner Meinung, daß das Gehirn von Transidenten anders verschaltet ist, als das von nicht transidenten Menschen.
Es gibt ja inzwischen Untersuchungen, die belegen, daß transidente Frauen offenbar ein - zumindest teilweise - weibliches Gehirn haben und transidente Männer ein männliches, also ihr "Gehirngeschlecht" ihrem "gefühltem" Geschlecht entspricht und nicht ihrem körperlichen...
ABER... ich habe doch gewisse Zweifel, daß das auch für die Geschlechtsteile gilt...
Es ist natürlich richtig, daß transidente Frauen ihren Penis mehr oder weniger stark ablehnen - auch da gibt es aber Ausnahmen - und ihn nicht als Teil von sich empfinden und manche behaupten sogar sie würden eine Vagina bei sich empfinden - wohlgemerkt schon VOR der Operation - aber ich halte das eher für ein psychologisches Phänomen.
Da transidente Frauen vor der Operation nun mal einen Penis haben, MUSS dieser auch in irgend einer Form im Gehirn repräsentiert sein, sonst könnten sie ihn gar nicht spüren.
Und ich bezweifle doch eher, daß dort auch eine imaginäre Phantom-Vagina zusätzlich angesiedelt ist...
völlig ausschliessen kann ich es aber auch nicht...
Möglicherweise liege ich ja auch falsch und Vilayanur Ramachandran richtig.

Was stimmt werde ich wohl erstmal nicht erfahren... solange bis es Untersuchungen dazu gibt...
Jemand betroffenes danach zu fragen... dazu ist mir die Frage zu intim... zumal ich zu keiner anderen Transidenten so engen persönlichen Kontakt habe um solche Dinge zu fragen...
Aber wer weiss, vielleicht erfahre ich es ja auch noch am eigenen Leib, ob es solche Phantomempfindungen im Penis gibt...

Viele Grüßle

Aurisa

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*Zum Blog-Starteintrag:
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